Beschreibung der Studie

Der hohe Leistungsdruck und die erhöhten subjektiven Stressoren in vielen Berufen, besonders in medizinischen Heilberufen und speziell unter den Ärzten, führen häufig zu emotionaler Erschöpfung, dem Gefühl von Überforderung und Frustration. Als Folge der privaten und beruflichen Stressoren kann die erhöhte Substanzabhängigkeit und Suizidrate der Ärzte herangezogen werden (Mayer-Winter, I., Burnout-what really is behind of it all in the health care system? ANASTHESIOLOGIE & INTENSIVMEDIZIN, 2016. 57: p. 292-296). Die Prävalenz für Substanzabhängigkeit unter Ärzten wird mit 10-15 % angegeben (Reimer, C., et al., Zur Problematik der Suchtgefährdung von berufstätigen Medizinern. Psychotherapeut, 2001. 46(6): p. 376-385). Die Suizidraten für Mediziner werden zwischen 1,3 bis 3,4-mal höher, von Medizinerinnen sogar 2,5 bis 5,7-mal höher angegeben als in der Allgemeinbevölkerung. Verglichen mit den verschiedenen Fachrichtungen finden sich unter Anästhesisten und Psychiatern die höchsten Suizidraten (Reimer, C., S. Trinkaus, and H.B. Jurkat, [Suicidal tendencies of physicians -- an overview]. Psychiatr Prax, 2005. 32(8): p. 381-5). Im Speziellen ist das Berufsbild des Anästhesisten durch kurze stressintensive Phasen in der Patientenüberwachung während der Operation geprägt, in welchen das gesunde Überleben des Patienten mit den Fertigkeiten des Anästhesisten zusammenhängt. Im Laufe einer Narkoseeinleitung, Narkoseüberwachung und Narkoseausleitung können sich diese stressintensiven Phasen mehrfach wiederholen oder auch anhalten. Weiterhin ist die Bereitschaftsdienstzeit der Anästhesisten häufig mit großer Arbeitsbelastung verbunden, so dass Anästhesisten durch den Wechsel von stressintensiven Phasen und stressarmen Phasen besonders gut für eine Untersuchung zur Stressbelastung eignet. Im Rahmen der Strategien für Stressbewältigung und Stressresistenz (= Resilienz) hat sich das sogenannte „MBSR-Trainingsprogramm“ (Mindfulness-based Stress Reduction, dt: achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung) als eine effektive und nachhaltige Intervention weltweit erfolgreich etabliert. Das standardisierte MBSR-Training wird seit über 30 Jahren in unterschiedlichen Populationen - insbesondere auch bei Ärzten und Ärztinnen, Pflegenden und Medizinstudierenden - erforscht. Inzwischen existiert eine breite Basis wissenschaftlicher Evidenz durch klinische (randomisierte) Studien und systematische Reviews. Die Fragestellung des hier vorgestellten Projekts ist, ob kurze Interventionen zur Stressbewältigung, welche im Arbeitsalltag eingebaut werden können, eine Reduktion der Stressparameter bewirken und damit die Stressbewältigung, Stressresistenz, sowie die Gesundheit für Anästhesisten erhöhen können.

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Studiendetails

Studienziel Verbesserung der subjektiven Stressparameter gemessen mit Fragebögen (WHO-5 Wohlbefindlichkeitsskala, MBI-22 Maslach Burn out Index, PSS- 10 Perceived Stress Scale, RS-11 Resilienzskala). Verbesserung der objektiven Stressparameter gemessen anhand der Herzfrequenzsvariabilität (nach Ruhephase und nach kurzer Belastung), sowie der Haarkortisolkonzentration. Die Messungen erfolgen im Verlauf. Die erste Messung vor Intervention, die zweite Messung direkt nach Intervention, die dritte Messung drei Monate nach Intervention und die vierte Messung 6 Monate nach Intervention.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 4
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum MannheimKlinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedzin, Schmerzzentrum
Weitere Informationen Studienwebseite

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Anästhesistinnen und Anästhesisten im Bereich der operativen Anästhesie

Ausschlusskriterien

  • Dauertherapie mit cortisolhaltigen Medikamenten, Erkrankungen mit Störungen des Cortisolhaushalts (Hyper- und Hypocortisolismus), Schwangere im dritten Trimenon, manifeste Herzrhythmusstörungen sowie einnahme von Antiarhythmika

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Der hohe Leistungsdruck und die erhöhten subjektiven Stressoren in vielen Berufen, besonders in medizinischen Heilberufen und speziell unter den Ärzten, führen häufig zu emotionaler Erschöpfung, dem Gefühl von Überforderung und Frustration. Als Folge der privaten und beruflichen Stressoren kann die erhöhte Substanzabhängigkeit und Suizidrate der Ärzte herangezogen werden (Mayer-Winter, I., Burnout-what really is behind of it all in the health care system? ANASTHESIOLOGIE & INTENSIVMEDIZIN, 2016. 57: p. 292-296). Die Prävalenz für Substanzabhängigkeit unter Ärzten wird mit 10-15 % angegeben (Reimer, C., et al., Zur Problematik der Suchtgefährdung von berufstätigen Medizinern. Psychotherapeut, 2001. 46(6): p. 376-385). Die Suizidraten für Mediziner werden zwischen 1,3 bis 3,4-mal höher, von Medizinerinnen sogar 2,5 bis 5,7-mal höher angegeben als in der Allgemeinbevölkerung. Verglichen mit den verschiedenen Fachrichtungen finden sich unter Anästhesisten und Psychiatern die höchsten Suizidraten (Reimer, C., S. Trinkaus, and H.B. Jurkat, [Suicidal tendencies of physicians -- an overview]. Psychiatr Prax, 2005. 32(8): p. 381-5). Im Speziellen ist das Berufsbild des Anästhesisten durch kurze stressintensive Phasen in der Patientenüberwachung während der Operation geprägt, in welchen das gesunde Überleben des Patienten mit den Fertigkeiten des Anästhesisten zusammenhängt. Im Laufe einer Narkoseeinleitung, Narkoseüberwachung und Narkoseausleitung können sich diese stressintensiven Phasen mehrfach wiederholen oder auch anhalten. Weiterhin ist die Bereitschaftsdienstzeit der Anästhesisten häufig mit großer Arbeitsbelastung verbunden, so dass Anästhesisten durch den Wechsel von stressintensiven Phasen und stressarmen Phasen besonders gut für eine Untersuchung zur Stressbelastung eignet. Im Rahmen der Strategien für Stressbewältigung und Stressresistenz (= Resilienz) hat sich das sogenannte „MBSR-Trainingsprogramm“ (Mindfulness-based Stress Reduction, dt: achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung) als eine effektive und nachhaltige Intervention weltweit erfolgreich etabliert. Das standardisierte MBSR-Training wird seit über 30 Jahren in unterschiedlichen Populationen - insbesondere auch bei Ärzten und Ärztinnen, Pflegenden und Medizinstudierenden - erforscht. Inzwischen existiert eine breite Basis wissenschaftlicher Evidenz durch klinische (randomisierte) Studien und systematische Reviews. Die Fragestellung des hier vorgestellten Projekts ist, ob kurze Interventionen zur Stressbewältigung, welche im Arbeitsalltag eingebaut werden können, eine Reduktion der Stressparameter bewirken und damit die Stressbewältigung, Stressresistenz, sowie die Gesundheit für Anästhesisten erhöhen können.

Quelle

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