Beschreibung der Studie

Seit 2014 bietet die Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg im Rahmen Ihres Frührehabilitationskonzepts in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung (DZM e.V.) in Heidelberg ein ambulantes und wissenschaftlich fundiertes musiktherapeutisches Training für erwachsene Cochlea Implantat (CI)-Trägerinnen- und Träger an. Ziel dieses gezielten und individuell abgestimmten musikbasierten Trainings ist es, die Hörwahrnehmung zu fördern und das Sprachverständnis zu verbessern. Durch die Musiktherapie können sie wieder Vertrauen in Ihre eigene Hörwahrnehmung gewinnen, den eigenen Stimmklang und persönliche Gefühle in der Sprache neu erfahren und lernen, Sprache, Klänge und Geräusche mit dem CI besser zu hören und zu identifizieren. Die positiven Wirkungen der Musiktherapie nach dem Heidelberger Modell auf die allgemeine Hörwahrnehmung sowie insbesondere die Musikwahrnehmung konnten in vorangegangenen Studien belegt werden. Es existieren bisher jedoch kaum Erkenntnisse über die Wirkungen der Musiktherapie, in denen die sprachliche Ebene im Fokus steht. Derzeit läuft eine von der Firma MED-EL Deutschland finanzierte weiterführende Studie zur Überprüfung der Wirksamkeit von Musiktherapie auf das Sprachverständnis in der Frührehabilitation nach Cochlea-Implantation, d.h. während des ersten Jahres (Monate 0-12) nach der Erstanpassung des Sprachprozessors. An der Studie können erwachsene, „spätertaubte“ Patienten teilnehmen, d.h. deren Hörschädigung erst nach dem Alter des natürlichen Spracherwerbs eingetreten ist (sog. postlinguale Ertaubung). In der Studie werden drei Untersuchungsgruppen verglichen. Die Zuordnung zu den insgesamt drei Untersuchungsgruppen findet nach Zufallsprinzip statt. Alle Patienten erhalten die standardmäßige Versorgung nach dem Heidelberger Reha-Modell, welches regelmäßige CI-Anpassungen, Hörtraining, audiotherapeutische Beratung, Gruppentherapie und Arztvorstellungen vorsieht. Zusätzlich gibt es ein Angebot der Neuro-Musiktherapie - entweder mit einem sprachlichen (Gruppe A) oder einem allgemein audiotherapeutischen Schwerpunkt (Gruppe B). Patienten einer Kontrollgruppe (Gruppe C) erhalten im ersten Rehabilitationsjahr keine Musiktherapie. Die Musiktherapie für die Studienpatienten der Gruppen A und B beginnt in der Regel etwa drei Monate nach der Erstanpassung des Sprachprozessors und umfasst 6 Musiktherapie- Einzelsitzungen zu je 50 Minuten. Die Musiktherapiesitzungen finden im Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung (DZM e.V.) in Heidelberg-Wieblingen statt. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Patienten der Gruppe C (Kontrollgruppe) haben die Möglichkeit, die Musiktherapie im zweiten Rehabilitationsjahr zu besuchen (entweder mit sprachlichem oder allgemein audiotherapeutischem Schwerpunkt, entsprechend den individuellen Bedürfnissen). Zu drei Zeitpunkten im ersten Rehabilitationsjahr(drei, sechs und zwölf Monate nach der Erstanpassung des Sprachprozessors) erfolgen standardisierte diagnostische Untersuchungen. Inhaltlich werden sprachliche, audiometrische, psychologische und musikalische Daten erhoben. Erwartet wird insgesamt eine größere Zufriedenheit mit der Hörqualität in den Gruppen mit musikbasiertem Zusatztraining. Innerhalb der beiden Musiktherapie-Gruppen werden weitere differenzierte Effekte je nach therapeutischem Schwerpunkt erwartet. So sollte durch die sprachbasierten Interventionen ein stärkerer Zuwachs in der Wahrnehmung der Sprachmelodie (Prosodie) und Sprachverständnis erreicht werden, während durch den Fokus auf die auditive Wahrnehmung stärker das Hören in Alltagssituationen (z.B. Geräusche, Richtungshören) gefördert wird.

