Beschreibung der Studie

Eine Schädigung der Sehbahn oberhalb der Sehnervenkreuzung führt zu einem Gesichtsfeldausfall vor beiden Augen auf derselben Seite (homonyme Hemianopsie). Die häufigsten Ursachen bei Kindern sind eine unter der Geburt erworbene Hirnschädigung, ferner Schlaganfälle, Hirntumoren oder Operationsfolgen, besonders nach epilepsie-chirurgischen Eingriffen. Eine Hemianopsie verursacht eine schwere Behinderung im Alltag, hauptsächlich in Bezug auf die Orientierung im Raum. Es bestehen ein großes Defizit an spezifischer Diagnostik und ein dringender Bedarf an visuellen Rehabilitationsmaßnahmen bei diesen Kindern. In dieser Studie besteht jetzt erstmalig die Möglichkeit, erstens: Den Zusammenhang zwischen der radiologischen Bildgebung und dem tatsächlichen Gesichtsfeldausfall zu verstehen; zweitens: die spontanen kompensatorischen Augenbewegungsstrategien bei Kindern mit Hemianopsie je nach Ursache und Erkrankungsdauer präzise zu untersuchen. Drittens wird die Wirksamkeit und klinische Anwendung einer kompensatorischen Trainingsmethode mittels Such-Augenbewegungen zur Verbesserung der Orientierung untersucht und viertens wird bei hirnchirurgischen Eingriffen bei Epilepsie und Hirntumoren die Sehfunktion vor und nach der Operation untersucht, um damit in Zukunft bessere Voraussagen über eine operationsbedingte Hirnschädigung treffen zu können, und die Anpassung an den Gesichtsfeldausfall zu erfassen. Aufgrund der Komplexität der Grunderkrankung und der schwerwiegenden Schädigung der Kinder ist das Forschungsvorhaben nicht nur von großer wissenschaftlicher Bedeutung, sondern auch im Hinblick auf die patientenorientierte Umsetzung, indem Rehabilitationsmaßnahmen spezifisch eingesetzt werden mit dem letztendlichen Ziel, den Kindern Lebenstüchtigkeit und Teilhabe zu ermöglichen.

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Studiendetails

Studienziel 1. Etablierung von Struktur-Funktions-Beziehungen zwischen Läsionen von Sehbahn und/ oder Sehrinde und dem Gesichtsfeldausfall mittels Auswertung von MRT-Bildern bei der Erstuntersuchung 2. Erfassung der adaptiven Mechanismen bei Kindern mit Hemianopsie vor Training (T1, spontane Adaptation), direkt nach dem Training (T2) und 6 Wochen nach Ende des Trainings (T3): a) Neuro-Ophthalmologische Untersuchung zum Zeitpunkt T1, b) Messung des Gesichtsfeldes (T1) c) Messung der Suchzeiten während des Sakkadentrainings mittels Software-Protokollierung zu Beginn und am Ende des Trainings (zwischen T1 und T2) d) Messung der Augenbewegungen mit infrarot Eye-Tracker während freier Exploration und während Suchaufgaben (T1,T2,T3) e) Messung der Suchzeiten beim "Table Test", bei dem Suchaufgaben mit realen Objekten auf einem Tisch durchgeführt werden (T1,T2,T3) f) Fragebögen zur Lebensqualität: KINDL®, IVI_C, CVAQC-25 (T1,T2,T3) 3. Weiteres Ziel der Studie ist die Entwicklung und Evaluierung eines kindgerechten Sakkaden-Trainingsprogramms für Kinder mit Hemianopsie vor und während des Trainings 4. Als weiteres Ziel sollen nicht nur Kinder mit seit länger bestehender Hemianopsie untersucht werden, sondern auch Kinder mit akut induzierten Hemianopsien (im Rahmen epilepsie-chirurgischer Eingriffe oder nach Hirntumor-Operationen). Bei diesen Kindern soll der zeitliche Verlauf des Gesichtsfeldausfalls und die Entstehung von Kompensationsmechanismen verfolgt werden. PS: wegen geringer Patientenzahl bei Punkt 4 soll dieser Punkt in einer Folgestudie weiter untersucht werden.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Brunenbusch-Stein-Stiftung zur Förderung der medizinischen Forschung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter 6-19 Jahre;
  • Vorliegen von MRT-Befunden;
  • Vermutete bzw. gesicherte Diagnose von Homonymer Hemianopsie oder Quandrantenanopsie;
  • Einwilligung von mindestens einem Elternteil

Ausschlusskriterien

  • Mangelnde Kooperationsfähigkeit

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Sehstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Suprachiasmale Sehbahnschädigungen führen zu homonymen Gesichtsfeldausfällen, meist Hemianopsien und Quadrantenanopsien. Die häufigsten Ursachen bei Kindern sind eine prä- oder perinatal erworbene Hirnschädigung, ferner Schlaganfälle, Hirntumoren oder OP-Folgen, besonders nach epilepsie-chirurgischen Eingriffen. Eine Hemianopsie verursacht eine schwere Behinderung im Alltag, hauptsächlich in Bezug auf die Orientierung im Raum. Es bestehen ein großes Defizit an spezifischer Diagnostik und ein dringender Bedarf an visuellen Rehabilitationsmaßnahmen bei diesen Kindern. In dieser Studie besteht jetzt erstmalig die Möglichkeit, erstens: Struktur-Funktions- Beziehungen (Bildgebung vs. Gesichtsfeld); zweitens: die spontanen kompensatorischen Augenbewegungsstrategien bei Kindern mit Hemianopsie unterschiedlicher Genese und Er-krankungsdauer präzise zu untersuchen. Drittens wird die Wirksamkeit und klinische Anwendung einer kompensatorischen Trainingsmethode (exploratives Sakkadentraining) zur Verbesserung der Orientierung evaluiert und viertens wird bei hirnchirurgischen Eingriffen bei Epilepsie und Hirntumoren die prä- und postoperative Sehfunktion untersucht, um damit in Zukunft bessere Voraussagen über eine operationsbedingte Hirnschädigung treffen zu können, und die Anpassung an den Gesichtsfeldausfall zu erfassen. Aufgrund der Komplexität der Grunderkrankung und der schwerwiegenden Schädigung der Kinder ist das Forschungsvorhaben nicht nur von großer wissenschaftlicher Bedeutung, sondern auch im Hinblick auf die patientenorientierte Umsetzung, indem Rehabilitationsmaßnahmen spezifisch eingesetzt werden mit dem letztendlichen Ziel, den Kindern Lebenstüchtigkeit und Teilhabe zu ermöglichen.

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