Beschreibung der Studie

Regelmäßiger Kakaokonsum kann den Blutdruck und den Gesamt- sowie LDL-Cholesterinspiegel senken, die Insulinwirkung verbessern und darüber hinaus entzündungs- und gerinnungshemmende Wirkungen ausüben. Diese Effekte wurden in zahlreichen Studien nach dem Verzehr von Kakao nachgewiesen, u. a. in Studien mit Typ-2-Diabetikern. Diese Effekte werden den Flavanolen im Kakao zugeschrieben. Kakaoprodukte mit einem Gehalt von mindestens 200 mg Flavanolen pro Tagesportion dürfen nach Genehmigung durch die „European Food Safety Authority“ (EFSA) mit dem Gesundheitsversprechen „unterstützt die Gefäßgesundheit“ beworben werden. Daher sind Kakaoprodukte, die flavanolschonend verarbeitet werden und damit reich an Flavanolen sind, für die Gesundheit von großem Interesse. Das gilt insbesondere für Typ-2-Diabetiker, die einem erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankungen ausgesetzt sind, und die in besonderer Weise von einem regelmäßigen Kakaoverzehr profitieren könnten. Zur Wirkung eines flavanolreichen Kakaos im Rahmen einer Mahlzeit auf den Zucker- und Fettstoffwechsel sowie auf das Herzkreislaufsystem liegen nur wenige Studien vor. Bei Typ-2-Diabetikern, die ein flavanolreiches Kakaoprodukt vor einem oralen Glukosetoleranztest bzw. zusammen mit einem fettreichen Fastfood-Frühstück aufnahmen, waren anschließend beim Blutzucker keine Unterschiede im Vergleich zu einer flavanolarmen Schokolade bzw. eines kakaofreien Getränkes nachweisbar. Jedoch nahm die Gefäßelastizität in beiden Studien nach Konsum des flavanolreichen Kakaoproduktes zu und führte in der Studie mit dem Fastfood-Frühstück zu einem Anstieg des HDL-Cholesterins. Nach Konsum einer mit Epicatechin angereicherten Trinknahrung (Epicatechin zählt zu den Kakaoflavanolen) wurden bei normal- und übergewichtigen Personen (Nicht-Diabetiker) geringere Blutzuckerspiegel beobachtet als nach Verzehr einer Trinknahrung ohne Epicatechin. Die geplante Studie soll zeigen, ob die Aufnahme eines flavanolreichen Kakaopulvers, das mindestens 200 mg Flavanole pro Verzehrportion liefert, mit einem diabetesgerechten Frühstück einen positiven Einfluss auf den Zucker- und Fettstoffwechsel bei Typ-2-Diabetikern hat, und ob der Blutdruck in günstiger Weise beeinflusst wird. Die Studienteilnehmer nehmen an zwei Untersuchungstagen kakaohaltige bzw. kakaofreie Kapseln zusammen mit einem diabetesgerechten Frühstück ein. Die Reihenfolge der Einnahme kakaohaltiger bzw. -freier Kapseln wird ausgelost. Die kakaohaltigen Kapseln liefern 2,5 g eines flavanolreichen Kakaos, die kakaofreien Kapseln enthalten stattdessen mikrokristalline Zellulose. An jedem Untersuchungstag werden morgens nüchtern Blutdruck, Körpergröße, Körpergewicht und Taillen- und Hüftumfang gemessen. Außerdem wird eine bioelektrische Impedanzanalyse zur Bestimmung der Körperzusammensetzung durchgeführt sowie eine Blutprobe entnommen. Zwei und vier Stunden nach der Kapsel- und Frühstückeinnahme wird der Blutdruck gemessen und eine Blutprobe entnommen. Am Tag vor den Untersuchungstagen werden die Teilnehmer gebeten, sich polyphenolarm zu ernähren und den Lebensmittelverzehr mit Hilfe eines Ernährungsprotokolls zu dokumentieren. Daraus wird die Aufnahme an Energie, Nährstoffen und Flavanolen ermittelt.

Passende Studie finden

Studiendetails

Studienziel Blutdruck (systolisch, diastolisch): Messung an beiden Untersuchungstagen vor und 2 und 4 h nach Einnahme des Frühstücks mit den jeweiligen Kapseln
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 12
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Hochschule NiederrheinFachbereich Oecotrophologie

Finden Sie die richtige Diabetes mellitus-Studie

Mithilfe unseres medizinischen Fragebogens finden Sie heraus, ob diese oder eine andere Studie eine Möglichkeit für Sie darstellt.

Richtige Studie finden

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Diabetes mellitus Typ 2 mit diätetischer oder pharmakologischer Behandlung, Diabetesdauer (nach Diagnose) mind. 1 Jahr, stabile Stoffwechseleinstellung (HbA1c von 6,5 – 7,5% unter Berücksichtigung individueller Therapieziele), Hypertonie, Übergewicht/Adipositas gemäß der Gewichtsklassifikation der WHO, Nichtraucher seit mind. 3 Monaten, schriftliches Einverständnis

Ausschlusskriterien

  • Insulintherapie, bekannte Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, die mit Durchfällen bzw. Malabsorption einhergehen, bekannte Allergie gegen Haselnüsse, Anwesenheit eines Herzschrittmacher o. a. implantierte, automatische elektronische Geräte, bekannte bzw. in Kürze geplante Schwangerschaft, übermäßiger Verzehr von Schokolade (> 100 g/Tag), Rotwein (> ein Glas/Tag), Kakao sowie grüner oder schwarzer Tee (> 1 Tasse/Tag), regelmäßige Supplementierung von Vitaminpräparaten oder flavanolreichen Nahrungsergänzungsmitteln

Adressen und Kontakt

Diese Studie ist geschlossen. Finden Sie jetzt eine aktuelle Möglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Regelmäßiger Kakaokonsum kann epidemiologischen Studien zufolge einen Beitrag zur Prävention von Herzkreislauferkrankungen leisten. In Metaanalysen von randomisierten, kontrollierten Interventionsstudien (RCT) wurde nach Kakaokonsum eine Senkung des Blutdrucks, des Gesamt- und LDL-Cholesterols, eine Zunahme der Gefäßelastizität sowie eine Abnahme der Insulinresistenz nachgewiesen. Hierbei wurden unterschiedliche Kollektive untersucht, u. a. auch Typ-2-Diabetiker. Da die kardioprotektiven Wirkungen den Flavanolen im Kakao zugeschrieben werden, sind Kakaoprodukte, die flavanolschonend verarbeitet werden, in präventiver Hinsicht von großem Interesse. Kakaoprodukte, die mindestens 200 mg Flavanole pro Tagesportion enthalten, dürfen mit dem von dem von der “European Food Safety Authority” (EFSA) bewilligtem Health Claim „cocoa flavanols help maintain the elasticity of blood vessels, which contributes to normal blood flow” beworben werden. Zur postprandialen Wirkung von Kakao auf kardiometabolisch relevante Parameter liegen nur wenige RCT vor. Studien an Typ-2-Diabetikern zeigten keine Veränderungen im Glukosestoffwechsel, wenn ein flavanolreiches Kakaoprodukt unmittelbar vor einem oralen Glukosetoleranztest bzw. zusammen mit einem fettreichen Fastfood-Frühstück verabreicht wurde. Jedoch nahm in beiden Studien die Gefäßelastizität durch den Kakao zu und der Verzehr flavanolreicher Kakaoprodukte zum Fastfood-Frühstück führte zu höheren HDL-Cholesterol-Spiegeln als nach Konsum flavanolarmer Schokolade bzw. eines kakaofreien Getränks. Nach Verzehr einer mit Epicatechin angereicherten Trinknahrung wurden bei Normal- und Übergewichtigen (Nicht-Diabetiker), geringere Glukosespiegel festgestellt als nach Verzehr einer nicht mit Epicatechin angereicherten Trinknahrung. Die geplante Studie soll zeigen, ob die Aufnahme eines flavanolreichen Kakaopulvers (mind. 200 mg Flavanole pro Verzehrportion) mit einem diabetesgerechten Frühstücks bei Typ-2-Diabetikern mit stabiler Stoffwechsellage zu einer Senkung des Blutdrucks und der Blutlipide sowie zu einer Verbesserung der diabetischen Stoffwechsellage führt. Im Rahmen einer RCT mit Crossoverdesign nehmen die Probanden an zwei Untersuchungsterminen 2,5 g dieses Kakaopulvers in verkapselter Form auf oder erhalten kakaofreie Kapseln (Placebo) zu einem diabetesgerechten Frühstück. Zwischen den beiden Untersuchungstagen liegt eine Washout-Phase von mindestens 2 Wochen, um Carryover-Effekten ausschließen zu können. Vor der Intervention sowie 2 und 4 Stunden danach werden neben dem Blutdruck (primärer Endpunkt) Parameter des Glukose- und Lipidstoffwechsels (sekundäre Endpunkte) bestimmt und darüber hinaus einige anthropometrische Größen zur Charakterisierung der Probanden (Körpergewicht und -größe, BMI, Taillen- und Hüftumfang). Außerdem wird die Körperzusammensetzung (Fettmasseanteil) mittels Bioelektrischer Impedanzanalyse ermittelt. Die Probanden werden gebeten, am Vortag die Nahrungsaufnahme unter Verwendung eines standardisierten Ernährungsprotokolls zu dokumentieren. Damit wird die Zufuhr an Energie, Nährstoffen und Flavanolen ermittelt.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.