Beschreibung der Studie

Ziel der Studie ist die Überprüfung der Wirksamkeit einer neuen, speziell auf Arbeitsschwierigkeiten zugeschnittenen Psychotherapie für Patienten mit arbeitsstress-bedingten Depressionen. Es wird angenommen, dass die arbeitsbezogene Gruppentherapie (A-IPT) zu einer stärkeren Verbesserung der depressiven Symptomatik führt als dies mit einer herkömmlichen ärztlichen Behandlung (TAU, treatment as usual) möglich ist. Im Rahmen der 8-wöchigen Therapie (8 wöchentliche Sitzungen à 90 min) werden insbesondere belastende Ereignisse, soziale Rollen und Beziehungen im Arbeitskontext berücksichtigt. Es werden beispielsweise individuelle Risikofaktoren im Stresserleben erarbeitet sowie persönliche Dysbalancen (z.B. Arbeitseinsatz und Wertschätzung in der Arbeit) ermittelt. Gemeinsam sollen Strategien erworben werden, um mehr Balance im Alltag und der Arbeit zu finden und eine wertorientierte Lebensweise zu verfolgen. Potentielle Studienteilnehmer sind Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren mit einer akuten Depression und arbeitsbezogenen Problemen (z.B. Konflikte am Arbeitsplatz, hoher Arbeitsbelastung, Arbeitsstress). Weiter werden gute Deutschkenntnisse und eine Anbindung an einen behandelnden Arzt benötigt. Alle begleitenden Behandlungen (z.B. Medikation) können beibehalten werden. Im Vorfeld und nach Abschluss der Therapie findet für alle Teilnehmer eine ausführliche diagnostische Untersuchung statt. Es werden zwei Behandlungsgruppen gebildet (A-IPT vs. TAU), denen die Studienteilnehmer zufällig zugeordnet werden. Während die Teilnehmer der A-IPT-Gruppe sofort mit dem 8-wöchigen Gruppenprogramm starten, führen die Teilnehmer zunächst ihre bestehenden Behandlungen (z.B. Medikation, Arztkontakte, Psychotherapie) weiter. Sie erhalten nach Abschluss des insgesamt 20-wöchigen Studienzeitraums die Möglichkeit, ebenfalls kostenfrei an einem arbeitsspezifischen Gruppenprogramm teilzunehmen. Hypothesen: Die arbeitsbezogene Interpersonelle Gruppentherapie führt zu einer stärkeren Verbesserung der depressiven Symptomatik als dies mit einer herkömmlichen ärztlichen Behandlung möglich ist.

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Studiendetails

Studienziel Die primäre Analyse wird in der Intentio- to-treat (ITT) Population durchgeführt. Der primäre Endpunkt (HRSD-24 8 Wochen nach Start der Therapie) wird in einem linearen gemischten Modell untersucht mit Behandlung und Baseline HRSD-24 als fixed effects. Ein konservativer Schätzer der Effektgröße für die nachfolgend geplante konfirmatorische Studie wird mit zugehörigen zweiseitigen 95% Konfidenz Intervall aus dieser Analyse in Kombination mit klinischer und statistischer Bewertung bestimmt.
Status Teilnahme möglich
Studienphase 2b
Zahl teilnehmender Patienten 24
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Primäre Diagnose einer Major Depression (einfache Episode oder wiederkehrend), gemessen mit dem Strukturierten Klinischen Interview nach DSM-IV (SKID-I)
  • Depressionssummenwert, gemessen mit HRSD-24, von >= 20
  • Arbeitsbezogene Probleme innerhalb der letzten 12 Monate, mindestens eines der folgenden Probleme: (1) Mobbing, (2) Interpersonelle Konflikte, (3) Probleme mit Rollenwechsel, (4) Rollenkonfusion, (5) Burnout, (6) Boreout, (7) Hohe Arbeitsbelastung (8) Ungleichgewicht Anforderung-Handlungsspielraum, (9) Ungleichgewicht Arbeit-Freizeit (work-life-balance), (10) Ungleichgewicht Verausgabung-Belohnung, (11) Wenig soziale Unterstützung, (12) Hohe Arbeitsunsicherheit, (13) Sonstige/andere arbeitsbezogene Probleme
  • In laufender medikamentöser oder psychiatrischer Behandlung
  • Bei medikamentöser Behandlung kein Wechsel der Medikation 4 Wochen vor sowie innerhalb der 20-wöchigen Studienzeit (um Effekte eines Medikamentenwechsels auf die Ergebnisse der Studie zu vermeiden. Im Falle ein Medikamentenwechsel stattfinden muss, wird dies als Protokollverletzung protokolliert.
  • Alter zwischen 18 und 65
  • Gute Sprachkenntnisse in Deutsch
  • Unterschrift des Informed Consent

