Beschreibung der Studie

Gerade bei einer unheilbaren Erkrankung ist die Kommunikation für alle Beteiligten (Patienten/ Angehörige/ professionell Beteiligte) aufgrund der hohen physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Belastungen herausfordernd und komplex. Das Überbringen schlechter Nachrichten ist hierbei eine der schwierigsten Aufgaben für Ärzte. Gespräche zu Tod und Sterben werden sowohl von Patienten als auch Ärzten vermieden, weswegen Patienten häufig nicht ausreichend informiert werden, zu wenig emotionale Unterstützung und zudem auch eine aggressivere Behandlung zum Lebensende hin erhalten. Deswegen besteht ein Bedarf zur Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation. Laut Forderung des Nationalen Krebsplans sollen Patienten aktiv in Entscheidungen bezüglich ihrer Behandlung eingebunden und die Kommunikationsfähigkeiten der professionell Beteiligten (z.B. Ärzte und Pflegekräfte) verbessert werden. Patienten mit eingeschränkter Prognose profitieren von gemeinsam geführten Behandlungen (z.B. durch Ärzten, Pflegekräften, Psychologen und andere Versorger) zur vorausschauenden Versorgungsplanung und frühen Integration von Palliative Care. Solche multiprofessionellen Handlungsansätze können zur Verbesserung der Lebensqualität, einer realistischeren Einschätzung der eigenen Krankheitssituation, angemesseneren Entscheidungen zu Therapiemaßnahmen am Lebensende und möglicherweise zu einer Verlängerung des Überlebens beitragen. Hierfür ist eine Stärkung der Kommunikationsfähigkeiten der Behandler erforderlich. Gegenstand des Forschungsprojekts an der Thoraxklinik Heidelberg gGmbH ist die Weiterentwicklung des HeiMeKOM-Konzeptes (Heidelberger Meilenstein-Kommunikation), dessen Einführung in der Versorgungspraxis und die Überprüfung der Effekte bei Patienten mit eingeschränkter Prognose und beim medizinischen Personal. Am Beispiel von Patienten mit metastasiertem Lungenkarzinom soll die Einführung von HeiMeKOM untersucht werden. Dadurch soll eine mögliche Übertragbarkeit des Konzeptes auf andere medizinische Einrichtungen und auf andere Patienten mit limitierter Prognose untersucht werden. Zunächst wurde das Konzept weiterentwickelt und ständig an die Bedürfnisse und Voraussetzungen der Thoraxklinik, dessen Mitarbeiter und Patienten angepasst. In Phase 2 erhalten Ärzte und Pflegekräfte der Thoraxklinik Heidelberg ein Kommunikationstraining. Zukünftig sollen diese Ärzte und Pflegekräfte in sogenannten „interprofessionellen Tandems“ bestehend aus jeweils einem Arzt und einem Pflegeexperten für Kommunikation (Pflegefachkraft) die sogenannten „Meilenstein-Gespräche“ mit den Patienten mit einer eingeschränkten Prognose und deren Angehörigen führen. An vier zentralen Hochbelastungssituationen, die im Erkrankungsverlauf absehbar sind, soll eine über die bisherigen Standards der onkologischen Abteilung hinausgehende Kommunikation durchgeführt werden. Diese vier definierten Meilenstein-Gesprächszeitpunkte sind: 1.) Diagnosestellung und Prognose – Diagnosegespräch 2.) Gespräch im Kontext des stabilen Erkrankungsverlaufes – Verlaufsgespräch 3.) Gespräch im Kontext der Erkrankungsprogression – Perspektivgespräch 4.) Gespräch im Kontext des Übergangs zu Best Supportive Care – Konsensusgespräch In der dritten Phase findet die Überprüfung der Effekte des Kommunikationskonzeptes auf die Patienten und die Mitarbeiter der Thoraxklinik Heidelberg im Rahmen einer randomisiert, kontrollierten Studie statt.

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Studiendetails

Studienziel Die primäre Zielgröße ist der Summenscore der Dimension Gesundheitssystem/Information der Short Form des Supportive Care Needs Survey (SCNS-SF-34).
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 190
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle BundesverwaltungsamtZuwendungsmanagement Verwaltungs- und Ordnungsaufgaben, Referat ZMV 1, Grundsatzangelegenheiten ZMV 1, ESF Bescheinigungsstelle, Zuwendungen im Bereich BMG

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Phase 3 (Ergebnisevaluation)
  • Randomisiert-kontrollierte Studie mit Patienten:
  • Patienten: Voraussetzungen für Meilenstein-Gespräche erfüllt (Neudiagnose einer inkurablen Lungenkrebserkrankung (Stadium IV)); mindestens 18 Jahre alt; einwilligungsfähig; gute Deutschkenntnisse; Bereitschaft zur Teilnahme an der Studie
  • Angehörige der Patienten: mindestens 18 Jahre alt; einwilligungsfähig; gute Deutschkenntnisse; Bereitschaft zur Teilnahme an der Studie

Ausschlusskriterien

  • Patient spricht kein Deutsch
  • Patient ist in einer gesundheitlichen Verfassung, die aufgrund einer vitalen Bedrohung Gespräche nicht zulässt

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Thoraxklinik Heidelberg gGmbH, Heidelberg

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Gerade bei einer unheilbaren Erkrankung ist die Kommunikation für alle Beteiligten (Patienten/ Angehörige/ professionell Beteiligte) aufgrund der hohen physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Belastungen wie auch Heilserwartungen seitens der Patienten herausfordernd und komplex. Das Überbringen schlechter Nachrichten ist hierbei eine der schwierigsten Aufgaben für Ärzte. Hohe emotionale Belastungen, die in diesen Gesprächssituationen für die Patienten, deren Angehörige, aber auch für das professionelle Team auftreten können, wurden vielfach untersucht. Laut Forderung des Nationalen Krebsplans sollen Patienten aktiv in Entscheidungen bezüglich ihrer Behandlung eingebunden und die kommunikativen Kompetenzen der professionell Beteiligten verbessert werden. Studien zeigen, dass bei Patienten mit eingeschränkter Prognose interprofessionelle Handlungsansätze zur vorausschauenden Versorgungsplanung und frühen Integration von Palliative Care erfolgreich sind. Interprofessionelle Handlungsansätze können zur Verbesserung der Lebensqualität, einer realistischeren Einschätzung der eigenen Krankheitssituation, angemesseneren Entscheidungen zu Therapiemaßnahmen am Lebensende und möglicherweise zu einer Verlängerung des Überlebens beitragen. Hierfür ist eine Stärkung der kommunikativen Kompetenzen der Behandler erforderlich. Eine longitudinal strukturierte Kommunikationslinie mit geplanter Information der an der Versorgung Beteiligten soll diese Defizite ausgleichen. Gegenstand des Forschungsprojekts an der Thoraxklinik Heidelberg gGmbH ist die Weiterentwicklung des HeiMeKOM-Konzeptes (Heidelberger Meilenstein-Kommunikation), dessen strukturierte Implementierung in der Versorgungspraxis und die Evaluation der Effekte bei Patienten mit eingeschränkter Prognose und beim medizinischen Personal. Am Beispiel von Patienten mit metastasiertem Lungenkarzinom soll die Implementierung von HeiMeKOM in einem Mixed-Method Ansatz (quantitativ und qualitativ) exploriert, evaluiert und relevante Determinanten hierfür identifiziert werden. Dadurch soll eine mögliche Übertragbarkeit des Konzeptes auf andere medizinische Einrichtungen und auf andere Patienten mit limitierter Prognose überprüft werden. Es sind 3 Phasen der Erhebung geplant: Weiterentwicklung, Implementierung und Ergebnisevaluation von HeiMeKOM. In der ersten Phase (Weiterentwicklung) stehen die evidenzbasierte Konzeptweiterentwicklung mittels Fokusgruppen und Einzelinterviews mit ärztlichem und pflegerischem Personal im Vordergrund. In Phase 2 sollen Kommunikationstrainings mit interprofessionellen Tandems bestehend aus jeweils einem Arzt und einem Pflegeexperten für Kommunikation (Pflegefachkraft) stattfinden. An vier zentralen Hochbelastungsgesprächssituationen (Meilenstein-Gespräche), die im Erkrankungsverlauf absehbar sind, soll eine über die bisherigen Standards der onkologischen Abteilung hinausgehende Kommunikation im interprofessionellen Tandem durchgeführt werden. Für jedes der vier definierten Meilensteingespräche ist ein Trainingstermin von 6-8 Stunden Dauer vorgesehen. 1.) Diagnosestellung und Prognose – Diagnosegespräch 2.) Gespräch im Kontext des stabilen Erkrankungsverlaufes – Verlaufsgespräch 3.) Gespräch im Kontext der Erkrankungsprogression – Perspektivgespräch 4.) Gespräch im Kontext des Übergangs zu best supportive care – Konsensusgespräch In der dritten Phase finden die Ergebnisevaluation der Effekte des Kommunikationskonzeptes und eine Kostenevaluation statt. Es sollen die Effekte des HeiMeKOM-Konzepts dahingehend überprüft werden, ob das Konzept gemeinsame Therapieentscheidungen (shared- decision making) von professionellem Team und Patienten/Angehörigen im Zusammenhang mit frühzeitiger, vorausschauender Behandlungsplanung (Advance Care Planning) erleichtert. In einer randomisiert, kontrollierten Studie sollen Effekte mittels der Dimension "Gesundheitssystem/Information" der Short Form des Supportive Care Needs Survey (SCNS-SF-34) erfasst werden. Außerdem sollen die Auswirkungen des Konzepts auf die Lebensqualität und Distress bei den Patienten überprüft werden. Die Auswirkungen werden mittels validierter Fragebögen mit Patienten und/oder Angehörigen erfasst. Aufgrund der erhöhten Dropout-Rate wird eine Änderung im Studiendesign vorgenommen. Anstatt der geplanten 100 Studienteilnehmer wird die Anzahl auf 190 erhöht (Amendment S-561/2017, bewilligt am 12.2.2019)

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