Beschreibung der Studie

Die AOK Baden Württemberg (AOK BW) verfolgt mit ihrem Haus- und FacharztProgramm das Ziel, durch eine bessere Vernetzung der Behandler, durch Fortbildungen der Ärzte und durch Behandlungsinhalte, die den aktuellen medizinischen Wissensstand abbilden, die Behandlung von chronisch erkrankten Menschen zu verbessern. Das FacharztProgramm baut auf dem HausarztProgramm auf. Einer der Facharztverträge ist der sogenannte PNP-Vertrag, der die Versorgung in den Fachgebieten der Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie betrifft. Die Wirksamkeit und der Nutzen des PNP-Vertrages soll im Rahmen dieser Studie überprüft werden. Dazu soll die Behandlung im FacharztProgramm mit der Versorgung im HausarztProgramm und mit der „normalen“ Versorgung ohne Programm (sogenannte Regelversorgung) verglichen werden. Wirksamkeit: Wir möchten überprüfen, ob die Gruppe, die Behandlung im FacharztProgramm (über den PNP-Vertrag) erhält, im Vergleich zu den anderen Gruppen eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität und eine niedriger Belastungen durch Beschwerden erlebt und zufriedener mit der Behandlung ist. Zudem möchten wir überprüfen, ob länger und schwerer erkrankte Personen stärker von der Behandlung im FacharztProgramm profitieren. Bezogen auf den Nutzen des PNP-Vertrages möchten wir überprüfen, ob für die Gruppe, die Behandlung im FacharztProgramm erhält, im Vergleich zu den anderen Gruppen, geringere Kosten für stationäre Aufenthalte und weniger Arbeitsunfähigkeitstage anfallen. Bezogen auf die Behandler möchten wir untersuchen, ob die Behandler, die im FacharztProgramm behandeln, genauere Diagnosen stellen und wie sie die Teilnahme am FacharztProgramm bewerten. Teilnehmen können Versicherte der AOK BW mit Wohnort in Baden-Württemberg, die zum Zeitpunkt der ersten Befragung mindestens 18 Jahre alt sind, in Behandlung bei einem Arzt oder Therapeuten mit Zulassung in Baden-Württemberg sind, keinen Vormund haben und die aufgrund einer der acht fokussierten Erkrankungen erstmals nach mindestens einem Jahr aufgrund der Diagnose arbeitsunfähig geschrieben wurden. Zu den fokussierten Erkrankungen gehören Bipolare Störungen, Depressive Störungen, Angststörungen, Anpassungsstörungen, Somatoforme Störungen, Störungen durch Alkoholmissbrauch, Schizophrenien und Multiple Sklerose. Alle Versicherten, die diese Einschlusskriterien erfüllen, erhalten zu Beginn der Studie und 12 Monate später einen Fragebogen. In den Fragebögen werden die Versicherten gebeten, einige Angaben zu ihrem Befinden und ihren Erfahrungen mit der Behandlung zu machen.

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Studiendetails

Studienziel a) Effektivität: gesundheitsbezogene Lebensqualität, operationalisiert über Patientenratings anhand des Gesundheitsfragebogens SF-36 (Psychischer Summenscore), erhoben beim Studieneinschluss (AU-Schreibung, t0) sowie 12 Monate später (t1), Gruppenvergleich zu t1 b) Kostenvergleichsanalyse: ambulante und stationäre Versorgungskosten sowie die Medikamentenkosten innerhalb eines Jahres nach Diagnosestellung, operationalisiert über Abrechnungsdaten
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 536
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Innovationsausschuss beim G-BA

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Die Stichprobe umfasst Versicherte der AOK BW mit Wohnort in Baden-Württemberg, die in Behandlung bei einem Arzt oder Therapeuten mit Zulassung in Baden-Württemberg sind und die aufgrund einer der acht fokussierten Erkrankungen erstmals nach mindestens einem Jahr aufgrund der Diagnose arbeitsunfähig geschrieben.

