Beschreibung der Studie

Die Tiefe Hirnstimulation ist ein anerkanntes operatives Verfahren zur Behandlung des Parkinson-Syndroms, das zur Verbesserung der motorischen Fähigkeit verwendet wird. Die Verfahrensweise, die auch als "Hirnschrittmacher" bezeichnet wird, kann allerdings neben der verbesserten Bewegungsfähigkeit Auswirkungen auf Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen und damit auch auf den Alltag der Betroffenen haben. Dies kann zur Folge haben, dass einige Betroffene beispielsweise nicht mehr in der Lage sind, ihren Beruf auszuüben. Wie genau sich dieser Einfluss eines "Hirnschrittmachers" auf das Sozialverhalten äußern kann und was mögliche Gründe für diese Veränderungen sind, möchten wir mit der vorgestellten Studie untersuchen. Hierzu werden Parkinson-Syndrom-Patienten mit und ohne "Hirnschrittmacher" sowie eine Gruppe gesunder Teilnehmer mithilfe von neuropsychologischen Tests, Fragebögen und einer computerbasierten Aufgabe getestet. Dabei sollen Änderungen des Sozialverhaltens, die dem operativen Verfahren zuzuschreiben sein könnten, entdeckt werden. Nach dem ersten Termin erfolgt die zweite Testung nach 3 Monaten und die dritte nach 12 Monaten. Erkenntnisse dieser Studie können dabei helfen die Tiefe Hirnstimulation als Therapiemethode besser zu verstehen, und damit wichtige Konsequenzen für Forschung und die operative Anwendung der Tiefen Hirnstimulation hervorbringen.

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Studiendetails

Studienziel Soziale Maladaption, gemessen mit: Selbsteinschätzung und Risikobereitschaft im sozialen Kontext, Reading the Mind in the Eyes Test, Ultimatum game, Emotionale Kompetenz Fragebogen, NEO-FFI, DASS, Mild Behavioral Cecklist; Durchführung aller Tests und Fragebögen zu allen drei Messzeitpunkten (unmittelbar vor der STN-THS Operation, sowie 3 und 12 Monate nach erfolgter Operation)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 96
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Medizinische Psychologie, Uniklinik Köln

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien IPS-Patienten mit STN-THS
  • Klinische Diagnose eines idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS) (UK Brain Bank Criteria, Hughes et al., 1992)
  • Geplante STN-THS Operation
  • Patienten bis zu einem Alter von 80 Jahren
  • Patienten mit einem MMST-Wert von mindestens 25 Punkten
  • Patienten müssen einwilligungsfähig sein und eine Einwilligungserklärung unterschreiben
  • Deutsch als Muttersprache
  • Einschlusskriterien IPS-Patienten ohne STN-THS
  • Klinische Diagnose eines idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS) (UK Brain Bank Criteria, Hughes et al., 1992)
  • Einschlusskriterien gesunde Probanden
  • Männer und Frauen bis zu einem Alter von 80 Jahren
  • Probanden mit einem MMST-Wert von mindestens 25 Punkten
  • Probanden müssen einwilligungsfähig sein und eine Einwilligungserklärung unterschreiben

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien IPS-Patienten
  • Neurologische Vorerkrankungen mit neuropsychologischen/-psychiatrischen Symptomen (außer Morbus Parkinson) oder struktureller zerebraler Hirnschädigung
  • Psychiatrische Vorerkrankungen
  • Drogen-/Medikamentenabhängigkeit und/oder Alkoholabhängigkeit
  • Patienten mit stark vorangeschrittenem Krankheitsstadium (Stadium V Hoehn & Yahr)
  • Dementielles Syndrom (MMST < 25)
  • Patienten, die aufgrund anderer Erkrankungen Medikamente einnehmen müssen, die die Ergebnisse beeinflussen könnten
  • Ausschlusskriterien gesunde Probanden
  • Probanden mit einer klinischen Diagnose eines IPS
  • Neurologische oder psychiatrische Vorerkrankung
  • Probanden, die an einer Kognition beeinträchtigenden Erkrankung leiden (z.B. vaskuläre Demenz)
  • Eine Woche vor Beginn der Testung: Einnahme von Substanzen oder Medikamenten, die eine Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben

Adressen und Kontakt

Medizinische Psychologie: Neuropsychologie und Gender Studies, Köln

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Die Tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein etabliertes operatives Verfahren zur symptomatischen Therapie des idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS). Eine Vielzahl von Studien konnte die Wirksamkeit der THS zur Verbesserung der motorischen Funktion und eine daraus resultierende erhöhte Lebensqualität nachweisen (Deuschl, et al., 2006). In der Regel kann nach der Operation die Parkinsonmedikation deutlich reduziert werden (Lhommée et al., 2012). Neben der signifikant verbesserten Motorik hat sich jedoch auch gezeigt, dass sich kognitive Funktionen verschlechtern können und Patienten häufig nicht mehr ins Berufsleben zurückkehren können (sofern sie sich noch nicht im Ruhestand befanden) (Schüpbach et al., 2006). Welche kognitiven und sozialen Veränderungen dies sind und was genau diese Symptome verursacht, ist Gegenstand aktueller Forschung. Mit der hier vorgestellten Studie möchten wir das Sozialverhalten bei IPS-Patienten mit THS im Bereich des Nucleus subthalamicus (STN) und IPS-Patienten ohne THS untersuchen und mögliche Determinanten der Änderungen (soziodemographische, (neuro-)psychologische, klinische, bei THS-Patienten elektrodenspezifische Parameter) bestimmen. Ein Verständnis dieser Mechanismen kann als Grundlage für Interventionen bzw. die Berücksichtigung entsprechender THS OP-Parameter fungieren. Der Erkenntnisgewinn aus dieser Studie ist daher sowohl für die praktische Anwendung der THS als auch für die (sozial-)kognitive Grundlagenforschung von großem Interesse. DIe Stichprobe besteht aus drei unterschiedlichen Gruppen: Parkinson-Patienten mit STN-THS, Parkinson-Patienten ohne STN-THS sowie gesunde Probanden. Jede der drei Gruppen wird zu drei Zeitpunkten untersucht: unmittelbar vor der THS-Operation, 3 bzw. 12 Monate nach erfolgter Operation.

Quelle

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