Beschreibung der Studie

Cannabismissbrauch- und abhängigkeit sind einer der häufigsten suchtbezogenen Behandlungsgründe in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hohe Rückfallquoten und chronische Verläufe mit schweren Einschränkungen von sozialen Funktionen sind häufig. Dringend notwendig sind daher Behandlungen, die die Rückfallgefahr nach einem Entzug senken. Erste Studien aus der Alkoholforschung zeigen, dass computergestützte Verfahren die das Prinzip der Cognitive Bias Modification (CBM) nutzen, hilfreich sein könnten. Nach dem CBM Prinzip wird das Annährungsverhalten (Approach behavior) hinsichtlich eines Suchtstoffes gezielt abgebaut. Ziel der Studie ist es, die Effekte eines Cannabis-Approach-Avoidance-Trainings (CAAT) zur Veränderung von Annäherungstendenz bei cannabisabhängigen Jugendlichen im Vergleich zu einem Placebotraining zu untersuchen. Hierbei soll ein computer- und App (Tablet) gestütztes CAAT bei jugendlichen Patienten eingesetzt werden, die sich in der Cannabisentzugsbehandlung in der Kinder-und Jugendpsychiatrie Hamm befinden. Wir erwarten, dass sich das Annäherungsverhalten gegenüber cannabis-bezogenen Reizen nach dem Training verringert hat und dadurch weniger Verlangen nach Cannabis bzw. weniger Rückfälle nach sechs Trainingssitzungen sowie drei Monate nach Trainingsabschluss bei den Patienten festzustellen sind.

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Studiendetails

Studienziel Das primäre Zielkriterium stellt die Veränderung der Annäherungstendenz an cannabis-bezogene Stimuli dar. Hierfür wird ein „Cognitive Bias Score“ berechnet, der die Reaktionszeit für die Annäherung an einen cannabis-bezogenen Stimulus von der Reaktionszeit für das Ablehnen eines cannabis-bezogenen Stimulus subtrahiert. Ein positiver Wert spricht für eine Annäherungstendenz an cannabisbezogene Stimuli, ein negativer Wert für eine Vermeidungstendenz. Gleichfalls primäres Zielkriterium sind die Rückfallquote und die Veränderung des Verlangens nach Cannabis direkt nach den 6 Trainingssitzungen und drei Monate nach Abschluss des Trainings. Zur Messung des primären Outcomes (Annährungstendenz an cannabis-bezogene Reize) wird die Approach Avoidance Task (AAT) nach Rinck & Becker (2007) eingesetzt. Bei der AAT werden dem Probanden auf einem Computermonitor bzw. auf dem Tablet Bilder cannabis-bezogener und neutraler Bildreize präsentiert. Die Probanden werden gebeten die Bilder mit Hilfe eines Joysticks bzw. mit einer Wischbewegung auf dem Tablet zu sich heranzuziehen oder von sich wegzuschieben. Das Heranziehen gleicht dabei einer Annäherungsbewegung und vergrößert das Bild, das Wegschieben einer Vermeidungsbewegung, welche das Bild verkleinert. Die Probanden bekommen eine indirekte Instruktion, um möglichst objektiv Annäherungs- und Vermeidungstendenzen zu erfassen. Die Instruktion bezieht sich auf die Rahmenfarbe der Bilder, d.h. der Proband soll sich nicht am Inhalt des Bildes orientieren sondern soll anhand der Rahmenfarbe entscheiden, ob er ein Bild heranzieht (Annäherung) oder wegschiebt (Vermeidung). 50% der cannabisbezogenen und 50% der neutralen Bilder werden weggeschoben bzw. herangezogen. Die Bilder werden quasi-randomisiert, nacheinander präsentiert. Der Proband startet mit 20 Übungsbildern und muss darauf insgesamt 400 Bilder bearbeiten (200 cannabisbezogene und 200 neutrale Bilder). Der AAT wird vor dem Training (Pre), nach 6 Trainingssitzungen (Post) und 3 Monate nach Trainingsabschluss durchgeführt. Desweiteren wird diese AAT Version wird auch als Placebotraining genutzt. Der Cannabiskonsum bzw. das Verlangen wird vor Trainingsbeginn, nach Abschluss der 6 Trainingssitzungen und 3 Monate nach Trainingsabschluss (Follow-up) gemessen. Für die Erfassung des Cannabiskonsums wird der Cannabis Use Disorder Identifikation Test (CUDIT, Adamson & Sellman, 2003) eingesetzt. Der CUDIT ist ein Screeningverfahren, um das Ausmaß des schädlichen Gebrauchs von Cannabis zu erfassen. Für das Verlangen nach Cannabis werden zum einen eine visuelle Analogskala mit den Endpunkten 0 (aktuell kein Verlangen nach Cannabis) bis 100 (aktuell ein sehr starkes Verlangen nach Cannabis) und der Marijuana Craving Questionaire (MCQ, Heishman et al., 2001) eingesetzt.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 144
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle LWL Forschungsinstitut

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Primär Cannabisabhängig, Patient in stationärer Entzugsbehandlung

Ausschlusskriterien

  • Andere primäre substanz-bezogenen Abhängigkeiten, akute Episode einer psychotischen Störung, keine ausreichenden Deutschkenntnisse für das Verständnis des Untersuchungsmaterials

Adressen und Kontakt

LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum, Hamm

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Cannabismissbrauch und -abhängigkeit sind einer der häufigsten suchtspezifischen Behandlungsgründe in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hohe Rückfallquoten und chronifizierende Verläufe mit schweren sozialen Funktionseinschränkungen sind häufig. Dringend notwendig sind daher Interventionen, die die Rückfallgefahr nach Entzug senken. Erste Studien aus der Alkoholforschung zeigen, dass computergestützte Verfahren, wie das „Alcohol Aproach-Avoidance-Training“, mit dem Prinzip der Cognitive Bias Modification (CBM), hilfreich sein könnten. Solche Trainings zielen darauf ab, das Annährungsverhalten hinsichtlich eines Suchtstoffes gezielt abzubauen. In der Alkoholforschung konnte durch den Einsatz von CBM orientierten Trainingsverfahren eine Reduzierung der Rückfallquote bei alkoholabhängigen Erwachsenen in den letzten Jahren nachgewiesen werden. Die Trainings führten zur einer Abnahme der Annäherungstendenz an alkoholbezogene Stimuli und verringerten so die Rückfallquote zum Follow-Up Zeitpunkt der Untersuchungen. Auf Grundlage der vielversprechenden Befunde aus der Alkoholforschung ist das Ziel unseres Studienprojektes in der LWL-Universitätsklinik Hamm, die Effekte eines Cannabis Approach-Avoidance-Trainings (CAAT) zur Veränderung von Annäherungsverhalten bei Jugendlichen mit Cannabisabhängigkeit zu untersuchen. Bisher wurde ein solches Training noch nicht bei cannabisabhängigen Jugendlichen in Deutschland eingesetzt. Mit einem randomisiert kontrollierten Studiendesign soll die Wirksamkeit eines computer- und App- gestützten CAAT zur Modifikation der Aufmerksamkeitslenkung auf suchtbezogene Reize im Vergleich zu einem Placebotraining evaluiert werden. Wir erwarten, dass sich die Annäherungstendenz gegenüber cannabis-bezogenen Reizen nach 6 Trainingssitzungen, in denen systematisch die Vermeidung von cannabis bezogenen Stimuli trainiert wird, signifikant reduziert und so weniger Rückfälle drei Monate nach Trainingsende bei den Patienten festzustellen sind.

Quelle

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