Beschreibung der Studie

In Deutschland erkranken jährlich knapp 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und ca. 1.600 versterben daran. Als Hauptursache gilt eine sexuell übertragene Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV, HP-Viren). Ein wirksamer Schutz gegen eine HPV-Infektion bietet eine Impfung, die für Mädchen im Alter von 9-14 Jahren empfohlen wird. Trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit sind die Teilnahmeraten an der HPV-Impfung in Deutschland enttäuschend gering. In einem Modellvorhaben des Gesundheitsnetz Rhein-Neckar e.V. wird die Schule als neuer Zugangsweg zur Zielgruppe (Mädchen ab 9 Jahren) erprobt. Hierbei werden, nach ausführlichen Informationsveranstaltungen für die Eltern (z.B. im Rahmen von Elternabenden), freiwillige Impftage in Grundschulen angeboten. Im Sommer 2015 wurden erstmals gezielt Eltern von Mädchen ab 9 Jahren, die eine von sechs Pilotschulen in der Metropolregion Rhein-Neckar besuchen, angeschrieben und zur freiwilligen Schulimpfung eingeladen (N im ersten Studienjahr ca. 200, N im zweiten Studienjahr ca. 360). Zur Bewertung des Projekts wird den Eltern nach dem Impfzeitraum (2 Impfungen im Abstand von 6 Monaten), sowie Ärzten und Schulpersonal ein Kurzfragebogen ausgehändigt. In dieser Studie sollen pseudonymisierte Daten dieses Modellvorhabens analysiert werden, die vom Gesundheitsnetz Rhein-Neckar e.V. erhoben und bereitgestellt werden. Dies umfasst zum einen aggregierte Daten zur Teilnahmebereitschaft der Eltern und zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Impfung sowie zum anderen die Rückmeldung über die Kurzfragebögen. Ziel ist es, herauszufinden, wie das Angebot einer freiwilligen HPV-Schulimpfung bei Mädchen ab 9 Jahren in Anspruch genommen wird und welche Faktoren mit der Inanspruchnahme assoziiert sind. Zugleich sollen auch mögliche Unverträglichkeiten der Impfung aufgezeigt werden.

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Studiendetails

Studienziel Inanspruchnahme der HPV-Schulimpfung bei Mädchen ab 9 Jahren nach persönlicher Einladung der Eltern und einem Informationsabend an den Schulen. (Aggregierte Daten zu Teilnahmebereitschaft und tatsächliche Impfung, sowie pseudonymisierte Analyse der Kurzfragebögen)
Status Teilnahme nur nach Einladung
Zahl teilnehmender Patienten 560
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Epidemiologische Studie
Finanzierungsquelle Stiftung Deutsche Krebshilfe
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Pseudonymisierter Datensatz des folgenden Personenkreises:
  • Mädchen ab 9 Jahren, die eine der projektbeteiligten Schulen in der Metropolregion Rhein-Neckar besuchen
  • Eltern der Mädchen
  • Schulpersonal (Schulleitung, Klassenlehrer/in, verantwortliche Lehrkräfte/Ansprechpartner/in, Office Manager/in) der projektbeteiligten Schulen in der Metropolregion Rhein-Neckar
  • Teilnehmende Ärzte

Ausschlusskriterien

  • Fehlerhafte oder unplausible Daten zu unverzichtbaren Merkmalen im Datensatz.

