Beschreibung der Studie

In Deutschland leben mehr als 2,6 Millionen pflegebedürftige Menschen. Von diesen lebt etwa ein Drittel in Pflegeheimen. Viele Pflegebedürftige weisen aufgrund von Multimorbidität einen hohen Bedarf an medizinischer Versorgung auf. Zugleich ist es für sie aufgrund von eingeschränkter Mobilität und kognitiven Einschränkungen schwer, persönlich einen Arzt aufzusuchen oder dem Heimpersonal die Notwendigkeit eines Arztbesuches mitzuteilen. Es ist jedoch wichtig, dass Pflegebedürftige eine auf den persönlichen Bedarf abgestimmte medizinische Versorgung erhalten. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben und ihre Gesundheit und Lebensqualität fördern bzw. erhalten können. Ziel des Projektes ist es, die Bedarfsgerechtigkeit der medizinischen Versorgung bei PflegeheimbewohnerInnen zu untersuchen und im Falle von Versorgungsdefiziten Lösungsansätze für eine bedarfsgerechtere Versorgung zu entwickeln. Hierfür wird die Versorgungssituation von 500 Pflegebedürftigen im Land Bremen erfasst und bewertet. Gemeinsam mit Pflegebedürftigen, Angehörigen, Heimpersonal und Ärzten wird ein Modellprojekt entwickelt, das zur bedarfsgerechten Versorgung beitragen soll.

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Studiendetails

Studienziel Ziel der Studie ist, die medizinische Versorgung von Pflegebedürftigen in Pflegeheimen zu erfassen, zu bewerten und zu erklären.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 500
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Pflegebedürftige (Alter 60+), die bei der AOK Bremen/Bremerhaven versichert sind und seit mindestens 12 Monaten in einer stationären Pflegeeinrichtung in Bremen/Bremerhaven leben und ihr schriftliches Einverständnis zur Studienteilnahme gegeben haben.

Ausschlusskriterien

  • Es werden diejenigen StudienteilnehmerInnen ausgeschlossen, bei denen nach Abgabe der Einwilligungserklärung Zufallsbefunde (z. B. Demenz oder Depression) aufgedeckt werden und aus denen sich eindeutig schließen lässt, dass der/die TeilnehmerIn zum Zeitpunkt der Einwilligung nicht einwilligungsfähig war.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Gerstenkorn-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

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Eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen liefert einen wichtigen Beitrag für den Erhalt und die Förderung der Gesundheit und Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen. Viele Pflegeheimbewohner*innen weisen aufgrund von Multimorbidität einen hohen Versorgungsbedarf, durch eingeschränkte Mobilität aber gleichzeitig einen erschwerten Zugang zur medizinischen Versorgung auf. Folglich liegt die Vermutung nahe, dass sie nicht angemessen versorgt sind. Bisherige Studien beruhen überwiegend auf Sekundärdaten und bieten daher nicht ausreichend Informationen, um die medizinische Versorgung von Pflegebedürftigen im Hinblick auf Bedarfsgerechtigkeit zu beurteilen. Ziel des Projektes ist der Erkenntnisgewinn über die Bedarfsgerechtigkeit der medizinischen Versorgung Pflegebedürftiger in Pflegeheimen. Hierzu werden zunächst auf Basis von Routinedaten der AOK Bremen/Bremerhaven Unterschiede in der (fach)ärztlichen Versorgung zwischen Pflegebedürftigen in Pflegeheimen, Pflegebedürftigen im ambulanten Bereich und Nicht-Pflegebedürftigen analysiert. Identifizierte Versorgungsunterschiede werden daraufhin mittels standardisierter Assessments im Rahmen einer Primärdatenerhebung auf das Vorliegen von Über- und/oder Unterversorgung bewertet. Vorliegende (nicht) bedarfsgerechte Versorgung wird zum einen anhand von qualitativen ExpertInneninterviews und Fallrekonstruktionen in Fallkonferenzen zu erklären versucht. Zum anderen werden potentielle Erklärungsfaktoren auf Grundlage der verknüpften Primär- und GKV-Routinedaten statistisch analysiert. Die Ergebnisse fließen in Fokusgruppengespräche ein, in denen partizipativ Lösungsansätze für eine bedarfsgerechtere Versorgung entwickelt werden. Basierend auf diesen Lösungsansätzen wird im Rahmen eines Delphi-Verfahrens ein Modellprojekt entwickelt und in einem Pflegeheim pilotiert.

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