Beschreibung der Studie

Apkarian beschrieb 2004 das erste Mal eine Verminderung der Anzahl der Nervenzellen im Stirnlappen und im Thalamus (Sehhügel) bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. Ähnliche Veränderungen wurden danach auch bei Patienten mit anderen chronischen Schmerzsyndromen berichtet. Dabei waren unterschiedliche Hirnarele betroffen, z.B. der Scheitellappen sowie die Insel. Der Scheitellappen ist besonders interessant, da er für die gedankliche Zahlenrepräsentation verantwortlich ist und so die mathematischen Operationen des Menschen ermöglicht. Dehaene hat für diese Aufgabe den Begriff ‚Zahlensinn‘ (‚number sense‘) geprägt. In der Schmerzmedizin ist ein intakter Zahlensinn für die Messung von Schmerzintensitäten mit Skalen notwendig. Eine Studie von Ruscheweyh legt nahe, dass es besonders bei Patienten mit Gelenksschmerzen zu Veränderungen im Scheitellappen kommt. Es kann deshalb vermutet werden, dass es bei entzündlich-rheumathischen Erkrankungen aufgrund der Abnahme der Nervenzellen im Scheitellappen zu Zahlensinnveränderungen kommt. Außerdem ist bei chronisch-entzündlichen Gelenkserkrankungen häufig auch das autonome Nervensystem verändert. So wurde z.B. bei Patienten mit einer rheumatoiden Gelenksentzündung eine verstärkte sympathische Aktivität beobachtet. Es kann somit ebenfalls angenommen werden, dass eine Zahlensinnveränderung aufgrund einer Verringerung der Nervenzelldichte im Scheitellappen mit einer verstärkten Aktivität des sympathischen Nervensystems bei Patienten mit rheumatisch-entzündlichen Schmerzen einhergeht. Diese Aktivitätsverstärkung im sympathischen Anteil des autonomen Nervensystems könnte sich in einer veränderten Aktivität in der Insel niederschlagen. Ziel der Studie ist es evaluieren ob es bei Patienten mit schmerzhaften chronisch-entzündlichen Gelenkserkrankungen verglichen zu gesunden Kontrollen zu Veränderungen des Zahlensinns kommt und ob diese Veränderungen mit funktionellen und/ oder strukturellen Änderungen im Gehirn einhergehen. Hier interessieren uns insbesondere der parietale Kortex und die Insel.

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Studiendetails

Studienziel a) Klinisch-funktionell: Vergleich der Gruppen hinsichtlich des Funktionszustandes des Zahlensinns mittels Zahlenstrahlaufgaben b) Zerebral-funktionell: Charakterisierung von Hirnaktivierungsmustern nach einer Zahlensinnstimulation mittels fMRI c) Anatomisch-strukturell: Messungen der Dichte der grauen Substanz in mit dem Zahlensinn assoziierten Hirnarealen mittels MRI und voxel-based morphometry
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin und SchmerztherapieKlinikum Oldenburg AöR

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alle Teilnehmer: 18 Jahre und älter, flüssiger Umgang mit der deutschen Sprache, Rechtshänder
  • Schmerzgruppe (CS): chronisch-rheumatische Gelenkserkrankungen, >6 Monate dauernde Schmerzen
  • Gesunde Kontrollprobanden (K): keine Schmerzerkrankung

Ausschlusskriterien

  • Ablehnung der Studie, fehlende Einverständniserklärung, Kontraindikation gegen MRT Untersuchungen, Gewicht: >130kg; Alter: >75, Unfähigkeit flach und ruhig zu liegen, Schwangerschaft, Alkohol- oder Drogenkonsum (aktiv oder in der Vorgeschichte), bekannte Dyskalkulie, idiopathischer Rückenschmerz, neurologische Vorerkrankung (Demenz, Epilepsie, Migräne, regelmäßiger starker Kopfschmerz, M. Parkinson, Multiple Sklerose, Myasthenia Gravis, Hirnhautentzündung, neurodegenerative Erkrankung, Schädel-Hirn Trauma, bekannte zerebro-vaskuläre Erkrankung, Schlaganfall), schweres Asthma, schwere COPD, Herzinsuffizienz (>NYHA II), Herzoperation, periphere Verschlusskrankheit (pAVK) Typ II-IV, Herzschrittmacher und/ oder Defibrillator Implantation, dialysepflichtige Niereninsuffizienz, chronische Lebererkrankung (Hepatitis, Leberdekompensation), Krebserkrankung (aktiv oder in der Vorgeschichte), akute Infektionserkrankung (HIV, Tuberkulose), schlecht eingestellte Schilddrüsenerkrankung, psychiatrische Vorerkrankungen (Schizophrenie, schwere Depression, Borderline Persönlichkeitsstörungen)

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum, Oldenburg

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Häufig gestellte Fragen

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Apkarian beschrieb 2004 das erste Mal eine Verminderung der grauen Substanz in der präfrontalen Hirnrinde und im Thalamus bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. Ähnliche Veränderungen wurden danach auch bei Patienten mit anderen chronischen Schmerzsyndromen berichtet. Dabei waren unterschiedliche Hirnarele betroffen, z.B. der parietale sowie der Insel-Kortex. Der parietale Kortex ist besonders interessant, da er für die mentale Zahlenrepräsentation verantwortlich ist und so die mathematischen Operationen des Menschen ermöglicht. Dehaene hat für diese Aufgabe den Begriff ‚Zahlensinn‘ (‚number sense‘) geprägt. In der Schmerzmedizin ist ein intakter Zahlensinn für die Messung von Schmerzintensitäten mit Skalen notwendig. Eine Studie von Ruscheweyh legt nahe, dass es besonders bei Patienten mit Gelenksschmerzen zu Veränderungen im parietalen Kortex kommt. Es kann deshalb vermutet werden, dass es bei entzündlich-rheumathischen Erkrankungen aufgrund der Abnahme der grauen Substanz im Scheitellappen zu Zahlensinnveränderungen kommt. Außerdem ist bei chronisch-entzündlichen Gelenkserkrankungen häufig auch das autonome Nervensystem (ANS) verändert. So wurde z.B. bei Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis eine verstärkte sympathische Aktivität beobachtet. Es kann somit ebenfalls postuliert werden, dass eine Zahlensinnveränderung aufgrund einer Verringerung der Nervenzelldichte im parietalen Kortex mit einer verstärkten Aktivität des sympathischen Nervensystems bei Patienten mit rheumatisch-entzündlichen Schmerzen einhergeht. Diese Aktivitätsverstärkung im sympathischen Anteil des ANS könnte sich in einer veränderten Aktivität des Insel-Kortex niederschlagen.

Quelle

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