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Hessen

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Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist die vierthäufigste Krebserkrankung und die vierthäufigste tumorbedingte Todesursache bei Frauen weltweit. Als Hauptursache gilt eine sexuell übertragene Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV, HP-Viren). Andere Krankheitsbilder, die durch HP-Viren verursacht werden können sind unter anderem Genitalwarzen, Anus-, Penis- oder Mund-/Rachenkrebs. Für Mädchen zwischen 9-14 Jahren wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine Schutzimpfung empfohlen, die jedoch mit einer deutschlandweiten Impfrate von 30-40% wenig genutzt wird. In Deutschland erfolgt die Aufklärung und Impfung bislang in den Arztpraxen sowie über punktuelle Informationskampagnen. Im Rahmen eines Modellvorhabens des Gesundheitsnetz Rhein-Neckar e.V. soll ein neuer Zugangsweg zur Zielgruppe erprobt werden. Dabei handelt es sich um die Durchführung von Impftagen in Grundschulen in Zusammenarbeit mit der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie dem Kreis Bergstraße, dem entsprechenden Gesundheits- und Schulamt sowie lokalen Ärzten. Im Rahmen von Elternabenden werden die Eltern ausführlich über die Impfung und den Ablauf aufgeklärt. Weiteres Informationsmaterial wird bereitgestellt. Zielgruppe des Modellprojekts „Freiwillige HPV- Schulimpfung“ sind Mädchen ab 9 Jahren, da in diesem Alter oftmals kein Bedarf für Arztbesuche (keine verpflichtende U-Untersuchung beim Kinderarzt; noch nicht beim Gynäkologen) besteht, und somit eine Informierung über HPV nicht sichergestellt ist. In sechs Pilotschulen des hessischen Kreis Bergstraße wurden erstmals im Schuljahr 2015/2016 Eltern von Mädchen ab 9 Jahren (N im ersten Studienjahr ca. 200) zur Schulimpfung eingeladen. Bisher wurde das Projekt auf 11 Schulen erweitert (N im zweiten Studienjahr ca. 360). Der Einschluss weiterer Schulen ist geplant. Für die Impfung und Datenerhebung bedarf es der schriftlichen Einwilligung der Eltern. Angaben rund um die Inanspruchnahme der Impfung werden vom Gesundheitsnetz Rhein-Neckar e.V. erhoben und in einen pseudonymisierten Datensatz integriert. Zu Beginn des eines Studienjahres umfasst dies ausschließlich aggregierte Daten zur Teilnahmebereitschaft der Eltern und zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Impfung. Nach den Impfzeiträumen (2 Impfungen im Abstand von 6 Monaten) wird den Eltern ein Kurzfragebogen zur Projektbewertung (Ablauf, Nebenwirkungen,...) ausgehändigt. Aber auch Eltern, die ihre Kinder nicht haben impfen lassen, werden im Kurzfragebogen um eine kurze Rückmeldung zum Projekt bzw. zu Gründen ihrer Nichtteilnahme gebeten. Des Weiteren sollen auch das Schulpersonal (Schulleitung, Klassenlehrer/in, verantwortliche Lehrkräfte/Ansprechpartner/in, Office Manager/in) und teilnehmende Ärzte anhand eines Kurzfragebogens das Impfprojekt bzw. dessen Ablauf einmal jährlich bewerten. Primäre Ziele der Studie sind die Untersuchung der Inanspruchnahme der freiwilligen HPV-Schulimpfung und die Analyse der Faktoren, die damit assoziiert sind. Hierfür werden sowohl die aggregierten Daten zu Teilnahmebereitschaft der Eltern und Inanspruchnahme der Impfung als auch die Daten der jeweiligen Kurzfragebögen analysiert. Dadurch können Aussagen zu Akzeptanz und Ablauf des Impfprojekts gemacht werden, sowie mögliche Unverträglichkeiten der Impfung aufgezeigt werden. Des Weiteren soll geprüft werden, ob Faktoren wie der sozioökonomische Faktor einen Einfluss auf die Impfbereitschaft der Eltern haben. Die statistischen Auswertungen erfolgen in der Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Durch das zu evaluierende Angebot und die gewünschte Inanspruchnahme der Impfung entstehen dem betroffenen Personenkreis keine zusätzlichen, über die Teilnahme an der regulär angebotenen Impfung hinausgehenden Risiken. Die unten angegeben voraussichtliche Teilnehmerzahl von N=ca. 560 gilt für das Modellprojekt und soll in den kommenden Jahren permanent gesteigert werden.

Quelle

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