Ausschlusskriterien

  • Akute Suizidalität (akutes Risiko auf der 5-Item-Suizidrisiko-Skala)
  • Psychotische Symptome in der Krankengeschichte
  • Bipolare Störung (nach SKID I)
  • Organisch bedingte psychische Störung
  • Primäre Diagnose einer anderen derzeitigen Achse-I Störung nach DSM-IV (SKID I)
  • Gleichzeitiger Substanzmissbrauch oder –abhängigkeit (nach SKID I)
  • Antisoziale Persönlichkeitsstörung, Schizotypische oder Borderline Persönlichkeitsstörung (SKID-II)
  • Schwere körperliche Erkrankung (die eine Teilnahme am Gruppenprogramm nicht möglich macht)
  • Unbefristeter Rentenantrag gestellt/bewilligt

Adressen und Kontakt

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Ziel der Studie ist die Überprüfung der Wirksamkeit einer neuen, speziell auf Arbeitsschwierigkeiten zugeschnittenen Psychotherapie für Patienten mit arbeitsstress-bedingten Depressionen. Im Rahmen der 8-wöchigen Therapie (8 wöchentliche Sitzungen à 90 min) werden insbesondere belastende Ereignisse, soziale Rollen und Beziehungen im Arbeitskontext berücksichtigt. Es werden beispielsweise individuelle Risikofaktoren im Stresserleben erarbeitet sowie persönliche Dysbalancen (z.B. Arbeitseinsatz und Wertschätzung in der Arbeit) ermittelt. Gemeinsam sollen Strategien erworben werden, um mehr Balance im Alltag und der Arbeit zu finden und eine wertorientierte Lebensweise zu verfolgen. Primär wird angenommen, dass nach 8-wöchiger Intervention die arbeitsbezogene Gruppentherapie (A-IPT) zu einer stärkeren Verbesserung der depressiven Symptomatik führt als dies mit einer herkömmlichen ärztlichen Behandlung (TAU, treatment as usual) möglich ist. Weiterhin wird vermutet, dass sich die die Arbeitsfähigkeit in der A-IPT-Bedingung wirksamer bezüglich einiger Indikatoren verändert (z.B. Arbeitsfähigkeitsindex [WAI]). Ferner erwartet man eine signifikante Verbesserung der allgemeinen Funktionsfähigkeit in der A-IPT Gruppe sowie eine höhere Remissions- (HRSD < 9) und Response-Rate (mind. 50% Verminderung des HRSD-24 Wertes) in derselben Gruppe. Potentielle Studienteilnehmer sind Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren mit einer akuten Depression und arbeitsbezogenen Problemen (z.B. Konflikte am Arbeitsplatz, hoher Arbeitsbelastung, Arbeitsstress). Weiter werden gute Deutschkenntnisse und eine Anbindung an einen behandelnden Arzt benötigt. Alle begleitenden Behandlungen (z.B. Medikation) können beibehalten werden. Im Vorfeld und nach Abschluss der Therapie findet für alle Teilnehmer eine ausführliche diagnostische Untersuchung statt. Es werden zwei Behandlungsgruppen gebildet (A-IPT vs. TAU), denen die Studienteilnehmer randomisiert zugeordnet werden. Während die Teilnehmer der A-IPT-Gruppe sofort mit dem 8-wöchigen Gruppenprogramm starten, führen die Teilnehmer zunächst ihre bestehenden Behandlungen (z.B. Medikation, Arztkontakte, Psychotherapie) weiter. Sie erhalten nach Abschluss des insgesamt 20-wöchigen Studienzeitraums die Möglichkeit, ebenfalls kostenfrei an einem arbeitsspezifischen Gruppenprogramm teilzunehmen. Hypothesen: Die arbeitsbezogene Interpersonelle Gruppentherapie führt zu einer stärkeren Verbesserung der depressiven Symptomatik als dies mit einer herkömmlichen ärztlichen Behandlung möglich ist.

Quelle

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