Beschreibung der Studie

Wir möchten herausfinden, welche Erwartungen Personen mit einer Diagnose aus dem Autismus-Spektrum an bestimmte Themen des Erwachsenenseins (z.B. Partnerschaft, Freundschaft, Beruf) haben. Diese Erwartungen vergleichen wir mit den Erwartungen von Kontrollpersonen ohne eine solche Diagnose. Uns interessiert besonders, inwiefern es einen Zusammenhang zwischen eigenen Erwartungen, Erwartungen der anderen und psychischer Gesundheit gibt. Zuletzt untersuchen wir noch, was insbesondere Personen mit einer Diagnose aus dem Autismus-Spektrum hilft, Krisen und Stresssituationen gut zu überstehen. Wir stellen hierzu zunächst schriftlich offene Fragen. Die Antworten auf die Fragen sortieren wir dann und erstellen daraus einen neuen Fragebogen. Mit diesem neuen, kürzeren und weniger offenen Fragebogen können wir dann größere Personengruppen untersuchen. Zusätzlich nutzen wir schon vorhandene Fragebögen, die z.B. psychische Gesundheit und psychische Widerstandsfähigkeit messen. Die genauen Instruktionen sind unmittelbar zu Beginn des Fragebogens angegeben. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass diese Studie nicht der medizinischen Diagnostik dient, sondern der Grundlagenforschung.

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Studiendetails

Studienziel Zum ersten Messzeitpunkt ein Qualitativer Fragebogen zu Erwartungen und Resilienz, zusätzlich Intelligenz (Wortschatztest WST), akute Depressivität (Becks-Depressions-Inventar BDI), Resilienz (Resilienz Skala RS-25), Autismus-Quotient (AQ) und aktuelle psychiatrische Symptome (Symptom-Checkliste SCL-9). Hieraus wird ein quantitativer Fragebogen entwickelt, mit dem weitere Personen untersucht werden.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 450
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Stiftung Irene

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Muttersprache Deutsch, Diagnose aus dem Autismus-Spektrum (nach ICD-10)

Ausschlusskriterien

  • Minderjährige Personen und Personen, die älter als 50 Jahre sind
  • Vorliegen internistischer (maligne Tumorerkrankung, HIV-Infektion) Erkrankungen (Anmerkung zum Ausschlusskriterium der HIV-Infektion: Es werden im Rahmen dieser Studie keine HIV-Tests durchgeführt. Es sollen nur solche Studienteilnehmer ausgeschlossen werden, bei denen eine sichere HIV-Infektion vorbekannt ist. Eine besondere Aufklärungspflicht über die Durchführung eines HIV-Tests entfällt daher),
  • Drogenmissbrauch, andere akute psychiatrische oder neurologische Erkrankungen, akute Suizidalität, eigen- oder fremdgefährdendes Verhalten Erkrankungen (Anmerkung zum Ausschlusskriterium des Drogenmissbrauchs: Es werden im Rahmen dieser Studie keine Drogentests durchgeführt. Es sollen nur solche Studienteilnehmer ausgeschlossen werden, die einen Drogenmissbrauch im Fragebogen angeben. Eine besondere Aufklärungspflicht über die Durchführung eines Drogentests entfällt daher),
  • Fehlende rechtswirksame Einverständniserklärung, nicht geschäftsfähige Personen und Personen in behördlicher oder gerichtlicher Verwahrung (PsychKG, BTG).

Adressen und Kontakt

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Köln

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Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Studien, die das psychosoziale Funktionsniveau von Personen mit (meist frühkindlichem) Autismus mit objektiven Kriterien messen, berichten überwiegend von schlechtem Outcome. Einige Studien betrachten zusätzlich subjektive Erfahrungen der Probanden (Henninger et al., 2013). Sie kommen zu wesentlich positiveren Ergebnissen (Billstedt et al., 2010). Daten von im Erwachsenenalter diagnostizierten Personen mit hochfunktionalem Autismus zeigen, dass diese trotz interaktiver und kommunikativer Schwierigkeiten einen hohen Grad an objektiver psychosozialer Anpassung erreichen können. Dennoch beklagen die Hälfte von ihnen eine Depression in der psychiatrischen Vorgeschichte (Lehnhardt et al., 2011), und etwa 67% wünschen sich Unterstützung im Umgang mit Stress (Gawronski et al. 2011). Warum einige Betroffene komorbid erkranken und andere trotz hohen Risikos in Krisen widerstandsfähig (resilient) bleiben und welcher Zusammenhang zwischen (objektivem und subjektivem) psychosozialem Funktionsniveau und psychischer Resilienz besteht, sind bisher nicht beantwortete Fragen. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, zunächst anhand von Personen mit hochfunktionalem bzw. frühkindlichem Autismus zu untersuchen, inwiefern die Erwartungen der Probanden bezüglich einzelner Themen (i.B. Freundschaft, Partnerschaft, kollegiale Beziehungen) mit den auf gesellschaftlichen Erwartungen beruhenden, „objektiven“ Kriterien übereinstimmen. Gegebenenfalls sollen neue gruppenspezifische Kriterien und Bewertungsmaßstäbe entwickelt werden, die die Besonderheiten der betroffenen Personengruppe berücksichtigen. Es wird ferner untersucht, inwiefern gesellschaftliche Erwartungen (aus denen sich objektive Kriterien ableiten) von den Probanden wahrgenommen werden. Hierzu werden die Erwartungen der Probanden sowie die wahrgenommenen gesellschaftlichen Erwartungen qualitativ erhoben. Aus den Ergebnissen soll ein quantitativer Fragebogen entwickelt werden, der Unterschiede zwischen Personen mit ASS anhand gruppenspezifischer Kriterien misst. Des Weiteren werden Daten zur psychischen Gesundheit und zu Resilienzfaktoren erhoben, um explorativ den Zusammenhang zwischen eigenen und fremden Erwartungen zum psychosozialen Funktionsniveau, Resilienz und psychischer Gesundheit zu untersuchen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien