Beschreibung der Studie

Das Krankheitsbild des primären bzw. sekundären intrakraniellen Liquorüberdrucks (=idiopathische intrakranielle Hypertension oder Pseudotumor cerebri) ist mit Symptomen wie chronischen Kopfschmerzen, Verminderung der Sehschärfe bis hin zur Erblindung und Hirnnervenausfällen verbunden. die genauen Mechanismen für die Erkrankung sind nur in Ansätzen untersucht und bisher unbekannt. Die dazu bestehenden Hypothesen sind widersprüchlich und die Datenlage spärlich. Insbesondere die Frage, ob Verengungen (Stenosen) der ableitenden Hirnvenen (vor allem des Sinus transversus) Ursache oder Folge des Pseudotumor cerebri sind ist ungeklärt. Aktuell basiert die Therapieplanung überwiegend auf Parametern wie den klinischen Symptomen und dem Druck des Nervenwassers (=Liquordruck) bei der Nervenwasserentnahme (=Liquorpunktion). Das optimale Vorgehen bei Patienten, bei denen die etablierte konservative Therapie (medikamentöse Therapie mit sogenannten Carboanhydrasehemmern, regelmäßige Liquorentlastungspunktionen, Gewicht-abnahme) nicht erfolgreich ist, ist bislang ungeklärt. Patienten mit Liquorunterdrucksyndrom hingegen leiden aufgrund eines Lecks im Bereich der Hirn- oder Rückenmarkshäute an einem Liquormangel mit zu geringem Liquordruck, der ebenfalls zu starken chronischen Kopfschmerzen und ggf. Hirnnervenausfällen führt. Behandelt werden diese Patienten durch Verschluss des Lecks z.B. mit einem epiduralen Blutpatch (=Einbringen von Eigenblut in den Raum außerhalb der harten Haut des Rückenmarks) und durch Förderung der Liquor-produktion. Nach unserer Hypothese zur Krankheitsentstehung des Pseudotumor cerebri bzw. des Liquorunterdrucksyndroms sollten gegenläufige Effekte beider Erkrankung im Bereich der Sehnervenscheide, Hirnstrukturen und der Durchblutung der sehr kleinen und großen Hirnvenen vorliegen, da Nervenwasser, Gehirn und Venen aufgrund der speziellen Drucksituation im Schädel direkt miteinander zusammenhängen. Diese Veränderungen möchten wir durch innovative Bildgebung erfassen und pathophysiologisch verstehen. Mittels Ultraschall des Auges und des Sehnervens und sogenannter optischer Kohärenztomografie (OCT) des Sehnerven, Standard-Kernspintomographie (MRT) des Kopfes, sog. susceptibility weighted imaging (SWI) MRT der kleinen Hirnvenen und 4D-Fluss-MRT der größeren Hirnvenen möchten wir diese Vorgänge im zeitlichen Verlauf vor und nach effektiver Therapie messen. Zum Vergleich mit den beiden Krankheitsbildern werden wir gesunde Probanden gleichen Alters und Geschlechts einschließen und messen. Wir gehen davon aus, dass mit den verwendeten Methoden die pathophysiologischen Zusammenhänge aufgedeckt und möglicherweise anhand von Parametern der Sehnervenstrukturen oder der Blutströmung die Patienten ausgewählt werden können, die bei nicht erfolgreicher konservativer Therapie von invasiven Maßnahmen wie der kontinuierliche Ableitung von Nervenwasser in die Augenhöhle (=Optikusscheidenfensterung), der dauerhaften Liquorableitung mit einem Shunt vom Gehirn in die Bauchhöhle (=ventrikuloperitonealer Shunt) oder Erweiterung und Stenteinführung (=Stentdilatation) von Einengungen im Bereich der großen Hirnvenen profitieren können.