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Studiendetails

Studienziel Erfassung der objektiven und subjektiven Hörleistung (objektive Testverfahren: validierte musikalische Testdiagnostik, PC-gestützte Prosodie-Analyse, Tonaudiometrie/Sprachaudiometrie; subjektiver Fragebogen HISQUI = Hearing Implant Sound Quality Index, HISQUI) zu drei Zeitpunkten 3, 6 und 12 Monate nach Erstanpassung des Cochlea Implantat Sprachprozessors
Status Teilnahme möglich
Studienphase 3
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle MED-EL Deutschland
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Postlinguale Ertaubung
  • Muttersprache Deutsch oder hervorragende Deutschkenntnisse (analog Muttersprache)
  • Einseitige CI-Versorgung mit einem in Deutschland nach Medizinproduktegesetz zugelassenen Cochlea Implantat, unabhängig vom Hersteller
  • Alter ≥ 18 Jahre
  • CI-Versorgung, Erstanpassung des Sprachprozessors und Frührehabilitation durch die Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg

Ausschlusskriterien

  • prälingual erworbene oder angeborene Taubheit
  • bilaterale CI-Versorgung
  • Klinische Diagnose einer schwerwiegenden psychischen, psychiatrischen oder neurologischen Erkrankung (z.B. Psychose, Epilepsie, Parkinson, Demenz, Drogensucht, Alkoholabhängigkeit)
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma oder schwerer Ischämie (Herzinfarkt)
  • psychotrope Medikation, die nicht vor der CI-Operation abgesetzt werden kann
  • Unfähigkeit, Deutsch zu verstehen, zu lesen und/oder zu sprechen
  • Unfähigkeit zur schriftlichen Einverständniserklärung

Adressen und Kontakt

UniversitätsKlinikum Heidelberg: Hals-Nasen-Ohrenklinik, Heidelberg

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Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung DZM e.V., Heidelberg

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Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

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Postlingual ertaubte Erwachsene erreichen durch ein Cochlea Implantat überwiegend ein gutes Sprachverstehen in ruhiger Umgebung. Komplexere Höraufgaben, wie Sprachverstehen bei Umgebungsgeräuschen oder die Wahrnehmung der Sprachmelodie (Prosodie), sind jedoch oft noch problematisch. An der Universitätsklinik Heidelberg durchlaufen CI-Träger eine zweijährige ambulante Rehabilitation, die neben technischen Anpassungen, medizinischer Nachsorge und audiotherapeutischen Angeboten auch Neuro-Musiktherapie umfasst. Die positiven Wirkungen der Musiktherapie nach dem Heidelberger Modell auf die allgemeine Hörwahrnehmung sowie konkret die Musikwahrnehmung konnten in vorangegangenen Studien belegt werden. In der aktuellen Studie soll der kross-modale Transfer des musikalischen Trainings auf die sprachliche Ebene im Fokus stehen. Die Musiktherapie richtet sich an postlingual ertaubte erwachsene Patienten, die einseitig mit einem CI versorgt werden. Die Patienten werden während des ersten Jahres nach der Erstanpassung des Cochlea Implantats sowohl längsschnittlich als auch im Gruppenvergleich beobachtet. Geplant sind drei Untersuchungsgruppen: Alle Patienten erhalten die standardmäßige Versorgung nach dem Heidelberger Reha-Modell. Patienten in zwei Untersuchungsgruppen erhalten zusätzlich sechs Einzelsitzungen à 50 Minuten Neuro-Musiktherapie – entweder mit dem Schwerpunkt „Sprache/Prosodie“ oder dem Schwerpunkt „Auditive Wahrnehmung“. Patienten einer Kontrollgruppe erhalten im ersten Rehabilitationsjahr keine Musiktherapie. Diagnostische Kontrolluntersuchungen finden innerhalb des ersten Rehabilitationsjahres zu drei standardisierten Zeitpunkten statt: Baseline-Messungen 3 Monate nach Erstanpassung des CI, Zwischenerhebungen nach 6 Monaten, Abschlusserhebungen nach 12 Monaten. Hauptzielkriterium der Studie ist die Erfassung der Hörleistung im ersten Rehabilitationsjahr sowohl mit objektiven Verfahren (Sprach- und Tonaudiometrie, validierte musikalische Testdiagnostik, PC-gestützte Prosodie-Analyse) als auch auf subjektiver Ebene (Hearing Implant Sound Quality Index, HISQUI). Nebenzielkriterien sind die Veränderungen in Bezug auf die Lebensqualität sowie die Hörgewohnheiten, vor allem im musikalischen Bereich (erfasst mittels Münchner Musikfragebogen, MUMU). Erwartet wird insgesamt eine größere Zufriedenheit mit der Hörqualität in den Gruppen mit musikbasiertem Zusatztraining. Innerhalb der beiden Musiktherapie-Gruppen werden weitere differenzierte Effekte je nach therapeutischem Schwerpunkt erwartet. So sollte durch die sprachbasierten Interventionen ein stärkerer Zuwachs im Bereich Prosodie und Sprachverständnis erreicht werden, während durch den Fokus auf die auditive Wahrnehmung stärker das Hören in Alltagssituationen (z.B. Geräusche, Richtungshören) gefördert wird.

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