Beschreibung der Studie

Die geplante Studie untersucht den Zusammenhang zwischen der Formulierung von Fragen zur Erfassung der Selbstwirksamkeit (der Glaube daran, eine Herausforderung aus eigener Kraft heraus meistern zu können, z.B. im Fall dieser Studie körperlich aktiver zu werden) auf die Motivation körperlich aktiv zu sein und die körperliche Aktivität in Abhängigkeit des Alters von Menschen. Es soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit die positive oder negative Formulierung des Fragebogens zur Erfassung der Selbstwirksamkeit einen Einfluss auf die Absicht, körperlich aktiv zu sein hat. Nach der Sozio-Emotionalen Selektivitätstheorie von Laura Carstensen sollten negativ formulierte Aussagen einen eher negativen und positiv formulierte Aussagen einen eher positiven Effekte auf die Motivation körperlich aktiv zu sein haben - jedoch nur bei älteren, nicht bei jüngeren Menschen (da nur ältere Menschen positive Informationen selektiver wahrnehmen der Theorie nach). Um diese Hypothese zu untersuchen, werden im Sommer 2017 BesucherInnen verschiedener Veranstaltungen an der Freie Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin angesprochen, ob sie Interesse haben, an der Studie teilzunehmen. Potentielle Teilnehmende unterzeichnen eine Teilnahmeerklärung bevor sie den Fragebogen ausfüllen, der per Zufall entweder die positiv oder negativ formulierte Version des Selbstwirksamkeitsfragebogens auf Laptops und Tablets anzeigt. Dieser Fragebogen dient sowohl als Eingangsbefragung (es werden auch Alter, subjektives Alter, Geschlecht, Bildung, Körpergröße, Gewicht, vergangene körperliche Aktivität der letzten 7 Tage, Verständlichkeit der Selbstwirksamkeitsitems, Intentionen körperlich aktiv zu sein (primäres Kriterium), Lebenszufriedenheit und depressive Symptome erfasst) als auch als Manipulation (durch die verschiedenen Fragebogenversionen der Selbstwirksamkeitserfassung). Nach Beendigung des Fragebogens können die Teilnehmenden optional an drei Fitnesstests mit Rückmeldung und an einer Preisverlosung teilnehmen. Eine Woche nach dieser ersten Befragung, werden die Teilnehmenden per E-Mail aufgefordert erneut ihre körperliche Aktivität der letzten sieben Tage selbst zu berichten (sekundäres Kriterium). Die Zielstichprobengröße für diese Studie liegt bei 400 Erwachsenen einer weiten Altersspanne.

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Studiendetails

Studienziel Selbstberichtete Intentionen körperlich aktiv zu sein (direkt nach der Beantwortung der verschiedenen Versionen des Selbstwirksamkeitsfragebogens)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 250
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Humboldt-Universität zu Berlin / Institute of Psychology

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Fähigkeit in Deutsch zu lesen und zu schreiben

Ausschlusskriterien

  • Unfähigkeit in Deutsch zu lesen und zu schreiben

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Als wichtiger Prädiktor für körperliche Aktivität hat sich in der empirischen Forschung die Selbstwirksamkeit erwiesen (Warner & French, im Druck). Sie beschreibt die Überzeugung, ein Ziel trotz Schwierigkeiten erreichen zu können und ist ein Kernkonzept der Sozialkognitiven Lerntheorie von Bandura (1986). So konnte körperliche Aktivität in Interventionen stärker gesteigert werden, wenn diese Techniken zur Verhaltensänderung beinhalteten, welche die Selbstwirksamkeit anregten (Williams & French, 2011). Auch gibt es Hinweise dafür, dass die Wichtigkeit der Selbstwirksamkeit mit dem Alter zunimmt (u. a. Schwarzer & Renner, 2000). Eine Möglichkeit, die körperliche Aktivität bei älteren Menschen zu fördern, besteht also darin, ihnen schriftliche Informationen zu geben, die die aktivitätsbezogene Selbstwirksamkeit anregen. Doch nicht jede gesundheitsbezogene Information ist gleich effektiv. Denn die positive oder negative Formulierung von Gesundheitsinformationen hat unterschiedliche Entscheidungen und gesundheitsbezogene Verhaltensweisen, was als Message Framing bezeichnet wird (Akl et al., 2011). Dass die Formulierung von Informationen zur Gesundheitsförderung die körperliche Aktivität beeinflusst, zeigten u.a. Notthoff und Carstensen (2014). In zwei Studien demonstrierten die Autoren, dass Informationen zu den Vorteilen von Bewegung diese bei älteren Menschen effektiver förderten als Informationen zu den möglichen Risiken von Bewegungsarmut. In der Literatur gibt es unseres Erachtens keine Studien dazu, wie sich der Positivitätseffekt auf die Selbstwirksamkeit für körperliche Aktivität auswirkt. Demnach wollen wir in unserer Studie die Ergebnisse der Forschung in den Bereichen Selbstwirksamkeit, körperlicher Aktivität und Message Framing nutzen, um neue Erkenntnisse für die Förderung gesunder Verhaltensweisen zu gewinnen. Die Ergebnisse der Studie sind relevant, um Informations- und Interventionsmaßnahmen zur Steigerung der körperlichen Aktivität bei älteren Menschen effektiver zu gestalten und somit letztendlich Morbiditäts- und Mortalitätsraten bestimmter Krankheiten zu senken. Eine Umformulierung des Fragebogens für Selbstwirksamkeit ist sehr einfach und benötigt wenig Zeit, weshalb es eine kostengünstige und leicht durchzuführende Interventionsmethode darstellen würde.

Quelle

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