Beschreibung der Studie

Kinder psychisch erkrankter Eltern stellen aufgrund einer dreifachen Belastung eine Hochrisikogruppe dar, selbst psychisch zu erkranken: 1) eine genetische Risikobelastung bzgl. der Erkrankung des Elternteils, 2) typische psychosoziale Belastungen der Familien psychisch Erkrankter, 3) teils erhebliche emotionale Stressoren im Zusammenleben mit psychisch erkrankten Elternteilen. Diese drei Risikofaktoren kumulieren in der vulnerablen Phase der Kindheit und Adoleszenz. Eine erhöhte Rate für kindliche Entwicklungsstörungen und spätere psychische Erkrankungen im Erwachsenenalter ist gesichert. Daneben leiden viele Kinder ganz erheblich unter der Situation. Durch die Verweildauerverkürzung im psychiatrischen stationären Sektor wird die Situation verschärft. Das übergeordnete Ziel der Studie besteht in der Ermöglichung einer gesunden Entwicklung und Prävention von psychischen Störungen für Kinder/Jugendliche von psychisch erkrankten Eltern. Diese Hochrisikogruppe der Kinder psychisch Kranker soll mittels Aufklärung und Coaching ihre Resilienzfaktoren (Widerstandskraft) gestärkt werden. Inhaltliches Ziel ist im Sinne des Salutogenesemodells von Antonovsky (1989), dass sie die Orientierung sowie notwendigen Schritte erlernen, die ihnen ein möglichst umfassendes und andauerndes Gefühl des Vertrauens ermöglichen, dass die Stressoren, die sich im Verlauf ihrer spezifischen Kindheit bzw. Adoleszenz aus ihrer Familie und deren Umgebung ergeben, vorhersehbar und erklärbar sind und ihnen Ressourcen zur Verfügung stehen bzw. sie wissen, den Anforderungen begegnen zu können. Im Rahmen des Präventionsprogramms sollen Eltern mit minderjährigen Kindern, die sich in stationärer Behandlung befinden, das Klinikangebot - Informations- und Beratungsangebot - vorgestellt und befragt werden. Bei Interesse der Eltern kann eine Familiensitzung mit allen Mitgliedern (Kinder und weitere Angehörige) durchgeführt werden. Zusätzlich erhalten Jugendliche (ab 12 Jahre) die Möglichkeit 'Coachings' in Form von Einzelsitzungen zu erhalten.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt: Internalisierende Auffälligkeiten des YSR-Fragebogens sollten bei der Interventionsgruppe reduziert sein gegenüber Kontrollgruppe erhoben zu t0=Baseline, t1=Outcome, t2=Follow-up (nach 6 Monaten). Die Größe des Effektes sollte ein Gruppenunterschied mit der Effektstärke 0,5 sein.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 88
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Janssen-Cilag

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien Eltern:
  • Pat. im stationärer Versorgung bei Vitos
  • Kurhessen
  • Stief)Eltern (bis 65 Jahre) mit minderjährigen
  • Kindern (3 bis 18 Jahre) ohne diagnostische
  • Einschränkung
  • Einwilligungsfähigkeit
  • Einschlusskriterien für die Teilnahme am Präventionsprogramm (Evaluation)
  • Kinder/ Jugendliche
  • lebt mit mindestens einem Elternteil zusammen
  • 10 bis 18 Jahre
  • mindestens ein Elternteil ist psychisch
  • erkrankt
  • ausreichende Deutschkenntnisse

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien
  • Eltern:
  • nicht zustimmungs- und einwilligungsfähig
  • mangelnde Sprachkenntnis
  • Intelligenzminderung
  • Akut/Notfallbehandlung, Selbst- und oder
  • Fremdgefährdung
  • Kinder/Jugendliche:
  • keine Zustimmung oder Rückzug der
  • Zustimmung
  • psychiatrische Vorgeschichte des
  • Kindes/Jugendlichen, Suizidalität (in diesem
  • Fall direkter Übergang in den Kinder- und
  • Jugendpsychiatrischen Teil des kontinuierlich
  • stattfindenden Beratungsangebotes).

