Beschreibung der Studie

Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen, wenig Gespür für die Gestimmtheit anderer Menschen, eigentümliche Sprech- und Ausdrucksweise und merkwürdige Gewohnheiten und Rituale? Diese und noch weitere Symptome und Charakteristika werden heutzutage unter dem Begriff der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zusammengefasst. Die Wurzeln dieser Störung werden in einer veränderten Entwicklung des Gehirns ab dem frühen Kindesalter angenommen, wodurch es zu lebenslangen Einschränkungen und schweren Belastungen der Betroffenen kommen kann. In unserer Studie rekrutieren wir 40 Kinder und Jugendliche mit ASS zwischen 12-17,11 Jahren (Rechtshänder), die per Zufall (Losziehung) auf zwei Versuchsbedingungen aufgeteilt werden. Die 20 Kinder und Jugendlichen der ersten Gruppe führen ein Gehirntraining durch, während die 20 Kinder und Jugendlichen der Kontrollgruppe die Standardbehandlung der Universitätsklinik für Kindes- und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien erhalten. In der Gruppe, die ihr Gehirn trainiert, lernen die Kinder und Jugendlichen ihre Hirnaktivität nur durch ihre Gedanken zu steuern. Die Methode nennt sich Neurofeedback und konnte schon gute Erfolge in der Behandlung der Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitäts-Störung erzielen. Die jungen Patienten werden zunächst an ein EEG-Gerät angeschlossen und ihre Hirnaktivität wird aufgezeichnet. Danach wird die Hirnaktivität durch ein Objekt auf einem Computerbildschirm dargestellt (z.B. ein Fisch). Die Patienten sollen in einem weiteren Schritt versuchen, das Objekt in eine bestimmte Richtung zu bewegen, indem sie ihre Hirnaktivität willentlich steigern oder senken. Nach erfolgreichen Versuchen erhalten die Jugendlichen positives Feedback (das Symbol einer Sonne), wie in einem Videospiel. Während der dreimonatigen Trainingsphase durchlaufen die Probanden der ersten Gruppe 24 Neurofeedback Sitzungen, in denen sie immer besser lernen, das Objekt (z.B. den Fisch) zu steuern und so die verschiedenen Aktivitätszustände des Gehirns zu produzieren (Steigerung der Hirnaktivität, Senkung der Hirnaktivität). Die Forschungsgruppe vermutet, dass Patienten mit ASS - ähnlich wie gesunde Probanden oder andere Patienten- grundsätzlich in der Lage sind, die willentliche Kontrolle über ihre Hirnaktivität zu erlernen und so die bei ASS vermutete Fehlaktivierung des Gehirns ausgleichen können. Des Weiteren erwarten die Forscher, dass sich ASS- typische Symptome nach dem experimentellen Hirn-Regulations-Training verbessern. Um dies zu untersuchen, wendet die Forschergruppe eine Kombination von Methoden an: selbst beobachtete Veränderungen von ASS- Symptomen werden mit Hilfe verschiedener Fragebögen und Interviews mit den Patienten, aber auch mit ihren Eltern erfragt. Computertests werden verwendet um Änderungen im Verhalten und den sogenannten Vitalparametern, wie Hautleitfähigkeit oder Herzfrequenz, nach dem Neurofeedbacktraining festzustellen. Auch Veränderungen im Gehirn selbst werden gemessen: die Funktionen, die Struktur, das Zusammenspiel von Bereichen des Gehirns die für das Sozialverhalten wichtig sind, sowie Aktivierungszustände des Gehirns in Ruhe werden mit den Techniken der Elektroenzephalographie (EEG) und funktioneller Magnetresonanz Tomographie (fMRT) nach den Interventionen von beiden Gruppen aufgezeichnet und mit den Messungen vor dem Interventionen verglichen. Die Ergebnisse dieses Pilotprojektes können den Weg für die erste biologisch basierte, nicht-invasive, nicht pharmakologische Behandlung von Patienten mit Autismus-Spektrum Störung ebnen.

