Beschreibung der Studie

Die örtliche Betäubung von Nervenbahnen (Regionalanästhesie) ist für stationäre Patienten eine weit verbreitete Option zur Schmerztherapie bei/nach arthroskopischen Schulteroperationen. Auch für ambulante und tagesklinische Operationen werden diese Blockadetechniken zunehmend zur besseren Schmerztherapie angewendet. Eine Herausforderung für die Anwendung solcher örtlichen Betäubungsverfahren stellt jedoch die Situation dar, dass ambulante und tagesklinische Patienten die Praxis/Klinik bereits wenige Stunden nach der Operation wieder verlassen. Um eine optimale Balance zwischen Schmerztherapie, Nebenwirkungen und Patientensicherheit auch in dieser Situation zu ermöglichen, müssen die Nebenwirkungsprofile einzelner örtlicher Betäubungsverfahren detailliert charakterisiert werden. Mit Hilfe der geplanten Studie sollen zwei regionalanästhesiologische Verfahren zur Schmerztherapie nach ambulanter Schulteroperation verglichen werden. Eines der Verfahren, der sogenannte Interskalenäre Block (ISB), betäubt eine größeres Nervengeflecht am Hals. Der ISB resultiert in einer umfassenden Betäubung von Schulter und Oberarm und bewirkt zuverlässig die Schmerzreduktion auch bei ausgedehnten Operationen. Seltene, aber gerade für ambulante/tagesklinische Patienten potentiell relevante Nebenwirkungen des ISB sind vorübergehende Störungen der Beweglichkeit von Arm und/oder Zwerchfell und damit Atemprobleme. Für eine Alternative zum ISB, die Betäubung eines einzelnen Nervens, der die Schulter versorgt, haben wir kürzlich eine vergleichbare Wirksamkeit zur Schmerztherapie nach Schulteroperationen gezeigt. Aufgrund der Tatsache, dass dieser Einzelnerv (der Nervus suprascapularis) weiter peripher und damit entfernt von anderen anatomischen Strukturen, wie z.B. dem Zwerchfellnerv, betäubt wird, sind Atemstörungen durch vorübergehende Behinderung der Zwerchfellfunktion wesentlich weniger wahrscheinlich. Die Studie hat nun das Ziel, diese beiden Verfahren unter Einsatz der nichtinvasiven Elektrischen Impedanztomographie bezüglich der Häufigkeit von Störungen der Zwerchfellfunktion zu untersuchen. Zusammen mit der Erfassung der Wirksamkeit der Schmerztherapie und möglichen Einschränkungen der Armbewegung sollen die Ergebnisse der Studie zukünftig helfen, die zwei örtlichen Betäubungsverfahren auf der Basis ihrer Wirkungs- und Nebenwirkungsprofile individuell an den einzelnen Patienten adaptiert empfehlen zu können.

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Studiendetails

Studienziel () Detektion von Ventilationseinschränkungen mittels Elektroimpedsanztomographie (EIT) zu 4 Messzeitpunkten: präoperativ, postoperativ (Aufwachraum) sowie am 1. und 4. postoperativen Tag
Status Teilnahme bald möglich
Studienphase 4
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle ACQUA Klinik Abteilung Anästhesie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Arthroskopische Schulteroperationen
  • Patienten der ASA Klassen 1 bis 3
  • Zustimmung der Patienten
  • Operation unter Allgemeinanästhesie
  • Konsens mit den Richtlinien perioperativer Gerinnung
  • Alter > 18 Jahre

Ausschlusskriterien

  • Allergien gegen Lokalanästhetika
  • Schwangerschaft
  • Adipositas p.m. (BMI > 35)
  • Vorbestehende anatomische Deformitäten (z.B. Z.n. Fraktur der Klavikula)
  • Neuropathie (primär: vererbt; sekundär: entzündlich, autoimmun, metabolisch, toxisch)
  • Bekannte Zwerchfellerkrankungen
  • Herzschrittmacher- und ICD-Patienten

Adressen und Kontakt

ACQUA Klinik Abteilung Anästhesie, Leipzig

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Nervenblockaden sind für stationäre Patienten eine weit verbreitete Optionen zur Schmerztherapie bei/nach arthroskopischen Schulteroperationen. Auch für ambulante und tagesklinische Operationen werden solche Blockadetechniken zunehmend zur besseren Schmerztherapie angewendet. Eine Herausforderung für die Anwendung solcher örtlichen Betäubungsverfahren stellt jedoch die Situation dar, dass ambulante und tagesklinische Patienten die Praxis/Klinik bereits wenige Stunden nach der Operation wieder verlassen. Um eine optimale Balance zwischen Schmerztherapie, Nebenwirkungen und Patientensicherheit auch in dieser Situation zu ermöglichen, müssen die Nebenwirkungsprofile einzelner örtlicher Betäubungsverfahren detailliert charakterisiert werden. Mit Hilfe der geplanten randomisierten Studie sollen zwei ultraschallgestützte regionalanästhesiologische Verfahren zur Schmerztherapie nach ambulanter Schulteroperation verglichen werden. Eines der Verfahren, der klinisch breit etablierte Interskalenäre Block (ISB) resultiert in einer umfassenden Betäubung von Schulter und Oberarm und bewirkt zuverlässig die Schmerzreduktion auch bei ausgedehnten Operationen. Der ISB blockiert zentral am Hals neben den sensorischen Anteilen der interskalenär verlaufenden Nervenwurzeln C5/6 potentiell auch motorische Anteile anderer Nervenwurzeln, die zu passageren motorischen Blockaden von Arm/Hand und/oder des Zwerchfells führen können. Seltene, aber gerade für ambulante/tagesklinische Patienten potentiell relevante Nebenwirkungen des ISB sind daher vorübergehende Störungen der Beweglichkeit von Arm/Hand und/oder Zwerchfell und damit Atemprobleme. Letzteres erscheint gerade für Patienten mit vorbestehenden respiratorischen Einschränkungen relevant. Für eine Alternative zum ISB, die Betäubung des peripherer gelegenen und die Schulter sensorisch versorgenden Nervus suprascapularis haben wir kürzlich eine dem ISB vergleichbare Wirksamkeit zur Schmerztherapie nach Schulteroperationen gezeigt. Aufgrund der Tatsache, dass der Nervus suprascapularis weiter peripher und damit entfernt von anderen anatomischen Strukturen des Halses, wie z.B. dem Nervus phrenicus, blockiert wird, sind motorische Blockaden des Armes und/oder Atemstörungen durch vorübergehende Behinderung der Zwerchfellfunktion wesentlich weniger wahrscheinlich. Die Studie hat nun das Ziel, diese beiden Verfahren unter Einsatz der nichtinvasiven Elektrischen Impedanztomographie bezüglich der Häufigkeit von Störungen der Zwerchfellfunktion und damit verbundener Einschränkungen der pulmonalen Ventilation zu untersuchen. Die Erhebung der Studienendpunkt erfolgt durch verblindete Untersucher. Zusammen mit der Erfassung der Wirksamkeit der Schmerztherapie (Numerische Rating-Skala, Verbrauch an systemisch wirkenden Analgetika) und möglichen Einschränkungen der Arm-/Handkraft (Handkraftmessung) sollen die Ergebnisse der Studie zukünftig helfen, die zwei örtlichen Betäubungsverfahren auf der Basis ihrer Wirkungs- und Nebenwirkungsprofile individuell an den einzelnen Patienten adaptiert empfehlen zu können.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien