Beschreibung der Studie

Der Zweck dieser Studie ist die Untersuchung von Ursachen für eine mögliche Verwirrtheit (Delir) nach einer Operation und das Erkennen von Risikofaktoren für das Delir vor der Operation. Ein Delir beschreibt einen Zustand von Unruhe, Aufgeregtheit und Verwirrtheit, der mit einem erhöhten Risiko an postoperativen Komplikationen vergesellschaftet sein kann. Risikofaktoren können z.B. bestimmte veränderte Blutwerte sein. Sollte durch diese Studie ein weiterer Risikofaktor gefunden werden, könnten in Zukunft bereits frühzeitig prophylaktische Maßnahmen zur Verhinderung eines solchen Delirs ergriffen werden. In die Studie sollen Patienten eingeschlossen werden, die sich einem kardiochirurgischen Eingriff, im besonderen einem aortokoronaren Bypass zwischen der Hauptschlagader (Aorta) und den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) oder einem Klappenersatz an der Hauptschlagader, mit und ohne Herz-Lungen-Maschine unterziehen müssen. Es erfolgen einen Tag vor und bis 5 Tage nach der Operation die Beantwortung von spezifischen Fragebögen durch den Patienten und die Abnahme von Blut zur Bestimmung von Laborparametern.

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Studiendetails

Studienziel Korrelation zwischen der prä/perioperativen Acetyl- bzw. Butyrylcholinesterase Konzentration und dem neuropsychologischen Outcome der Patienten. Neuropsychologisches Outcome, also das Auftreten eines Delirs wird am 1, 2, 3, und 5 postoperativen Tag gemessen – dazu werden die spezifischen Delirfragebögen Nu-DESC und ICDSC verwendet. Parallel werden dazu die Acetyl- und Butyrylcholinesterasekonzentrationen gemessen.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 220
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Palliativ- und Schmerzmedizin; Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Erwachsene, einwilligungsfähige Patienten > 18 Jahre;
  • Kardiochirurgische Operationen:
  • Mit oder ohne Herz-Lungen-Maschine, Patienten, die einen aortokoronaren Bypass- oder eine Aortenklappenoperation bekommen;
  • ASA I - IV

Ausschlusskriterien

  • Fehlende Einwilligung;
  • Demenz;
  • Nicht bestandener Mini Mental Test (MMST);
  • Patienten mit M. Parkinson;
  • Patienten mit M. Alzheimer

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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In der postoperativen Phase gilt das Delir als häufiges Problem im klinischen Alltag. Gerade multimorbide Patienten werden nachhaltig in ihren kognitiven Funktionen gestört und bedürfen auch nach der ersten kritischen Phase häufig intensive Betreuung. Verlängerte Krankenhausverweildauer sowie erhöhte Komplikationsraten durch Wundheilungsstörungen und Pneumonien führen letztendlich zu einer Erhöhung von Mortalität und Morbidität. Daher gilt es bereits frühzeitig ein Delir zu verhindern bzw. zu erkennen, um Langzeitfolgen reduzieren zu können. Kardiochirurgische Patienten müssen sich einem invasiven Eingriff unterziehen und haben ein hohes Risiko (Inzidenz 40 - 50 %) postoperativ ein Delir zu erleiden. Die Patho-physiologie des postoperativen Delirs ist nicht endgültig geklärt, allerdings wird vermutet dass zelluläre Entzündungsprozesse bei der Delirinduktion eine wichtige Rolle spielen. Ein wichtiger Mediator, der diese zentralen Entzündungsprozesse hemmt ist Acetylcholin, das im Rahmen eines negativen feedback-Mechanismus bei einem Anstieg plasmatischer Entzündungsfaktoren vermehrt freigesetzt wird. In diesem Zusammenhang hemmen hohe Acetylcholinspiegel die Freisetzung von wichtigen Entzündungsmediatoren wie NFKappa, TNF-alpha, IL1-Beta, IL6 und IL18. Gleichzeitig führen Plasma Cholinesterasen (Acetylcholinesterase und Butyrylcholinetserase) zu einem frühzeitigen Abbau von Acetylcholin und einer ungehinderten Freisetzung von Entzündungsfaktoren - Folge ist vermutlich die vermehrte Ausbildung eines postoperativen Delirs. In einer kleineren Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass bei Patienten die sich einem Hüft- oder Kniegelenksersatz unterzogen haben die Höhe der präoperativen Plasmacholinesterase–Aktivität und die Inzidenz für ein postoperatives Delir korrelieren. Daten über die Acetyl- und Butyrylcholinesterasekonzentration bei Patienten die sich einem kardiochirurgischen Eingriff unterziehen, der Einfluss des kardiopulmonalen Bypasses während der Operation auf die Plasmacholinesterasekonzentration und eine mögliche Korrelation zwischen der Acetyl- und Butyrylcholinesterasekonzentration mit einem postoperativen Delir bei dieser Patientengruppe sind bisher völlig unbekannt. Fragestellungen: a. Verlauf der Acetyl- und Butyrylcholinesterasekonzentration bei Patienten vor und nach einem kardiochirurgischen Eingriff mit und ohne kardiopulmonalen Bypass (Herz-Lungen-Maschine (HLM)). b. Korrelation zwischen der Acetyl- und Butyrylcholinesterasekonzentration und der frühen Entwicklung eines postoperativen Delirs.

Quelle

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