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Studiendetails

Studienziel Der primäre Endpunkt dieser Studie ist die SCP (Slow-Cortical-Potential) - Aktivität (SCP-Differenzierung in der Feedback-/Transferbedingung, gemittelte μV-Amplitudendifferenz zwischen den erforderlichen Positivierungs-und Negativitierungsdurchgängen) zu Beginn des Trainings im Vergleich zur SCP-Aktivität am Ende des Training.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle FWF Der Wissenschaftsfonds

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS; diagnostiziert mit international etablierten, standardisierten Diagnoseinstrumenten)
  • Alter 12,00-17,11 Jahre, weiblich und männlich
  • IQ > 70, Rechtshänder
  • Informed Consent, Informations- (Studieninhalt) und Instruktionsverständnis (ausreichende Deutschkenntnisse)

Ausschlusskriterien

  • Schwerwiegende neurologische oder andersartig-medizinische Krankheiten oder schwere Kopfverletzungen
  • Achse I Diagnose: Psychotische Zustände/Psychose, Tic-, Tourette- oder Zwang- Störung, akut suizidal
  • Gleichzeitige Teilnahme an Medikamentenstudie, früheres Bio-/Neurofeedbacktraining
  • Implantate, Stahl-Einlagerung oder andere Gegenanzeigen für MRI
  • Missachtung des Studienprotokolls oder Nicht-Befolgung der Anweisungen des Untersuchungsteams

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum für Kinder- & Jugendpsychiatrie, Wien

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Häufig gestellte Fragen

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EINFÜHRUNG: Autismus Spektrum Störungen (ASS) umfassen eine Gruppe von Störungen, die sich durch Beeinträchtigungen ihrer sozio-kommunikative Fähigkeiten sowie restriktive und stereotype Verhaltensweisen und Interessen auszeichnen. In den letzten Jahren deuten wissenschaftliche Erkenntnisse zunehmend auf eine neurobiologische Basis dieser emotionalen, sozialen und kognitiven Defizite bei Patienten mit ASS hin, die den bereits bekannten Hirnveränderungen bei Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung oder verwandten externalisierenden Störungen ähnlich sind. Nichtsdestotrotz steckt die Erforschung von neurobiologisch-basierten Behandlungsansätzen für Patienten mit ASS in den Kinderschuhen. ZIELE: Ziel dieser neurobiologischen Interventionsstudie ist es zu untersuchen, ob Patienten mit ASS in der Lage sind, ihre Hirnaktivität willentlich mit Hilfe eines EEG-basierten Neurofeedback-Trainings zu regulieren. Zudem soll untersucht werden, ob die gelernte Hirn-Selbstregulation einen Einfluss auf emotionale, soziale und kognitive Funktionen hat. METHODE: Probanden: Vierzig Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung werden rekrutiert und entweder einer a) experimentellen Gruppe zugeordnet, die 24 Sitzungen der EEG-basierten Hirnregulation (Neurofeedbacktraining) oder einer b) Kontrollgruppe zugeordnet, die eine konventionelle Standard-Behandlung erhalten. Experimentelle Intervention: Für das Neurofeedback-Training werden die langsamen, kortikalen Potenziale von fronto-zentralen Gehirnarealen in Echtzeit auf den Monitor der Teilnehmer rückgemeldet. Hierfür verwenden wir graphische Objekte, wie z.B. einen Fisch. Das Ziel für die Teilnehmer ist es, zu erlernen wie man das Objekt wahlweise nach oben (z. B. Steigerung der Gehirnaktivität durch die Erzeugung elektrisch negativer Potentiale) oder nach unten (z. B. Abnahme der Hirnaktivität durch die Erzeugung elektrischer positiver Potentiale) bewegt, indem man die erforderlichen Hirnaktivitätszustände produziert. Ergebnis-Messung: Um Veränderungen vor und nach den zwei Interventionen zu messen, wird eine Mischung von Methoden auf mehreren Ebenen angewandt: 1. Veränderungen von autistischen Symptomen, sowie komorbiden Störungen und Persönlichkeitsmerkmale werden mit psychologische Fragebogen erfasst 2. Änderungen in Verhaltensreaktionen und peripheren Parametern (wie Hautleitfähigkeit und Herzfrequenz) werden mit psychologischen Tests am PC gemessen, um Veränderungen in den Exekutivfunktionen, sowie emotionale Reaktionen zu untersuchen 3. Veränderungen der Hirnreaktionen auf emotionale und kognitive Reize werden mit zwei bildgebenden Techniken untersucht: 3a Drei EEG-basierte Paradigmen und 3b Ein fMRI-basiertes Paradigma 4. Darüber hinaus gibt eine Ruhe-MRI-Messung vor und nach den Interventionen Einblick in strukturelle Veränderungen des Gehirns

Quelle

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