Beschreibung der Studie

Über die Wirkungsweisen der Therapieansätze bei der cranio-mandibulären Dysfunktion (CMD) herrscht immer noch Unklarheit. Untersuchungen zu pathologischen Veränderungen am Kiefergelenk scheinen die Erkrankung ungenügend zu differenzieren. Obwohl bekannt ist, dass psychologische Faktoren bei der Entstehung der chronischen Schmerzsymptomatik eine Rolle spielen, sind die neurobiologischen Grundlagen dieser Faktoren weitgehend unbekannt. Unsere Arbeitsgruppe hat bereits einige Grundlagen der cerebralen Repräsentation des Okkludierens dargestellt und charakteristische Veränderungen der Repräsentation des Aufbisses bei CMD aufgezeigt. Zudem konnte in einem longitudinalen Design mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) gezeigt werden, welche Veränderungen die Steuerung des Aufbisses durch eine drei wöchige Oberkieferschienentherapie bei Patienten mit CMD erfährt. Wir haben als Korrelat für die affektive Schmerzkomponente bei CMD die vordere Inselregion identifiziert. Diese Region ist auch in anderen funktionellen und strukturellen Untersuchungen an chronischen Schmerzpatienten als eine der wesentlichen Zielregionen, die bei der Verarbeitung chronischer Schmerzen Änderungen zeigen, beschrieben worden. Bisher ist nicht bekannt, ob sich die Veränderung der Repräsentation des Aufbisses bei CMD spezifisch auf die okklusale Wirksamkeit der Schiene bezieht oder eher unspezifisch auf andere Aspekte der Therapie. Im geplanten Forschungsprojekt soll die Therapie der CMD durch eine okklusal wirksame Schiene (Michigantyp) mit einer Schiene, die den okklusalen Kontakt der Zähne nicht beeinflusst (rein palatine Schiene/Gaumenplatte) in einem Wartekontrollgruppendesign verglichen werden. Durch Messungen der funktionellen Repräsentation des Aufbisses vor und nach der Therapie sowie anderer neurophysiologischer Parameter des Aufbisses (Symmetrie der Bewegungskoordination, Aktivität der Kaumuskulatur in Ruhe und bei maximaler Ausbissaktivität) können die spezifischen Veränderungen der cerebralen Repräsentation, die mit der Wirkung einer Aufbissschiene bei Patienten mit CMD einhergeht, identifiziert werden. Hierbei werden sowohl Auswertungen zur Repräsentation in funktionellen Arealen als auch die Interaktion der Regionen in Netzwerken untersucht. Außerdem sollen initiale Auffälligkeiten der Repräsentation des Okkludierens und des Verlernens emotionaler Reize im Vergleich zu einer angepassten gesunden Kontrollgruppe erfasst werden. Hierbei versprechen wir uns Einsicht in die affektiven Veränderungen der emotionalen Verarbeitung bei diesen Patienten. Durch ein verbessertes Verständnis der Wirkungsweise von Schienentherapien und begleitenden psychologischen Effekten, erwarten wir künftig, die Effizienz der Therapie erhöhen zu können.

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Studiendetails

Studienziel Veränderung der fMRT-Aktivierung in der anterioren Insel im Zusammenhang zwischen der Anspannung der Kaumuskulatur (Oberflächen-EMG) und dem erlebten Ruheschmerz (VAS).
Status Teilnahme bald möglich
Studienphase 2
Zahl teilnehmender Patienten 64
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Placebo Ja
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • CMD-Patienten mit Schmerzen im Bereich des Kiefergelenkes und der umgebenden Muskulatur, die über mindestens 6 Monate über mindestens 4 Tage pro Woche bestehen

Ausschlusskriterien

  • radiologisch gesicherte tumoröse oder deutlichen, degenerative Veränderungen im Kiefergelenk
  • mehr als einen Zahn pro Quadranten verloren
  • Fibromyalgie
  • manifeste Depression (DASS)
  • andere chronische Erkrankungen (Tumore, neurologische Systemerkrankungen, Diabetes, Herzinsuffizienz
  • Ausschlusskriterien einer MRT-Untersuchung

Adressen und Kontakt

Greifswald

Ansprechpartner: Prof. Dr. Martin Lotze

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Häufig gestellte Fragen

Wissenschaftliche Kurzbeschreibung in englischer Sprache verfügbar

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Im Normalfall bekommen in Phase-2-Studien Betroffene zum ersten Mal die Möglichkeit, eine neue Behandlungsmethode zu erhalten. Vor der Phase-2-Studie wurde die neue Methode bereits in einer Studie der Phase 1 bei gesunden Menschen angewendet und auf ihre Sicherheit überprüft. Nur in Ausnahmefällen, wenn zum Beispiel keine wirksame Therapie vorhanden ist, haben bereits in der Phase-1-Studie Betroffene teilgenommen. Phase-2-Studien haben das Ziel, eine angemessene Dosierung für das Medikament zu finden und es auf Wirksamkeit und Sicherheit zu untersuchen. Die Studien laufen meist über Wochen bis Monate und umfassen zwischen 100 und 800 Patienten.

Bei einem Placebo handelt es sich um ein Scheinmedikament. Es ist äußerlich meist nicht von einem richtigen Medikament zu unterscheiden, enthält jedoch keinen Wirkstoff. Placebos werden häufig in Studien eingesetzt. Sie helfen dabei, den Nutzen einer neuen Behandlungsmethode besser abzuschätzen. Zu diesem Zweck wird der Effekt der neuen Behandlungsmethode mit dem eines Placebos verglichen. Auf diese Weise ist es möglich den Effekt, der tatsächlich durch den Wirkstoff der neuen Methode hervorgerufen wird, zu bestimmen. Dieser lässt sich so gut von psychologischen Effekten abgrenzen, die beispielsweise durch die Erwartung des Betroffenen an eine bestimmte Behandlung auftreten.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien