Beschreibung der Studie

Das Ziel der Studie ist es zu untersuchen, welchen Einfluss der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine bei herzchirurgischen Operationen auf das Zusammenspiel von Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) hat. Dazu werden Blutproben von insgesamt 60 Probanden untersucht (Patienten mit Herzoperation mit und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine und Gesunde).

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Studiendetails

Studienziel Leukozyten-Thrombozyten Interaktion im FACS zum Zeitpunkt 0h, 4h und 24h
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten HLM und OPCAB: Koronare Herzkrankheit mit geplanter, elektiver Myokardrevaskularisierung-Operation. Gesunde Probanden: Keine weiteren Kriterien.

Ausschlusskriterien

  • Schwangerschaft
  • Immunsuppressive Therapie (innerhalb der letzten 7 Tage)
  • Chronische Niereninsuffizienz (eGFR < 60 ml/min)
  • Bekannte hämatologische Vorerkrankungen
  • Bekannte HIV-Infektion
  • Vorbestehende akute oder chronische Entzündung
  • Zustand nach Organtransplantationen

Adressen und Kontakt

Klinik für Anästhesiologie, Münster

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Häufig gestellte Fragen

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Die meisten kardiochirurgischen Eingriffe, wie zum Beispiel die aorto-koronare Bypass Operation zur Therapie der koronaren Herzerkrankung sowie Operationen an Herzklappen bei angeborenen und erworbenen Herzklappenerkrankungen, können nur am nicht-schlagenden Herzen durchgeführt werden. Während dieser Zeitspanne werden der Kreislauf des Patienten und damit die Versorgung des Gehirns und der Endorgane mit sauerstoffreichem Blut von der Herz-Lungen-Maschine übernommen. Hierzu wird über eine zentral-venöse Kanüle das Blut der Herz-Lungen-Maschine (HLM) zugeführt und nach Anreicherung mit Sauerstoff durch einen eingebauten Membranoxygenator aktiv durch Zentrifugal- oder Rollerpumpen über eine arterielle Kanüle in die Aorta ascendens zurückgepumpt. Die Herz-Lungen-Maschine übernimmt somit die Pumpfunktion des Herzens und die Sauerstoffversorgung durch die Lunge. Während dieser Phase wird durch Zuführung einer kaliumreichen, kalten Kardioplegielösung (sgn. Brettschneider-Lösung) ein Herzstillstand induziert, der das Ruhemembranpotential der Herzmuskelzellen heraufsetzt und Schutz vor Schädigungen der Herzmuskelzellen gewährleistet. Während dieser Zeit ist das Blut durch die Gabe von Heparin ungerinnbar gemacht, sodass sich durch den Fremdkontakt an der Wand der HLM-Schläuche keine Thromben bilden können. Besonders der Oxygenator innerhalb der Herz-Lungen-Maschine stellt mit einer internen Oberfläche von mehreren Quadratmetern einen Großteil des körperfremden Materials dar. Es gibt Hinweise dafür, dass es während und auch noch nach der HLM Phase aufgrund des Fremdkörperkontaktes des Blutes mit den Bestandteilen der HLM zu einer systemischen Entzündungsreaktion kommen kann. In diesem Zusammenhang kann es aufgrund der Freisetzung von Mediatoren u.a. zu einer bedeutsamen peripheren Vasodilatation mit Blutdruckabfällen (Hypotonien) kommen, die durch Gabe von Katecholaminen therapiert werden muss. Diese Therapie kann bei längerfristiger Gabe zur Schädigung verschiedener Organe führen und die Morbidität oder Letalität der Patienten erhöhen. Desweiteren kann die durch die HLM hervorgerufene inflammatorische Antwort eine Modulation in der Interaktion von Leukozyten und Thrombozyten bewirken. Es ist bekannt, dass diese Zell-Zell-Interaktion ein Stimulus für die Freisetzung von Neutrophil Extracellular Traps (NETs) ist, welche sowohl pro-inflammatorisch als auch pro-thrombogen wirken können. Die genaue Implikation von NETs in kardiochirurgischen Patienten an der HLM ist allerdings bis dato noch nicht untersucht worden. Eine alternative Möglichkeit des operativen Vorgehens bei koronar-chirurgischen Eingriffen stellt die sogenannte „Off-pump-coronary-artery-Bypass“-Technik (OPCAB-Technik) dar. Dabei wird auf den Einsatz der HLM unter Erhaltung des patienteneigenen Kreislaufs und der Lungenfunktion verzichtet und die Anlage von Bypässen am schlagenden Herzen vorgenommen. Die OPCAB-Technik kann jedoch nicht bei jedem Patienten angewendet werden. Kontraindikationen für den Einsatz der OPCAB-Technik sind u.a. eine klinisch signifikante Herzklappenerkrankung, eine diffuse Sklerosierung der Koronargefäße, sehr kleine Koronargefäße (interner Durchmesser <1,1mm) sowie ein notfallmäßig indizierter Eingriff. Das Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob es bei kardiochirurgischen Eingriffen unter Zuhilfenahme der HLM zu einer systemischen Interaktion von Thrombozyten und Leukozyten kommt. Im Rahmen dieses exploratorischen Ansatzes (Hypothesen-generierende Studie) soll zudem die Freisetzung sogenannter Neutrophil Extracellular Traps (NETs) sowie die Freisetzung diverser pro-inflammatorischer und pro-thrombogener Mediatoren untersucht werden. Fragestellung: Diese Studie soll folgende Fragen beantworten: 1. Führt die extrakorporale Zirkulation im Rahmen von kardiochirurgischen Operationen zur systemischen Interaktion von Thrombozyten und Leukozyten? 2. Werden im Rahmen der extrakorporalen Zirkulation NETs freigesetzt? 3. Gibt es eine Korrelation zwischen der Leukozyten-/Thrombozyteninteraktion sowie der NETs-Freisetzung und dem Ausmaß der systemischen, inflammatorischen Reaktion nach der extrakorporalen Zirkulation? 4. Werden im Rahmen der extrakorporalen Zirkulation bei kardiochirurgischen Eingriffen weitere pro-inflammatorische und pro-thrombogene Mediatoren freigesetzt?

Quelle

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