Beschreibung der Studie

Die Zahl der Menschen mit seelischer Behinderung, die im Rahmen ihrer Wohnform Eingliederungshilfe beziehen, steigt seit Jahren. Trotzdem fehlen im deutschsprachigen Raum wissenschaftliche Untersuchungen, die sich systematisch der Frage annehmen, wie wirksam die verschiedenen Formen des unterstützten Wohnens dabei sind, dass Menschen mit seelischer Behinderung im Alltag wieder besser zurechtkommen, und welche strukturellen und prozessbezogenen Faktoren es sind, die dies begünstigen. Das Forschungsprojekt, das in vier baden-württembergischen Stadt- und Landkreisen durchgeführt wird, nähert sich diesen Fragen aus verschiedenen Perspektiven: 1. Analyse von Strukturdaten: Welche Angebote gibt es bereits und wie werden sie genutzt? Wir möchten die vorhandenen Angebote zum Wohnen und deren Nutzung beschreiben. Hierfür verwenden wir die vorliegende Dokumentation der Stadt- und Landkreise, ggf. auch öffentlich zugängliche Berichte und Daten. 2. Interviews mit Experten: Was wirkt? Welche strukturellen Elemente und Prozessmerkmale des unterstützten Wohnens werden wirksam, wenn Klientinnen und Klienten wieder mehr Selbständigkeit und Teilhabe erlangen? Uns interessiert die Sicht von Betroffenen, der Mitarbeitenden in den unterstützten Wohnformen und der Mitarbeitenden der untersuchten Stadt- und Landkreise („Leistungsträger“). Hierfür werden Experteninterviews durchgeführt und qualitativ ausgewertet. 3. Längsschnittstudie mit Klientinnen und Klienten: Wie entwickeln sich Menschen, die in eine unterstützte Wohnform ziehen? Im Laufe eines Jahres möchten wir für die Studienteilnahme möglichst jede Person gewinnen, die neu in eine unterstützte Wohnform kommt oder bei der ein Wechsel des unterstützten Wohnsettings (z.B. von stationärem Wohnen ins ABW, von ABW ins BWF) ansteht. Wir möchten diese Personen zu Beginn der Veränderung, nach 6 und nach 18 Monaten mittels standardisierter Instrumente befragen. Uns interessiert der Verlauf von u.a. Teilhabe und Funktionsfähigkeit im Alltag, Lebensqualität, Unterstützungsbedarf, Nutzung von Versorgungsangeboten, psychische Stabilität etc. Dieser Verlauf soll unter Kontrolle soziodemografischer und klinischer Merkmale in Beziehung gesetzt werden zu Merkmalen der unterstützten Wohnform.

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Studiendetails

Studienziel Veränderung von Social functioning (erhoben mit der SFS) nach 18 Monaten
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 300
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Kommunalverband für Jugend und SozialesBaden-WürttembergReferat 22 "Sozialplanung, investive Förderung"
Weitere Informationen Studienwebseite

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Menschen mit einer wesentlichen seelischen Behinderung, die im Rahmen der Eingliederungshilfe neu eine unterstützte Wohnform in Anspruch nehmen oder die Form der unterstützten Wohnform wechseln (z.B. von stationärem Wohnen ins ambulant betreute Wohnen), Hauptdiagnose einer psychischen Störung der Hauptkategorien F0 bis F6 und F8 ("Entwicklungsstörung") nach ICD-10; Volljährigkeit; Einwilligungsfähigkeit; ausreichende Kenntnisse und Verständnis der deutschen Sprache

Ausschlusskriterien

  • unzureichende Sprachkenntnisse, keine Einwilligungfähigkeit, minderjährig, jede psych. oder körperl. Kondition, die eine Teilnahme für die betreffende Person zu belastend macht.

Adressen und Kontakt

Landkreis Ravensburg

Ansprechpartner: Dr. Susanne Jaeger

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Bodenseekreis

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Heidelberg

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Rhein-Neckar-Kreis

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Häufig gestellte Fragen

1) Detaillierte Beschreibung der Angebotsstrukturen unterstützten Wohnens im Rahmen der Eingliederungshilfe in vier Land- und Stadtkreisen in Baden-Württemberg sowie ihrer Nutzerinnen und Nutzer mittels Analyse der zugänglichen Dokumentation, 2) Erfassung von Merkmalen und Faktoren, die eine Verbesserung von Aktivitäten und Teilhabe im Rahmen des unterstützten Wohnens begünstigen können (via Experteninterviews), 3) Verlauf von Social Functioning, wahrgenommenen Teilhabechancen, Lebensqualität, Versorgungsbedarfen, Nutzung von Versorgungs- und Behandlungsstrukturen, Symptomatik etc. über 18 Monate bei Neueinsteigern im unterstützten Wohnen oder Wohnformwechslern mittels multizentrischer Kohortenstudie (drei Messzeitpunkte: Einschluss, Monat 6, Monat 18). Untersuchung von Zusammenhängen von Merkmalen der Einrichtungen (s. 2) und Outcome. Kontrolle des Selektionsbias mittels Propensity Scores. Zusätzlich Interviews mit denjenigen Personen, die im Laufe des Untersuchungszeitraums aus dem unterstützten Wohnen wieder ausgestiegen sind, mit Fokus auf förderlichen und hinderlichen Faktoren.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien