Beschreibung der Studie

Belastungen in der Kindheit erhöhen das Risiko für Erkrankungen im Erwachsenenalter. Möglicherweise sind auch Traumata der Eltern, bereits vor der Zeugung, relevant für das Krankheitsrisiko der Nachkommen. Die CELLO Studie untersucht Menschen, die selbst oder deren Eltern das Schicksal der Vertreibung erfahren haben. Der Verlust von Heimat und die Umstände der Vertreibung waren für viele Menschen, die aus Ostpreußen vertrieben wurden traumatisch. Wir untersuchen also eine größere Gruppe von Vertriebenen bzw. Nachkommen von Vertriebenen aus Ostpreußen sowie eine Kontrollgruppe ohne eigene oder elterliche Vertreibungserfahrung. Im ersten Schritt der Studie prüfen wir, ob das Schicksal der Vertreibung das Risiko für Diabetes mellitus, Depression, Übergewicht und Fehlregulation der Stresshormone moduliert. Falls sich diesbezügliche Zusammenhänge zeigen, versuchen wir mit modernen molekularbiologischen Methoden die Mechanismen zu verstehen. Dabei suchen wir epigenetische Merkmale, die durch frühe Erfahrungen beeinflusst werden. Es handelt sich dabei um Veränderungen der Erbsubstanz DNA, die die "Ablesewahrscheinlichkeit" von einzelnen Genen modulieren.

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Studiendetails

Studienziel Lebenszeitprävalenz von Diabetes mellitus Typ 2 (Fragebogen FindRisk, Medikation), Adipositas (Body mass index), Depression (SKID-Kriterien), Cortisol-Regulationsstörung (Cortisol-Tagesprofil im Speichel)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 800
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • eigene oder elterliche Vertreibungserfahrung

Ausschlusskriterien

Adressen und Kontakt

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Belastungen oder Traumatisierungen in der Schwangerschaft oder frühen Kindheit sind mit einem höheren Risiko für metabolische Veränderungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und Adipositas sowie der Entstehung von psychischen Störungen wie Depressionen verbunden. Darüber hinaus wurde beschrieben, dass die Traumatisierungen in der Kindheit durch epigenetische Mechanismen zu Veränderungen der Genexpression führen, was einen Einfluss auf Umgang mit Stress und Verhaltensweisen und somit auf die Entwicklung von psychischen Störungen im Erwachsenenalter haben kann. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Nachkommengeneration von Traumatisierten wurden ebenfalls beschrieben und werden als „transgenerationale“ Traumata definiert. Yehuda et al. konnten diese transgenerationalen Effekte auf die Nachkommen von Holocaust Überlebenden zeigen und beschreiben eine Häufung von psychischen Störungen wie Depression und Posttraumatischer Belastungsstörung sowie epigenetische Veränderungen wie beispielsweise eine veränderte Methylierung von GR-1F promoter oder FKBP5 in der Generation der Nachkommen. Hinweise für transgenerationale Effekte auf die physische Gesundheit erbrachte die Överkalix Studie, die geschlechterspezifische Unterschiede in der Sterblichkeitsrate der Nachkommen von in Hungerperioden Aufgewachsenen zeigen konnte. Hypothesen: Die Studie prüft die Hypothese, dass schwere Traumatisierungen sowohl in der Generation der direkt Traumatisierten als auch transgenerational in der nachfolgenden Generation mit einem erhöhten Risiko für metabolische Veränderungen (Diabetes Mellitus Typ 2, Adipositas, Veränderung der Aktivität des Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems) und psychischen Störungen (Depressive Störung) verbunden sind. Ausschließlich falls Hypothese 1 bestätigt wird, wird in einem zweiten Schritt die Hypothese 2 geprüft werden, dass epigenetische Veränderungen bei Traumatisierten oder transgenerational bei deren Nachkommen nachzuweisen sind. Zielpopulation: Über den Kontakt zu Vertriebenenverbänden sollen eine Gesamtgruppe (N=400) rekrutiert werden, die sich zusammensetzt aus Personen, die entweder a) selber im Rahmen ihrer eigenen Vertreibung während des zweiten Weltkrieges eine Traumatisierung erfahren haben oder b) Nachkommen von aus Ostpreußen Vertriebenen sind. Eine im Hinblick auf Alter parallelisierte Gruppe von 200 Probanden soll als Kontrollgruppe dienen.

Quelle

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