Beschreibung der Studie

Es ist seit langem bekannt, dass bei Patienten mit verschiedenen neuromuskulären Erkrankungen Einschränkungen der Atemmuskelkraft auftreten können. Diese bezeichnet man als (typischerweise zuerst nachts auftretende) Hypoventilation. Typisch hierfür ist ein teilweises Versagen der Atemmuskulatur im Schlaf, da hier Atemantrieb und allgemeine Muskelspannung sinken. Deutlich wird dies in nächtlichen Atmungs-Aufzeichnungen (sog. Polysomnographiien) in Form von CO2 Anstiegen. Diese CO2 Anstiege entscheiden auch maßgeblich über eine Indikation hin zur Bi-Level-Heimbeatmung ("ein höherer Druck bei der Einatmung und ein niedrigerer Druck bei der Ausatmung"). Bei dieser kommt eine Druckunterstützung der Atmung über eine Maske zur Anwendung. Sie werden bereits im häuslichen Umfeld mittels einer BIPAP Heimbeatmung therapiert. Zum Anderen steht eine neure Behandlungsform zur Diskussion, bei der warme Luft durch Ihre Nase in einer hohen Flussrate (sog. Nasal-High Flow Therapie, NHF) fließt. Diese wird bisher zur Therapie der Hypoventilation in Folge von neuromuskulären Erkrankungen noch nicht genutzt. Es sind jedoch für andere Patienten mit anderen Krankheiten, die ebenfalls eine „Schwächung“ der Atemmuskulatur beinhalten, günstige Wirkungen auf die Atmung gezeigt worden. In dieser Studie soll untersucht werden, welche kurzfristigen Auswirkungen die Anwendung der NHF Therapie auf die Herz- und Kreislauffunktion im Wachzustand hat. Auf diese Weise können Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Therapieform günstigere Effekte hat oder für bestimmte Patientengruppen möglicherweise besser bzw. auch geeignet sein könnte.

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Studiendetails

Studienziel Muskulär sympathische Aktivität [Burst rate/min; Burst rate/100 beats], Hochfrequenzkomponente der Herzfrequenzvariabilität [%], Niedrigfrequenzkomponente der diastolischen Blutdruckvariabilität [%] -> Messung am Tage und unter den o.g. Interventionen
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 12
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Department für Neurologie- Klinik für Schlafmedizin und neuromuskuläre Erkrankungen Universitätsklinikum Münster

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • >18 Jahre
  • einwilligungsfähig
  • klinisch bzw. elekrophysiologisch/genetisch/bioptisch gesicherte NME
  • Polysomnographischer und kapnometrischer Nachweis einer nächtlichen Hypoventilation mit bestehender Heimbeatmungstherapie
  • Hinreichende Therapie (Toleranz) der nächtlichen Hypoventilation mittels BIPAP-Nasenmaske in einer Schlaflabor-Kontroll-Nacht
  • Toleranz eines BiPAP Auslassversuches in der Schlaflabor-Kontroll-Nacht

Ausschlusskriterien

  • andere schwerwiegende internistische Vorerkrankung, insbesondere Diabetes, schwere Niereninsuffizienz
  • Schwerwiegende neurologische Vorerkrankung wie Schlaganfall, insbesondere Hirnstamminfarkt
  • Einnahme von Opiaten und Opioiden
  • Schwerwiegende psychiatrische Vorerkrankung

Adressen und Kontakt

Department für Neurologie- Klinik für Schlafmedizin und neuromuskuläre Erkrankungen Universitätsklinikum Münster, Münster

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Häufig gestellte Fragen

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Neuromuskuläre Erkrankungen (NME) sind oft nicht nur durch eine Schwäche der Muskulatur der Extremitäten sondern, auch der Atemmuskulatur gekennzeichnet. NME können in neurogene und myogene Erkrankungen eingeteilt werden. Eine sich im Verlauf entwickelnde chronische Schwäche der Atemmuskulatur spielt klinisch und prognostisch vor allem bei Motoneuronerkrankungen und bei Myopathien/Muskeldytrophien eine herausragende Rolle. Zu den Motoneuronenerkankungen zählen vor allem die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und die spinale Muskelatrophie (SMA). Zu den Myopathien/Muskeldystrophien zählen verschiedene Gliedergürtel-Dystrophien, Dystrophinopathien (Typ Duchenne und Typ Becker-Kiener), die myotone Dystrophie Typ I und der Morbus Pompe. Therapie der Wahl zur Atmungs-Unterstützung bei Patienten mit NME mit Einschränkung der Atemmuskelkraft stellt die Bi-Level-Beatmung (kurz „BiPAP“) dar. Ziel der Therapie ist die Normoventilation. Die BiPAP-Therapie wird bei Patienten mit schlafbezogener Hypoventilation und/oder chronisch-hyperkapnischem Atemversagen mittels einer Nasen- oder Nasen-Mund-Maske appliziert. Da leichter betroffene Patienten vor allem zu Beginn der Therapie häufig erhebliche Adhärenzprobleme bezüglich der nächtlichen NIV angeben, stellt sich die Frage nach Anpassungsmöglichkeiten der Therapie und Behandlungsalternativen, die zumindest zu Beginn der Atemmuskelinsuffizienz über einen individuell variierenden Zeitraum zum Einsatz kommen könnten. Als in dieser Patientengruppe bisher noch nicht systematisch untersuchte Behandlungsalternative steht hier möglicherweise eine Therapie mittels erwärmter Raumluft zur Verfügung, welche mit einer hohen Flussrate über die Nase appliziert wird (Nasal High-Flow-Sauerstofftherapie bzw. NHFO2). Unter der Vorstellung, dass die alveoläre Ventilation dem Atemzugvolumen minus der Totraumventilation eines Patienten entspricht, ist eine Verbesserung der alveolären Ventilation durch die NHFO2-Therapie auch bei Patienten mit beginnender Einschränkung der Atemmuskelkraft sehr gut vorstellbar. Entsprechend lauten die Fragestellungen: 1) Ist eine NHFO2-Therapie bei NME-Patienten mit nächtlicher Hypoventilation bereits im Wachzustand mit einer Verbesserung respiratorischer, kardialer und autonomer Funktionsparameter assoziiert? 2) Ist der Effekt auf kardiale und autonome Funktionsparameter bei der NHFO2-Therapie günstiger als bei der BIPAP-Therapie? 3) Ergeben sich hinsichtlich der Aktivierung des autonomen Nervensystems bei Ruheatmung und unter BIPAP- bzw. NHFO2-Therapie Unterschiede zwischen Patienten mit neurogenen und myogenen NME?

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