Beschreibung der Studie

Laut klinischen Leitlinien sollen Hausärzte/Hausärztinnen ihren rauchenden Patienten/Patientinnen routinemäßig eine Kurzberatung zur Rauchentwöhnung anbieten. Der traditionelle Ansatz zu deren inhaltlicher Gestaltung basiert auf dem "5A" Modell, bei dem der Rauchstatus erfragt (ask), zum Verzicht geraten (advise), die Motivation dazu erfasst (assess), Unterstützung angeboten (assist) und Folgekontakte arrangiert werden (arrange). Das alternative "ABC" Modell, welches bereits in manchen Ländern das 5A Modell ersetzt hat, fokussiert dagegen auf: Abfragen des Rauchstatus (ask), Verzichtsempfehlung (brief advice) und Unterstützungsangebot (cessation support). Das ABC Modell kann im Vergleich zum 5A Modell einfacher, schneller und bei allen Rauchern, unabhängig von deren Motivation, angewendet werden. Vergleichsstudien dazu gibt es bisher allerdings keine. Dieses Projekt fokussiert auf die Weiterentwicklung und Bewertung eines Trainingsprogramms für Hausärzte/Hausärztinnen als Umsetzungsstrategie der Leitlinie zur Behandlung von Tabakabhängigkeit. Ziel der Studie ist zunächst die Befragung zu förderlichen und hinderlichen Faktoren bei der Umsetzung der Trainingsinhalte in die Hausarztpraxis. Darauf aufbauend findet eine Weiterentwicklung und Bewertung der Effekte dieses Trainingsprogramms statt, wobei die beiden Kurzberatungsansätze (5A und ABC) direkt gegeneinander verglichen werden. Durchgeführt wird das Projekt in 48 Hausarztpraxen in Nordrhein-Westfalen. Hierfür werden die Praxen zufällig auf zwei Studiengruppen verteilt: 5A und ABC. Für Hausärzte/Hausärztinnen beider Gruppen wird ein dreistündiges Training nach dem jeweiligen Beratungsmodell organisiert. In einem 4-Wochen Zeitraum (jeweils vor und nach dem Training) werden in den Praxen beider Gruppen - von geschulten wissenschaftlichen Mitarbeitern - bei allen Patienten/ Patientinnen, die zur Studienteilnahme einwilligen, folgende Daten erhoben und verglichen: Rauchstatus und Rauchverhalten, ob eine Kurzberatung während des vorangegangenen Arztbesuchs stattgefunden hat, wie diese Kurzberatung inhaltlich aufgebaut war (5A bzw. ABC) und ob, bzw. welche konkreten Therapieempfehlungen (professionelle Beratung oder Medikamente zur Unterstützung des Rauchstopps) während der Kurzberatung (sofern stattgefunden) ausgesprochen wurden. Alle Teilnehmer/Teilnehmerinnen, die zu diesem Zeitpunkt angeben, gelegentlich oder täglich Tabak zu rauchen, werden in Woche 4, 12 und 26 nach dem Arztbesuch schriftlich nachbefragt. Hierbei werden weitere Ergebnisse ermittelt: unternommene Rauchstoppversuche im Zeitraum zwischen Erstbefragung (Arztbesuch) und Woche 4, 12 und 26, sowie Rauchstatus in Woche 4, 12 und 26 nach dem Besuch, sowie Auslöser des letzten Rauchstoppversuchs (wenn erfolgt) und dabei verwendete Rauchstoppmethoden.

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Studiendetails

Studienziel Rate der rauchenden Patienten/Patientinnen, die bei ihrer Konsultation mit ihrer/m Hausärztin/Hausarzt eine Kurzberatung zur Tabakentwöhnung erhalten haben. Dieser Paramter wird über eine persönlich-mündliche Befragung unmittelbar nach der hausärztlichen Konsultation erhoben.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 2016
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Gesundheit (Federal Ministry of Health)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Tägliches oder gelegentliches Tabakrauchen, Konsultation eines Hausarztes der Studie (Arm 1 oder 2)

