Beschreibung der Studie

Es handelt sich um eine Studie, die zu einem erweiterten Verständnis der neuroendokrinolo-gischen Veränderungen bei Alkoholab-hängigkeit (insbesondere der appetit- und volumenregulierenden Hormone) beitragen soll. In erster Linie wollen wir in dieser Studie untersuchen, welchen Einfluss diese Hormone auf die Entstehung von Alkoholverlangen bei alkoholabhängigen Patienten nach einer Entgiftung haben. Zu-sätzlich wollen wir prüfen, ob sich die Konzentrationen dieser Hormone im Blut bei alkoholabhängen Patienten von den Werten von gesunden Personen unterscheiden. Ein größeres Verständnis über die Rolle der appetit- und volumenregulierenden Hormone bei der Entstehung von Alkoholverlangen kann helfen, verbesserte Therapieoptionen zur Vermeidung von Rückfällen bei Alkoholabhängigkeit zu entwickeln.

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Studiendetails

Studienziel Veränderung der Alkoholcravings durch die forcierte Volumenaufnahme gemessen mit einer visuellen Analog SKala nach 10, 20, 30, 40, 50, 60, 75, 90 und 120 Minuten nach einer Alkoholexposition.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Klinik für abhängiges Verhalten und Suchtmedizin Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter zwischen 18 und 65 Jahren.
  • Männliches Geschlecht
  • Patienten aus der Interventions- und Kontrollgruppe I: Diagnose einer Alko-holabhängigkeit nach ICD 10 und DSM-V
  • Ausreichende Fähigkeit, sich mit dem jeweiligen Studienmitarbeiter zu ver-ständigen, Fragen zu beantworten bzw. Fragebögen zu bearbeiten
  • Fähigkeit zur Zustimmung nach ausführlicher schriftlicher Aufklärung
  • Vorliegende schriftliche Zustimmung nach ausführlicher Aufklärung

Ausschlusskriterien

  • Weibliches Geschlecht
  • Vorliegen einer Achse I- Störung nach ICD-10 und DSM V außer einer Ni-kotinabhängigkeit oder eines Missbrauchs von Nikotin (und Alkoholabhängigkeit in der Interventionsgruppe und der Kontrollgruppe I)
  • aktuelle psychotrope Medikation
  • internistische Vorerkrankungen, die eine Kontraindikation gegen die forcierte Volumenaufnahme darstellen
  • Bei alkoholabhängigen Patienten: Entzugskrampfanfällen und Delirien
  • Bei gesunden Kontrollprobanden: aktuell oder anamnestisch bekannte Alkoholabhängigkeit oder schädlicher Gebrauch von Alkohol
  • Vorliegen von Suizidalität und Fremdgefährdung
  • Derzeitiger Drogenmissbrauch außer Nikotin

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Psychische Störung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Auch wenn in den vergangenen beiden Jahrzehnten große Fortschritte in der psychotherapeutischen und pharmakologischen Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen zu verzeichnen sind, liegen die Rückfallraten nach Behandlung nach wie vor hoch und betroffene Patienten erleben oftmals einen langjährigen Chronifizierungsprozess ihrer Erkrankung. Neben den individuellen Konsequenzen für die Betroffenen sind die ökonomischen Belastungen durch Alkoholkonsum enorm. Der volkswirtschaftliche Schaden bedingt durch alkoholbezogene Erkrankungen wird in Deutschland pro Jahr auf ca. 26,7 Mrd. € geschätzt. Neben anderen Einflussfaktoren wie der Konfrontation mit alkoholassoziierten Reizen sind neuroendokrinologische Veränderungen an Entstehung und Aufrechterhaltung der Alkoholabhängigkeit beteiligt. Erniedrigte Plasmakortisolspiegel sind z. B. mit erhöhtem Alkoholverlangen (craving) assoziiert und auch die Peptide der appetit- und volumenregulierenden Systeme beeinflussen die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Alkoholabhängigkeit. So konnte z. B. ein Zusammenhang zwischen Leptin-Plasmaspiegeln und von den Patienten subjektiv erlebtem Craving demonstriert werden. Für das ebenfalls appetitregulierende Peptid Ghrelin, dessen Ausschüttung u. a. von Dehnungsreizen des Magens abhängt, fanden sich Hinweise, dass es in der frühen Alkoholabstinenz die Entstehung von Alkoholverlangen beeinflusst. Auch für die volumenregulierenden Peptide Vasopressin und atrionatriuretisches Peptid (ANP) konnte gezeigt werden, dass diese Cravingprozesse bei alkoholabhängigen Patienten modulieren. Die Systeme der appetit- und volumenregulierenden Peptide stellen also wichtige Einflussfaktoren dar, über die Alkoholverlangen bei alkoholabhängigen Patienten moduliert und somit die Rückfallgefahr reduziert werden kann. Klinisch ist bekannt, dass Alkoholverlangen durch das Trinken einer größeren Menge Wasser gemindert werden kann. Eine akute Volumenaufnahme (Wasser) führt u. a. vermittelt über Dehnungsrezeptoren des Magens (Ghrelin) und des rechten Herzvorhofs (ANP) zu einer Reduktion des Ghrelinplasmaspiegels und zu einer Erhöhung des Plasmaspiegels des diuretisch wirksamen ANPs. Die Konzentration des antidiuretisch wirksamen Vasopressin wird verringert. Aus den oben zitierten Studien ist bekannt, dass die Plasmaspiegel des acetylierten Ghrelins positiv mit Alkoholverlangen assoziiert sind, wohingegen ANP-Plasmaspiegel negativ mit Alkoholcraving korreliert sind. Es ist also zu erwarten, dass eine akute Volumenaufnahme über den Einfluss auf diese beiden Systeme zu einer Reduktion des Alkoholverlangens bei den Patienten führt. Die geplante Untersuchung soll an alkoholabhängigen männlichen Probanden und psychisch gesunden, nicht alkoholabhängigen männlichen Kontrollprobanden zwischen 18 und 65 Jahren durchgeführt werden. Die alkoholabhängigen Probanden werden in der frühen Abstinenz; ca. am 5. Tag der Entgiftung, nach Ausschleichen der entzugsdämpfenden Medikation untersucht. Untersucht werden soll, ob eine forcierte Volumenaufnahme (1l Wasser in 10 min) bei den Probanden zu einer Veränderung der Plasmaspiegel der appetit- und volumenregulierenden Peptide Ghrelin, Leptin, ANP und Vasopressin, sowie von ACTH und Cortisol führt und ob diese Veränderung bei den alkoholabhängigen Probanden mit einer Veränderung des subjektiven Suchtdrucks assoziiert ist. Von dieser Studie ist zu erwarten, dass sie zu einer Erweiterung der Erkenntnisse hinsichtlich neuroendokrinologischer Veränderungen in den appetit- und volumenregulierenden Systemen bei alkoholabhängigen Patienten führen wird, die nicht nur ätiologisch, sondern auch bezüglich therapeutischer Ansätze bei der Behandlung der Alkoholabhängigkeit von Interesse sind. Durch die Identifikation von neuroendokrinologischen Mechanismen, die einen spezifischen Einfluss auf die Entstehung von Alkoholverlangen bei Alkoholikern in der frühen Abstinenz haben, kann langfristig eine verbesserte Versorgung von Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit und eine Reduktion der Rückfallwahrscheinlichkeit gewährleistet werden.

Quelle

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