Beschreibung der Studie

Die Behandlung von Schluckstörungen ist bei alten Menschen mit Mehrfacherkrankungen in eine komplexe persönliche und medizinische Situation eingebettet. Die Veränderung der Lebensmittel und Getränke zur Reduktion des Risikos einer Lungenentzündung ist in der logopädischen Schlucktherapie sehr üblich. Im klinischen Alltag werden Grenzen bezüglich der Akzeptanz und Umsetzbarkeit deutlich. Zudem erfordert die Behandlung der Schluckstörungen in der Geriatrie eine sinnvolle Anpassung dieser Maßnahme an das Therapieziel einer möglichen Heilung unter weitgehender Erhaltung der Lebensqualität. Bisher liegen über die gemeinsamen Abwägungen von Patienten und Therapeuten zwischen Aspirationsrisiko und Lebensqualität beim Essen und Trinken noch wenige Informationen vor. Die qualitative Erhebung der Perspektive Betroffener und Angehöriger soll erste wichtige Aspekte der Entscheidungen Risiko versus Lebensqualität durch Essen und Trinken ermitteln. Die Datenerhebung erfolgt mittels halbstrukturierter, problemzentrierter Interviews. Jeweils ein Patient und der dazugehörige Angehörige werden als Paar, jedoch in Einzelinterviews befragt. An der Studie teilnehmen werden einwilligungsfähige Patienten mit leichtgradiger bis schwerer Schluckstörung, sowie mindestens einer Woche Erfahrung mit angepasster Kost. Die Ergebnisse der routinemäßigen videoendoskopischen Schluckuntersuchung werden zur Risikobewertung (inwieweit Speisen oder Flüssigkeit in die Lunge gelangen können) hinzugezogen. Nach Abschluss eines Interviews erfolgt die wörtliche Übertragung in Textform und die inhaltliche Analyse der Daten.

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Studiendetails

Studienziel Ermittlung relevanter Aspekte aus der Betroffenen- und Angehörigenperspektive zu den Entscheidungen zwischen dem Risiko der Aspiration und der Lebensqualität durch Essen und Trinken bei oral ernährten Patienten mit Dysphagie. Die Daten werden mittels halbstrukturierter, problemzentrierter Interviews mit den Patienten und den dazugehörigen Angehörigen (einzeln) erhoben.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 12
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle AGAPLESION Bethanien KrankenhausAbteilung Logopädie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Angehörige / Patienten AGAPLESION Bethanien Krankenhaus Heidelberg
  • Patienten logopädischer Kollegen im AGAPLESION Bethanien Krankenhaus
  • Patienten: Mini Mental State ≥ 24, auskunftskompetent
  • Dysphagie: GUSS* ≤ 19
  • Schluckstörungskost 1 (püriert) bis Schluckstörungskost 2 (halbfest), mindestens 1 Woche während des Aufenthaltes
  • NTID** ≥ 3, Inhalt des Sprechens im wesentlichen verständlich
  • Akute oder rehabilitationsbedürftige geriatrische Erkrankung und Multimorbidität
  • Alter ≥ 75

Ausschlusskriterien

  • Patienten anderer Einrichtungen
  • Keine oder nicht erreichbare Angehörige
  • Patienten mit gesetzlichem Betreuer
  • Vom Untersucher behandelte Patienten und deren Angehörige
  • Mini Mental State < 24
  • GUSS ≥ 20
  • Schluckstörungskost 3 – Vollkost
  • NPO (keine orale Nahrung und Flüssigkeit)
  • NTID ≤ 2 , Sprechen überwiegend oder komplett unverständlich
  • Aphasie
  • Alter < 75
  • GUSS = Gugging Swallowing Screen (Trapl, 2007)
  • NTID = Verständlichkeitsskala, National Technical Institute for the deaf (Ziegler, 1994)

Adressen und Kontakt

AGAPLESION Bethanien Krankenhaus Heidelberg, Heidelberg

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Häufig gestellte Fragen

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Die Behandlung der Dysphagie ist bei alten Menschen mit Multimorbidität in eine komplexe persönliche und medizinische Situation eingebettet. Die übliche Kostformadaptation zur Minimierung des Aspirationsrisikos als therapeutische Maßnahme in der Dysphagietherapie stößt im klinischen Kontext auf Grenzen der Akzeptanz und Umsetzbarkeit. Das Dysphagiemanagement in der Geriatrie erfordert zudem eine sinnvolle Anpassung an das gesamte Therapiekonzept. Der Therapiefokus zwischen kurativer und palliativer Therapie sollte sich in den Entscheidungen abbilden. Bisher liegen über die komplexen Entscheidungssituationen zu adaptierten Kostformen in der geriatrischen Dysphagietherapie noch wenige Daten vor. Die qualitative Erhebung der Perspektive Betroffener und Angehöriger, soll erste relevante Aspekte für die Entscheidungen zwischen Aspirationsrisiko und Lebensqualität bei oraler Ernährung ermitteln. Es erfolgt die Datenerhebung mittels halbstrukturierter, problemzentrierter Interviews. Jeweils ein Patient und der dazugehörige Angehörige werden als Dyade, jedoch in Einzelinterviews befragt. Eingeschlossen werden einwilligungsfähige Patienten mit leichtgradiger bis schwerer Dysphagie, sowie mindestens einer Woche Erfahrung mit adaptierter Kost. Die Ergebnisse der routinemäßigen Videoendoskopie werden zur Bewertung des Aspirationsrisikos hinzugezogen. Nach Abschluss eines Interviews erfolgt die wörtliche Transkription und die qualitative Inhaltsanalyse der Daten.

Quelle

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