Beschreibung der Studie

In der Studie werden die psychologischen und neurobiologischen Grundlagen der schizophrenen Negativsymptomatik mittels Fragebögen, Verhaltensexperimenten und der funktionellen Magnetresonanztomographie untersucht. Zu motivationalen Negativsymptomen der Schizophrenie gehören sozialer Rückzug, Antriebslosigkeit und die Unfähigkeit Freude zu empfinden. Diese Symptome tragen stark zu Beeinträchtigungen in sozialen und beruflichen Funktionen sowie der Lebensqualität bei. Gleichzeitig besteht ein Mangel an evidenzbasierten biologischen und psychologischen Behandlungsmöglichkeiten. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen eine Verbindung dieser Negativsymptome mit Dysfunktionen im Belohnungssystem. Trotz dieser Fortschritte ist die Entwicklung von neuen Behandlungsmöglichkeiten immer noch durch das Fehlen von Biomarkern erschwert, die zuverlässig klinische Symptome mit pathophysiologischen Mechanismen in Verbindung bringen können. Das Projekt wird neuronale und behaviorale Marker definieren, welche als Biomarker für die Behandlung der Negativsymptomatik dienen können. Zu diesem Zweck muss etabliert werden, dass 1) diese Marker robust mit Negativsymptomen assoziiert sind, 2) dass dieser Zusammenhang über die Zeit und 3) über verschiedenen Zentren stabil ist. Zudem wird die prospektive Vorhersagekraft der einzelnen neurobehavioralen Marker getestet. Außerdem untersuchen wir, ob eine Kombination dieser Marker die Vorhersage der Negativsymptome im Querschnitt und Längsschnitt verbessert und ob mechanistisch definierte Patientensubgruppen ermittelt werden können.

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Studiendetails

Studienziel Stärke der Assoziation von neuronalen und behavioralen Markern mit motivationalen Negativsymptomen
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 162
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alle Teilnehmer
  • zwischen 18 und 60 Jahre alt
  • Schriftliche Einwilligung nach mündlicher und schriftlicher Aufklärung
  • Bestehende Krankenversicherung
  • Patienten müssen die folgenden diagnostischen Kriterien erfüllen:
  • DSM-5 Diagnose einer Schizophrenie oder einer schizoaffektiven Störung basierend auf einem strukturierten klinischen Interview (SCID-I)
  • Patienten müssen durch den behandelnden Psychiater als klinisch stabil eingeschätzt werden, was durch fehlende Veränderung der Medikation zwei Wochen vor Studieneinschluss angezeigt wird.

Ausschlusskriterien

  • Alle Teilnehmer:
  • Schwerwiegende internistische oder neurologische Erkrankungen, einschließlich Epilepsie
  • Kopfverletzungen verbunden mit Bewusstlosigkeit von mindestens einer Stunde in der Vorgeschichte
  • Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Kontraindikationen für MRT Untersuchung wie ferromagnetische/nicht-MRT-geeignete Gegenstände oder medizinische Geräte am oder im Körper (z.B. Herzschrittmacher, Hirnstimulatoren, Gefäßclips, Metallimplantate)
  • Schallempfindungsschwerhörigkeit ab 30dB oder Tinnitus in der Anamnese
  • Fehlende Einwilligungsfähigkeit
  • Patienten werden ausgeschlossen, falls eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
  • Einnahme von Benzodiazepinen von mehr al seiner Äquivalenzdosis von 1mg Lorazepam pro Tag
  • Komorbide Achse-I Störung

Adressen und Kontakt

Charité, Berlin

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Häufig gestellte Fragen

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Zu den motivationalen Negativsymptomen der Schizophrenie gehören Avolition, sozialer Rückzug (Asozialität) und Anhedonie. Diese Symptome tragen stark zu Beeinträchtigungen in sozialen und beruflichen Funktionen sowie der Lebensqualität bei. Gleichzeitig besteht ein Mangel an evidenzbasierten biologischen und psychologischen Behandlungsmöglichkeiten. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen eine Verbindung dieser Negativsymptome mit Dysfunktionen im Belohnungssystem. Trotz dieser Fortschritte ist die Entwicklung von neuen Behandlungsmöglichkeiten immer noch durch das Fehlen von Biomarkern erschwert, die zuverlässig klinische Symptome mit pathophysiologischen Mechanismen in Verbindung bringen können. Das Projekt wird neuronale und behaviorale Marker definieren, welche als Biomarker für die Behandlung der Negativsymptomatik dienen können. Zu diesem Zweck muss etabliert werden, dass 1) diese Marker robust mit Negativsymptomen assoziiert sind, 2) dass dieser Zusammenhang über die Zeit und 3) über verschiedenen Zentren stabil ist. Zudem wird die prospektive Vorhersagekraft der einzelnen neurobehavioralen Marker getestet. Außerdem untersuchen wir, ob eine Kombination dieser Marker die Vorhersage der Negativsymptome im Querschnitt und Längsschnitt verbessert und ob mechanistisch definierte Patientensubgruppen ermittelt werden können. In der longitudinalen Studie an zwei Standorten (Berlin und Zürich) werden insgesamt 132 Patienten mit Schizophrenie sowie 30 gesunde Kontrollen rekrutiert. Bei Studieneinschluss und nach 3 Monaten werden Verhaltensparadigmen und funktioneller Bildgebung untersucht und die detaillierte Psychopathologie wird zudem 9 Monate später erhoben. Die behavioralen Marker adressieren Belohnungslernen, anstrengungsbasierte Entscheidungsfindung, zielgerichtete Verhaltenskontrolle sowie das Generieren von Handlungsoptionen. Mittels funktioneller MRT wird die Belohnungsantizipation, das Belohnungslernen sowie das Arbeitsgedächtnis untersucht. Durch computationale Modellierung der Verhaltens- und Bildgebungsdaten werden mechanistisch informative Parameter ermittelt, wobei ein Reinforcement Learning Ansatze sowie effektive Konnektivitätsanalysen eingesetzt werden. Mittels unsupervidierter Klassifikationsalgorithmen werden Patientensubgruppen definiert. Die Etablierung von Biomarkern wird unser Verständnis der motivationalen Negativsymptome durch eine Verbindung von klinischen Phänomenen mit pathophysiologischen Mechanismen vertiefen. Bei der Entwicklung von Behandlungsansätzen können diese Marker neue Angriffspunkte biologischer oder psychologischer Intervention identifizieren und als Endpunkte in klinischen Studien dienen, um die Wirkmechanismen der Interventionen zu identifizieren. Zusammenfassend, werden vielversprechende Forschungsergebnisse aus Verhaltens- und Bildgebungsstudien genutzt und in ein Set von Biomarkern überführt, was die Grundlagen der Therapieforschung schizophrener Negativsymptome erheblichen verbessern wird.

Quelle

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