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Studiendetails

Studienziel Pathophysiologische besser Zusammenhänge verstehen und zukünftige Diagnostik und Therapie verbessern
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Freiburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter > 18 Jahre; klinisches Bild einer idiopathischen intrakraniellen Hypertension oder eines Liquorunterdrucksyndroms und/oder liquordiagnostisch gesicherter erhöhter bzw. erniedrigter Liquor-Eröffnungsdruck und/oder klinischer, sonografischer Verdacht oder neuroophthalmologisch gesicherte Stauungspapille.

Ausschlusskriterien

  • Fehlende Einwilligung, schlechter klinischer Zusatnd, Kontraindikationen gegen Liquorpunktion oder 3 Tesla MRT, Astigmatismus,
  • Opticusneuritis in der Vorgeschichte,

Adressen und Kontakt

Neurologische Universitätsklinik, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Das Krankheitsbild der primären bzw. sekundären intrakraniellen Liquorüberdrucks (=idiopathische intrakranielle Hypertension oder Pseudotumor cerebri) ist mit einer relevanten Morbidität durch Symptome wie chronische Kopfschmerzen, Visusstörung bis zur Erblindung und Hirnnervenausfälle verbunden. Seine Pathophysiologie ist nur in Ansätzen untersucht und die genaue Ätiologie ist bisher unbekannt. Die dazu bestehenden Hypothesen sind widersprüchlich und die Datenlage spärlich. Insbesondere die Frage, ob z.B. Stenosen der Sinus transversi Ursache oder Folge des primären Pseudotumor cerebri sind, ist ungeklärt. Aktuell basiert die Therapieplanung überwiegend auf Parametern wie den klinischen Symptomen und dem wiederholt gemessenen lumbalen Liquordruck. Das optimale Vorgehen bei Patienten, bei denen die etablierte konservative Therapie (Gabe von Carboanhydrasehemmer, regelmäßige Liquorentlastungspunktionen, Gewichtabnahme) nicht erfolgreich ist, ist bislang unbekannt und nicht Evidenz-basiert. Patienten mit Liquorunterdrucksyndrom hingegen leiden aufgrund eines Lecks im Bereich der Hirn- und Rückenmarkshäute an einem Liquormangel, der ebenfalls zu starken chronischen Kopfschmerzen und ggf. Hirnnervenausfällen führt. Behandelt werden diese Patienten durch den Verschluss des Lecks durch einen epiduralen Blutpatch im Bereich des Lecks mit Eigenblut und durch die Förderung der Liquorproduktion. Nach unserer pathophysiologischen Hypothese sollten gegenläufige Effekte dieser beiden Erkrankung im Bereich der Sehnervenscheide, Hirnstrukturen und der Mikro- und Makrozirkulation des venösen zerebralen Blutflusses vorliegen, da Liquor, Gehirn und Venen aufgrund der speziellen intrakraniellen Drucksituation direkt miteinander zusammenhängen. Diese Veränderungen möchten wir durch innovative Bildgebung erfassen und dadurch pathophysiologisch verstehen. Mittels hochauflösender Duplexsonografie und optischer Kohärenztomografie (OCT) des Sehnerven, Standard-MRT des Kopfes, susceptibility weighted imaging (SWI) MRT der kleinen Hirnvenen und 4D-Fluss-MRT zur Untersuchung der Hämodynamik der größeren Hirnvenen möchten wir diese Vorgänge im zeitlichen Verlauf vor und nach effektiver Therapie messen. Zum Vergleich mit den beiden Krankheitsbildern werden wir alters- und geschlecht-gematchte Gesunde rekrutieren. Wir gehen davon aus, dass mit den verwendeten Methoden die genauen Zusammenhänge aufgedeckt und möglicherweise anhand morphologischer und hämodynamischer Parameter die Patienten identifiziert werden können, die bei nicht erfolgreicher konservativer Therapie von invasiven Maßnahmen wie der Optikusscheidenfensterung, dem ventrikuloperitonealem Shunt oder Stentversorgung von Sinusstenosen profitieren.

Quelle

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