Beschreibung der Studie

Etwa 8% der Bevölkerung Deutschlands leiden an einem Diabetes mellitus Typ 2. Da eine erhebliche Dunkelziffer an nicht diagnostizierten Fällen vorliegen dürfte, wird insgesamt damit gerechnet, dass möglicherweise sogar mehr als 10% betroffen sind. Man weiß heute, dass ein Diabetes mellitus mit schwerwiegenden Komplikationen wie Nervenschädigung, Gefäßverkalkung, Nierenversagen oder Erblindung einhergehen kann. Es ist auch bekannt, dass Patienten, die operiert werden müssen, häufiger Komplikationen haben, wenn sie an einem Diabetes leiden. Diese seit langem bekannten Ergebnisse können jedoch nicht einfach auf Arbeitsunfälle und deren Folgen übertragen werden, da sich Versicherte der gesetzlichen Unfallversicherungen hinsichtlich des Alters und möglicher Begleiterkrankungen von anderen Patientengruppen unterscheiden. Im Rahmen der vorliegenden Studie soll daher untersucht werden, wie häufig unter Verunfallten ein Diabetes oder seine Vorformen vorliegen, bei wie vielen Betroffenen ggf. bereits Komplikationen eingetreten sind und ob ein Diabetes oder seine Komplikationen den Verlauf der Behandlung ungünstig beeinflussen.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Abschätzung der relativen Häufigkeit eines Diabetes unter Patienten mit Arbeitsunfällen, die einer stationären Behandlung bedürfen, im Vergleich zu einer alters-, geschlechts- und BMI-gematchten Normalpopulation
Status Teilnahme nur nach Einladung
Zahl teilnehmender Patienten 300
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Epidemiologische Studie
Finanzierungsquelle Georgius Agricola Stiftung Ruhr

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Retrospektiv (Protokoll A) und prospektiv (Protokoll B):
  • Stationäre Aufnahme oder Übernahme (nach Sekundärverlegung) wegen eines
  • ber die gesetzliche Unfallversicherung getragenen Arbeitsunfalls.
  • Alter zwischen 18 und 65 Jahren.

Ausschlusskriterien

  • Retrospektiv (Protokoll A):
  • Fehlende Daten zur Glukose-Homöostase.
  • Prospektiv (Protokoll B):
  • Fehlende Einverständniserklärung
  • Insuffiziente Kenntnisse der deutschen Sprache oder andere Kommunikationsprobleme
  • Schwerwiegende kognitive oder psychiatrische Einschränkung
  • Aktuelle maligne Erkrankung
  • Schwangerschaft
  • Andere neurologische Erkrankungen (Hirninfarkt, Demenz,
  • Querschnittlähmung, Multiple Sklerose, Parkinson-Syndrom, Spinalkanalstenose,
  • Epilepsie mit antikonvulsiver Behandlung)
  • Ausschlusskriterien für bestimmte Untersuchungsverfahren des Protokolls B:
  • Kontraindikationen für einzelne Untersuchungen wie Quantitativ sensorische
  • Testung (QST) oder confocale corneale Mikroskopie (CCM) (in diesem Falle
  • wird auf die jeweilige Untersuchung verzichtet):
  • QST:
  • Hauterkrankungen im Messareal
  • lokale Behandlung im Untersuchungsareal mit topischen Lokalanästhetika (≤ 7
  • Tage in den letzten 6 Wochen oder > 7 Tagen in den letzten 4 Monaten) oder mit
  • Capsaicin (in den letzten 6 Monaten)
  • ausgeprägte Überempfindlichkeit/ Allodynie
  • CCM:
  • Hornhautverpflanzung (Keratoplastik)
  • Augenoperation mit konjunktivaler oder kornealer Beteiligung (z.B. Katarakt-
  • innerhalb der letzten 3 Monate
  • Augenzittern (Nystagmus)
  • zu erwartende mangelnde Kooperation

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Diabetes mellitus-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Ein Diabetes mellitus Typ 2 ist eine häufige Erkrankung, die mit einer erheblichen Komplikationsrate und Übersterblichkeit assoziiert ist. Dies gilt auch für den Diabetes als Nebendiagnose. Seit langem ist bekannt, dass Komplikationen operativ behandelter Patienten in wesentlichem Ausmaße durch einen Diabetes mellitus begünstigt werden. Allerdings können die umfangreichen Ergebnisse vorliegender Studien nicht einfach auf das berufsgenossenschaftliche Heilverfahren übertragen werden, da sich die Altersstruktur und die Morbidität von arbeitsfähigen Versicherten der gesetzlichen Unfallversicherung erheblich von einer typischen Population aus Krankenhauspatienten unterscheiden werden. Auch Daten zur Häufigkeit von Arbeitsunfällen bei Diabetikern und eines Diabetes unter Verunfallten sind von hoher berufsgenossenschaftlicher Relevanz, liegen aber entweder gar nicht oder nur in unzureichendem Umfang vor. Schließlich muss geklärt werden, über welchen Mechanismus (Stoffwechseleinstellung, Form der Medikation, mögliche Folgeerkrankungen) ein Diabetes bei Verunfallten zu einer Verschlechterung der Prognose führt, da mit diesem Wissen gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Ergebnisqualität implementiert werden können. Zur Klärung dieser Fragen ist ein Verbund aus einer retrospektiven Datenauswertung (Protokoll A) und einer prospektiven Studie (Protokoll B) vorgesehen. Retrospektiv werden die Häufigkeit eines Diabetes bei Verunfallten der gesetzlichen Unfallversicherung und die kurzfristige Prognose der Erkrankung erhoben. Eine prospektive Studie an etwa insgesamt etwa 150 Diabetikern und nach Alter, Geschlecht und Traumaschwere gematchten Nicht-Diabetikern soll den Verlauf des Heilverfahrens im Gruppenvergleich und im Rahmen einer multivariablen Prädiktionsstudie mögliche Mechanismen, über die der Diabetes zu einer Verschlechterung der Prognose führt, identifizieren. Das Design der beiden verbundenen Studien ist so ausgelegt, dass sie bei Wahrung der informationellen Selbstbestimmung ein Maximum an Information liefern. Hauptzielkriterien, an denen auch die Fallzahlberechnung ausgerichtet wurde, sind die Häufigkeit eines Diabetes mellitus im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren im Vergleich mit Normalpopulationen und die Komplikationsrate von Diabetikern verglichen zu Nichtdiabetikern. Weitere Neben-Fragestellungen werden explorativ untersucht. Die Ergebnisse des Projekts stellen epidemiologische Basisinformationen und Ausgangspunkte zur Verbesserung der Behandlungsqualität im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren und zur optimierten Planung von Ressourcen bereit. Darüber hinaus sollen sie aktualisierte Grundlagen für das Gutachtenwesen liefern.

Quelle

Sponsor oder Studienarzt? Kontaktieren Sie uns, um Ihre Informationen zu ändern oder zu vervollständigen.