Ausschlusskriterien

  • Ausgeschlossen werden Versicherte, die einen Vormund haben. Ebenfalls ausgeschlossen werden Versicherte, die in den letzten 12 Monaten aufgrund einer F-Diagnose bzw. bei der Fokusdiagnose „Multiple Sklerose“ aufgrund der Diagnose Multiple Sklerose arbeitsunfähig geschrieben wurden. Im Nachhinein ausgeschlossen werden Versicherte, die im Befragungszeitraum die Gruppe gewechselt haben (d.h. ihren Vertrag (PNP oder HZV) gekündigt haben oder neu abgeschlossen haben), da diese keiner der drei Gruppen klar zuzuordnen sind.

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Häufig gestellte Fragen

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Die AOK Baden Württemberg (AOK BW) verfolgt mit ihrem Haus- und FacharztProgramm das Ziel, durch eine bessere Vernetzung der Behandler, durch Fortbildungen der Ärzte und durch Behandlungsinhalte, die den aktuellen medizinischen Wissensstand abbilden, die Behandlung von chronisch erkrankten Menschen zu verbessern. Das FacharztProgramm baut auf dem HausarztProgramm auf. Einer der Facharztverträge ist der sogenannte PNP-Vertrag, der die Versorgung in den Fachgebieten der Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie betrifft. Der PNP-Vertrag soll hinsichtlich Effektivität und Kosteneffizienz evaluiert werden. Dazu soll die Behandlung im FacharztProgramm mit der Versorgung im HausarztProgramm und mit der Regelversorgung (Versorgung ohne Programm) verglichen werden. Untersuchungsziel: Evaluation (a) der Effektivität, (b) der Kosten, (c) der Diagnosespezifität sowie (d) der Struktur- und Prozessqualität des PNP-Vertrags am Beispiel von acht psychischen und neurologischen Erkrankungen. Hypothesen und Fragestellungen: a1 Ist die Behandlung von Patienten mit einer der Fokuserkrankungen im Rahmen des PNP-Vertrags effektiver als die Behandlung in der hausarztzentrierten Versorgung (HZV) und der Regelversorgung (Usual Care, UC)? (Hauptfragestellung) a2 Für welche Patienten der acht fokussierten psychischen und neurologischen Erkrankungen erweist sich die Versorgung im PNP-Vertrag als (besonders) effektiv? b1 Können durch die Teilnahme am PNP-Vertrag die Kosten für stationäre Behandlungen aufgrund einer der Fokuserkrankungen reduziert werden? b2 Kann durch die Teilnahme am PNP-Vertrag die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund einer der Fokuserkrankungen reduziert werden? c Kann durch die Teilnahme am PNP-Vertrag eine spezifischere Diagnose im Behandlungsprozess erstellt werden? d Wie bewerten die Behandler den Versorgungsvertrag? Studiendesign: (a) Effektivitätsanalysen: Prospektive kontrollierte quasi-experimentelle Interventionsstudie mit zwei Messzeitpunkten: Erhebung von gesundheitsbezogener Lebensqualität, patientenrelevanter Symptombelastung zu Beginn der Behandlung sowie Patientenzufriedenheit zu t0 (Zeitpunkt der Krankschreibung) sowie 12 Monate später (t1) in der Interventionsgruppe (IG-PNP) und den Kontrollgruppen (Hausarztzentrierte Versorgung, KG-HZV und Regelversorgung, KG-UC) (b) Kostenvergleichsanalysen: Retrospektive Sekundärdatenanalyse unter Verwendung eines quasi-experimentellen Designs: Vergleich der Kosten der Leistungsinanspruchnahme und der Krankengeldzahlungen über einen Zeitraum von 12 Monaten von im PNP-Vertrag eingeschriebenen Versicherten im Vergleich zu den im gleichen Zeitraum durch vergleichbare KGs verursachten Kosten. (c) Analyse der Diagnosespezifität: Explorative, retrospektive Sekundärdatenanalyse: Trendanalyse der Diagnosestellung, stratifiziert nach Interventions- und Kontrollgruppe. (d) Analyse der Struktur- und Prozessqualität: Quantitative Querschnittsbefragung von in den Selektivverträgen beteiligten Behandlern. Primäre und sekundäre Endpunkte: Primärdatenerhebung: primär: gesundheitsbezogene Lebensqualität sekundär: funktionale Gesundheit, krankheitsspezifische Symptombelastung, Patientenzufriedenheit, Behandlerzufriedenheit Sekundärdatenanalyse: primär: Kosten der Leistungsinanspruchnahme sekundär: Arbeitsunfähigkeitstage und Krankengeldzahlungen, Routinediagnosen Statistische Analysen: Kontrolle von Unterschieden zwischen IG-PNP, KG-HZV und KG-UC durch Entropy Balancing. Das EB erfolgt stratifiziert für die Primärdiagnosen bei Diagnosestellung und anhand von Patientencharakteristika (z.B. Alter, Geschlecht, Region, Versicherungsart, Kosten für Behandlungen, psychische Komorbiditäten und Combined Comorbidity Index (CCI) aus ICD-10 Codes für stationäre Aufenthalte). Der CCI wird basierend auf den zu den Krankenhausaufenthalten gehörenden ICD-10 Codes bestimmt, um in der Balancierung ein Maß für die Schwere somatischer Komorbiditäten zu berücksichtigen. (a) Effektivitätsanalysen: lineare gemischte Modelle mit festen Effekten für Gruppe (IG-PNP/KG-HZV/KG-UC) und Lebensqualität zu t0 sowie mit zufälligem Effekt für die behandelnde Arztpraxis, um für eine mögliche Clusterung zu adjustieren; (b) Kostenvergleichsanalyse: Vergleiche zwischen IG-PNP und durch Entropy Balancing gematchten KGs (KG-HZV/KG-UC) mittels generalisierter linearer gemischter Modelle; (c) Analyse der Diagnosespezifität: explorative Analysen zu spezifischen Diagnosen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung und im 12-Monats-Follow-up Zeitraum, stratifiziert nach IG-PNP und KG-HZV bzw. KG-UC; d) Analyse der Struktur- und Prozessqualität: deskriptiv-statistische Analysen. Stichprobe: Die Stichprobe umfasst Versicherte der AOK BW mit Wohnort in Baden-Württemberg, die zum Zeitpunkt der Baseline-Erhebung ≥18 Jahre alt sind, in Behandlung bei einem Arzt oder Therapeuten mit Zulassung in Baden-Württemberg sind, keinen Vormund haben und die aufgrund einer der acht fokussierten Erkrankungen erstmals nach mindestens einem Jahr aufgrund der Diagnose arbeitsunfähig geschrieben wurden, d.h. keine AU-Schreibung in den 12 Monaten vorher aufgrund einer F-Diagnose bzw. bei der Fokusdiagnose „Multiple Sklerose“ keine AU-Schreibung in den 12 Monaten vorher aufgrund der Diagnose Multiple Sklerose. Zu den Fokus-Diagnosen gehören Bipolare Störungen (F31.x), Depressive Störungen (F32.x, F33.x, F34.1), Angststörungen (F40.x, F41.x), Anpassungsstörungen (F43.2), Somatoforme Störungen (F45.x), Störungen durch Alkoholabusus (F10.x), Schizophrenien (F20.x) und Multiple Sklerose (G35.x). Anpassung der Stichprobenkalkulation von N = 1221 auf N = 536: Auf der Basis unserer bisherigen Erfahrung mit ähnlichen Versichertenbefragungen haben wir einen anderen Rücklauf der Zielpopulation erwartet. Da unser erwarteter Rücklauf von 40% deutlich von dem tatsächlichen Rücklauf von ca. 7% abweicht und wir neue Informationen über die ersten Teilnehmenden haben, erstellten wir eine präzisere Fallzahlkalkulation. Die Teststärke wurde hierbei von 0,90 auf 0,80 angepasst. Auf der Basis der ersten 626 Teilnehmenden konnten wir eine präzisere Kalkulation der Anzahl der Ärzte und Ärztinnen pro Gruppe sowie dem Verteilungsverhältnis der Teilnehmenden auf Kontroll- und Interventionsgruppen im Vergleich zum Registrierungszeitpunkt generieren. Die Änderungen sind in den Author comments des Studienprotokolls dargestellt: https://bmcpsychiatry.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12888-018-1914-5/open-peer-review

Quelle

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