Adressen und Kontakt

Vitos Kurhessen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Bad Emstal

Ansprechpartner: Dipl.-Psych. Beate Kettemann

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Häufig gestellte Fragen

Psychische Störungen sind sehr häufig. Ihre Behandlungsprävalenz steigt seit Jahren kontinuierlich. Sie stellen mittlerweile den häufigsten Grund für vorzeitige Berentungen dar und einen der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit. Sie verursachen hohe direkte und indirekte Kosten (Jacobi et al. 2013, Kurth 2012, vgl. auch Daten von Kostenträgern online, z.B. ‚Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse 2011‘, ‚BKK Gesundheitsreport 2008‘, ‚Deutsche Rentenversicherung 2009‘). Die Prävention psychischer Störungen erhält in Fachöffentlichkeit und Gesundheitspolitik daher zunehmende Bedeutung. Neben der Primärprävention durch allgemeine Aufklärungsprogramme über psychische Störungen werden aus Gründen der Ressourcen und der Effektivität Risikogruppen bedeutsam. Kinder psychisch Erkrankter sind in den letzten Jahren als Gruppe identifiziert worden, die zum einen erheblichen Belastungen ausgesetzt ist, zum anderen ein erhebliches Risiko hat, selbst an einer psychischen Störung zu erkranken. Mittlerweile wird in Deutschland davon ausgegangen, dass mindestens 500.000 Kinder einen Elternteil mit einer schizophrenen oder depressiven Störung haben (Remschmidt & Mattejat, 1994). Andere psychische Erkrankungen konnten jedoch nicht berücksichtigt werden, daher kann die genaue Zahl der betroffenen Kinder nur geschätzt werden. Englische Forscher zeigten, dass Kinder, deren Eltern einen psychopathologischen Krankheitswert aufweisen, ein viermal erhöhtes Risiko haben, selbst zu erkranken (Vostanis et al. 2006; Mesman et al. 2013). Kinder psychisch kranker Erwachsener stellen eine Hochrisikogruppe dar, weil bei ihnen ein genetisches Risiko und psychosoziales sowie emotionale Risiken kumulieren können. Das übergeordnete Ziel besteht in der Ermöglichung einer gesunden Entwicklung und Prävention von psychischen Störungen. Für die Hochrisikogruppe der Kinder psychisch Kranker soll eine Intervention zur selektiven und primären Prävention entwickelt werden, deren Ziel ist, mittels Aufklärung und Coaching ihre Resilienzfaktoren (Widerstandskraft) zu stärken. Diese Intervention soll niedrigschwellig, nicht-klinisch und ressourcenschonend sein. Inhaltliches Ziel ist im Sinne des Salutogenesemodells von Antonovsky (1989), dass sie die Orientierung sowie die notwendigen Schritte erlernen, die ihnen ein möglichst umfassendes und andauerndes Gefühl des Vertrauens ermöglichen, dass die Stressoren, die sich im Verlauf ihrer spezifischen Kindheit bzw. Adoleszenz aus der inneren und äußeren Besonderheiten ihrer Familie und deren Umgebung ergeben vorhersehbar und erklärbar sind und ihnen die Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Anforderungen zu begegnen, die Anstrengungen und Engagement lohnen. Zu diesem Zweck müssen sie lernen, die Krankheit der Eltern und ihre eigene Situation besser zu verstehen, aber auch ihr Umfeld, sowie ihre eigenen Reaktionen und sich selbst. Anhand von eigenen spezifischen Erfolgserlebnissen können sie den Optimismus entwickeln, diese mit Anstrengung und Engagement zu bewältigen. Ihr Selbstbewusstsein soll gestärkt werden, mit den für sie typischen Stimuli und Stressoren besser fertig zu werden und ihr Wissen, diese zu verstehen und vorauszusehen. Das Ausmaß, in dem bei einem Individuum diese Faktoren bedeutsam sind, wird durch das Kohärenzgefühl (sense of coherence (SOC), Antonovsky 1989) ausgedrückt. Ziele und Hypothesen sind: Das Kohärenzgefühl und Selbstbewusstsein der Kinder haben nach der Intervention in der Interventionsgruppe gegenüber einer Kontrollgruppe bedeutsam zugenommen, ebenso ihr Wissen über die Krankheit der Eltern. Internalisierende Verhaltensaufälligkeiten wie Rückzug und Depressivität der Kinder sind nach der Intervention im Vergleich zu vorher verringert.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien