Beschreibung der Studie

Personen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung weisen nicht nur im Affekt und in interpersonellen Beziehungen eine starke Instabilität auf, sondern auch in Bezug auf ihr eigenes Selbst-Erleben. Dieses kann in vielfältiger Weise gestört sein. Bekannt ist u.a., dass ca. zwei Drittel aller Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung dissoziative Entfremdungssymptome erleben. Bisher unerforscht ist allerdings, inwieweit diesem Entfremdungserleben ein verändertes Meinhaftigkeits– und Autorschaftserleben zugrunde liegt. Mit Meinhaftigkeitserleben ist hierbei das Zugehörigkeitsgefühl eines Körperteils zum eigenen Selbst gemeint, mit Autorschaftserleben hingegen das Erleben, dass man selbst es ist, der eine Handlung initiiert und im Vollzug dieser Handlung ist. Experimentell untersucht werden können diese beiden Erleben mit Hilfe der „aktiven Rubber Hand Illusion“. In diesem Paradigma wird eine plausibel platzierte, künstliche Hand in raumzeitlicher Nähe zu den tatsächlichen Handbewegungen des Probanden bewegt. Bei ungefähr 60-70% aller Probanden löst dieses experimentelle Vorgehen ein illusionäres Meinhaftigkeits- und Autorschaftserleben aus, so dass die künstliche Hand temporär als Teil des eigenen Körpers erlebt wird. In dieser Studie soll untersucht werden, inwieweit das Meinhaftigkeits- und Autorschaftserleben von Patienten mit einer BPS im Vergleich zu gesunden Menschen verändert ist.

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Studiendetails

Studienziel Meinhaftigkeitserleben SoO (Sense of Ownership) und Autorschaftserleben SoA (Sense of Agency) Fragebogen nach jedem der beiden experimentellen Blöcke
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Department für Psychologie Abteilung Allgemeine Psychologie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Borderline-Patienten:
  • Klinisch vordiagnostizierte Borderline-Persönlichkeitsstörung ohne weitere bekannte schwerwiegende neurologische oder psychiatrische Komorbiditäten (u.a. Sucht).
  • Keine akute Suizidalität
  • Einwilligungsfähigkeit muss gegeben sein (z.B. keine Demenz oder akute Psychose).
  • gesunde Kontrollen:
  • Keine bekannten psychischen oder organischen Erkrankungen, insbesondere keine Seh- oder Höreinschränkungen.

Ausschlusskriterien

  • Probanden mit eingeschränkter Hör- oder Sehfähigkeit, oder einer Spritzenphobie

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Persönlichkeitsstörung und Verhaltensstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Personen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) weisen nicht nur im Affekt und in interpersonellen Beziehungen eine starke Instabilität auf, sondern auch in Bezug auf ihr eigenes Selbst-Erleben. Dieses kann in vielfältiger Weise gestört sein. Bekannt ist u.a., dass ca. zwei Drittel aller BPS-Patienten dissoziative Entfremdungssymptome wie Depersonalisation und Derealisation erleben. Bisher unerforscht ist allerdings, inwieweit diesem Entfremdungserleben ein verändertes Meinhaftigkeits– und Autorschaftserleben zugrunde liegt. Mit Meinhaftigkeitserleben (Sense of Ownership; SoO) ist hierbei das Zugehörigkeitsgefühl eines Körperteils zum eigenen Selbst gemeint, mit Autorschaftserleben (Sense of Agency; SoA) hingegen das Erleben, dass man selbst es ist, der eine Handlung initiiert und im Vollzug dieser Handlung ist. Experimentell untersucht werden SoO und SoA u.a. mit Hilfe der „aktiven Rubber Hand Illusion“. In diesem Paradigma, wird eine plausibel platzierte, künstliche Hand in raumzeitlicher Nähe zu den tatsächlichen Handbewegungen des Probanden bewegt. Bei ungefähr 60-70% aller Probanden löst dieses experimentelle Vorgehen ein illusionäres SoO und SoA Erleben aus, so dass die künstliche Hand temporär als Teil des eigenen körperlichen (SoO) und agentativen Selbst (SoA) erlebt wird. Überdies zeigt sich, dass das Erleben von SoO und SoA partiell experimentell dissoziiert werden kann, sich beide Erleben aber bei zeitgleichem Auftreten auch wechselseitig verstärken können. Das RHI-Paradigma ist mittlerweile in mehr als 80 Studien erprobt worden und kommt zunehmend auch zur Erforschung verschiedener neuropsychologischer und psychiatrischer Störungsbilder zum Einsatz. Bei schizophrenen Patienten konnte bspw. gezeigt werden, dass diese Patienten ein stärkeres RHI-Erleben als gesunde Kontrollen aufweisen, möglicherweise aufgrund einer hyperplastischen neuronalen Körper- und Handlungsrepräsentation. Zur Messung von SoO und SoA während der RHI stehen sowohl subjektive Fragebögen als auch implizite Messmethoden zur Verfügung. Implizit-physiologisch lässt sich SoO bspw. durch einen transienten Anstieg der elektrodermalen Aktivität (EDA) nachweisen, die beobachtbar ist, wenn die – als meinhaftig erlebte – künstliche Hand mit einer Spritze gepiekst wird. Eine implizite Erfassungsmethode für SoA hingegen ist das „Intentional Binding“ Paradigma, welches ins RHI-Pardigma integriert werden kann. Im Intentional Binding Paradigma ist der Proband aufgefordert, Zeitintervallschätzungen zwischen selbst- oder fremd-generierten Tastendrücken und anschließend abgespielten Tönen abzugeben. Eine typische Beobachtung hierbei ist, dass die Zeitintervalle zwischen den selbst-generierten Tastendrücken und nachfolgend abgespielten Töne als subjektiv kürzer erlebt werden als zwischen den fremd-generierten Tastendrücken und nachfolgend abgespielten Tönen. Zielstellung der Studie ist es, zu untersuchen, inwieweit das Erleben von SoO und SoA bei BPS-Patienten verändert ist. Hierzu wird ein bereits bestehender und bei gesunden Kontrollen getesteter RHI-Aufbau verwendet. Es werden subjektive, behaviorale und elektrodermale Daten von BPS-Patienten und gesunden Kontrollen erhoben.

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