Ausschlusskriterien

  • Mangelnde Deutschkenntnisse oder Lesefähigkeit, nicht einwilligungsfähige Patienten (z.B. bei Demenz), Patienten/Patientinnen die aus anderen Gründen nicht befragt werden können (z.B. eingeschränkte visuelle oder auditive Fähigkeiten), Patienten/Patientinnen die den Hausarzt/die Hausärztin nicht persönlich konsultieren

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Psychische Störung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Laut klinischen Leitlinien sollten Hausärzte/ Hausärztinnen ihren rauchenden Patienten/Patientinnen routinemäßig eine Kurzberatung zur Rauchentwöhnung anbieten. Der traditionelle Ansatz zu deren inhaltlicher Gestaltung basiert auf dem "5A" Modell, bei dem der Rauchstatus erfragt (ask), zum Verzicht geraten (advise), die Motivation dazu erfasst (assess), Unterstützung angeboten (assist) und Folgekontakte arrangiert werden (arrange). Das alternative "ABC" Modell, welches bereits in manchen Ländern das 5A Modell ersetzt hat, fokussiert dagegen auf: Abfragen des Rauchstatus (ask), Verzichtsempfehlung (brief advice) und Unterstützungsangebot (cessation support). Das ABC Modell kann im Vergleich zum 5A Modell einfacher, schneller und bei allen Rauchern, unabhängig von deren Motivation, angewendet werden. Vergleichsstudien dazu gibt es bisher keine. Die Studie fokussiert auf die Weiterentwicklung und Evaluation eines Trainingsprogramms zur Kurzberatung von Tabakrauchern als Umsetzungsstrategie zur Implementierung der S3-Leitlinie "Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums" in der hausärztlichen Praxis. Studienziel ist es zunächst, förderliche und hinderliche Faktoren bei der Umsetzung der Trainingsinhalte in die hausärztliche Praxis aufzudecken (Prozessevaluation). Darauf aufbauend findet die Weiterentwicklung und Effektevaluation des Trainingsprogramms statt, wobei beide Kurzberatungsansätze (5A und ABC) miteinander verglichen werden. Im Rahmen einer pragmatischen, zweiarmigen, Cluster-randomisierten Interventionsstudie mit Prä-Post-Messung sollen insgesamt 48 Hausarztpraxen in Nordrhein-Westfalen gleichmäßig auf folgende Studienarme randomisiert werden: Interventionsarm ABC und Interventionsarm 5A. Für die Hausärzte/Hausärztinnen in beiden Interventionsarmen wird ein dreistündiges Training nach dem 5A- vs. ABC- Beratungsmodell organisiert. Die Rekrutierung der Patienten/Patientinnen findet konsekutiv in einem Zeitraum von 4 Wochen vor sowie nach dem Training der Hausärzte/Hausärztinnen statt. Unmittelbar nach der hausärztlichen Konsultation werden bei den Patienten/Patientinnen soziodemographische Daten, Rauchstatus, die Rate (= primärer Endpunkt) und Qualität der erfolgten Kurzberatungen zur Tabakentwöhnung sowie die Rate der hausärztlichen Therapieempfehlungen (pharmakologisch, verhaltenstherapeutisch; = sekundäre Endpunkte) über eine persönlich-mündliche Befragung erhoben. Alle Teilnehmer/Teilnehmerinnen, die zu diesem Zeitpunkt angeben, gelegentlich oder täglich Tabak zu rauchen, werden in Woche 4, 12 und 26 nach der Konsultation schriftlich nachbefragt. Hierbei werden weitere Sekundärendpunkte ermittelt: Anzahl der Rauchstoppversuche, Punktprävalenz-Abstinenzraten, sowie Auslöser des letzten Rauchstoppversuchs (wenn erfolgt) und dabei verwendete Rauchstoppmethoden. Der primäre Endpunkt ist dichotom: Hat bei einem/r Patienten/in eine Kurzberatung stattgefunden (ja oder nein). Die Analysen werden daher mittels logistischer Regressionsmodelle durchgeführt. Da die Daten hierarchisch in Clustern (Praxen) strukturiert sind (Patienten/innen befinden sich innerhalb Praxen) und Unterschiede zwischen Praxen in Bezug auf die Beratungswahrscheinlichkeit zu erwarten sind, kommen Modelle mit gemischten Effekten zur Anwendung.

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