Beschreibung der Studie

Erosionen werden durch Säuren aus dem Magen oder der Nahrung hervorgerufen.Das kann zu Schmerzen sowie funktionale Einschränkungen führen. Säuren sind zwar eindeutig als Ursache identifiziert worden, allerdings kann klinisch nicht immer ohne weiteres ein klarer Zusammenhang zwischen Häufigkeit und Dauer der Säureeinflüsse und der Schwere der Erosionen hergestellt werden. Es wird angenommen, dass der Speichel eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Erosionen spielt, jedoch fehlt der endgültige Beweis. In einer kleinen Pilotstudie konnte nachgewiesen werden, dass das Auftreten von Erosionen bei Personen mit einer Essstörung in Kombination mit Erbrechen (Bulimie) bestimmte Bestandteile im Speichel besonders aktiv sind (Enzyme). Ob diese Veränderungen nur bei Personen mit Bulimie oder auch bei Personen mit Erosionen, die durch andere Ursachen hervorgerufen wurden, zu finden sind, ist derzeit ungeklärt. Es ist zudem ungeklärt, ob sich neben der Enzymaktivität ebenfalls die Gesamtzusammensetzung des Speichels ändert. Das Ziel der geplanten Studie ist daher zu untersuchen, ob sich die Aktivität von bestimmten Enzymen im Speichel erhöht und sich gleichzeitig die Proteinzusammensetzung ändert. Wie wird die Studie durchgeführt? Nachdem wir Sie umfassend über die Ziele und den Zweck der Studie informiert haben, werden wir schauen, ob Sie für die Teilnahme an der Studie in Frage kommen. Wenn ja, werden wir bei Ihnen einen einfachen zahnärztlichen Befund erheben, Abdrücke vom Oberkiefer und vom Unterkiefer nehmen und Modelle herstellen. Zusätzlich werden wir Ihnen einen Fragebogen aushändigen, in dem wir Ihnen Fragen zu Ihrer Ernährung und zu Medikamenten, die Sie eventuell einnehmen, stellen. Anschließend werden wir Sie bitten, zweimal Speichel zu spenden: Ruhespeichel und Speichel nach Anregung durch Kauen. Der Speichel wird dann der Analyse zugeführt. Es wird die Aktivität von verschiedenen Enzymen und das Vorhandensein von Eiweißen (Proteom) im Speichel gemessen. Zusätzlich wird die Speichelfließrate bestimmt, das heißt, es wird ermittelt wie viel Speichel Sie mit und ohne Anregung durch Kauaktivität produzieren. Außerdem werden an allen Proben der pH-Wert und die Fähigkeit des Speichels Säuren abzupuffern (Pufferkapazität) gemessen.

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Studiendetails

Studienziel Einmalige Messung der Aktivität oraler proteolytischer Enzyme (Pepsin, Trypsin, Speichelkollagenasen, allgemeine proteolytische Aktivität) mit Standardtests zur Enzymaktivität; Einmalige Analyse des Speichelproteoms; Korrelation der Aktivität und der Proteinzusammensetzung mit der Art der einwirkenden Säure und dem Auftreten von Erosionen anhand der BEWE Kriterien in den verschiedenen Gruppen
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 150
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Volljährigkeit, unterschriebene Einverständniserklärung, bei Gruppen, die Erosionen haben: min. in zwei Sextanten BEWE-Score von min. 2

Ausschlusskriterien

  • Karies mit Kavitation, insuffiziente Füllungen mit Dentinbeteiligung, tiefe und entzündete Taschen des Parodonts (min 4 mm mit Blutung), andere Entzündungsprozesse in der Mundhöhle, Allergien gegen die verwendeten zahnärztlichen Materialien

Adressen und Kontakt

Department für ZMK, Zahnerhaltung, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Erosionen werden durch Säuren nicht bakterieller Genese hervorgerufen. Eine häufige Exposition der Zähne zu exogenen (Lebensmittel) oder endogenen (Magen-) Säuren kann ausgeprägte Erosionen, Schmerzen sowie funktionale Einschränkungen hervorrufen. Säuren sind zwar eindeutig als ätiologischer Faktor identifiziert, allerdings fehlt klinisch oftmals die direkte Assoziation zwischen Säureexposition und der Schwere der Defekte. Es wird angenommen, dass der Speichel eine zentrale Rolle in der Erosionsprotektion spielt, jedoch gibt es bis heute keine Evidenz, dass ein verminderter pH-Wert, eine verminderte Speichelfließrate oder Pufferkapazität mit einem erhöhten Erosionsrisiko assoziiert sind. Es konnte allerdings in einer Pilotstudie nachgewiesen werden, dass das Auftreten von Erosionen bei Personen mit Bulimie mit einer Aktivitätserhöhung bestimmter proteolytischer Enzyme im Speichel assoziiert ist. Ob diese Veränderungen nur bei Personen mit Bulimie oder auch bei Personen mit Erosionen anderer Genese zu finden sind, ist derzeit ungeklärt. Es ist zudem ungeklärt, ob sich neben der Enzymaktivität ebenfalls die Gesamtzusammensetzung der Proteinbestandteile des Speichels ändert. Das Ziel der geplanten Studie ist daher zu untersuchen, ob sich die Aktivität proteolytischer Enzyme im Speichel erhöht und sich gleichzeitig die Proteinzusammensetzung sowohl qualitativ als auch quantitativ ändert. Es soll evaluiert werden, ob sich diese Veränderungen gegebenenfalls als Biomarker zur Bestimmung des individuellen Erosionsrisikos eignen. Es sollen Personen mit endogenen (Reflux, Bulimie) sowie exogenen (diätetischen) Erosionen eingeschlossen werden. Zielkriterium ist die Bestimmung des Gesamtproteingehaltes sowie der Aktivität proteolytischer Enzyme (allgemeine proteolytische Aktivität, Kollagenase, Pepsin, Trypsin) des Speichels; zudem soll das Proteom des Speichels von randomisiert ausgewählten Probanden analysiert werden. Als Kontrollparameter dienen Fließrate, pH-Wert, Pufferkapazität sowie die Enzymaktivität von Peroxidase, Lysozym, Amylase.

Quelle

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