Beschreibung der Studie

Ein Delir tritt nach chirurgischen Eingriffen oder auch Krankenhausaufenthalt auf. Die Beschwerden wie Verwirrtheit, fehlende Orientierung oder auch Aggressivität und Bettflucht nehmen nach wenigen Tagen von selbst ab. Manchmal kommt es auch zu länger andauernden Störungen von Gedächtnis, Orientierung und Konzentration, die Tage oder Monate anhalten können. Man spricht dann von postoperativer kognitiver Dysfunktion (POCD). Häufiger betroffen sind dabei ältere Patienten oder Patienten nach bestimmten Operationen, wie herzchirurgischen Eingriffen. In den meisten Fällen zeigt sich ein postoperatives Delir bereits in den ersten Tagen nach der Operation, häufig bereits auf der Intensivstation. Obwohl es Risikofaktoren gibt, wie z.B. Alter oder eine vorbestehende geistige Beeinträchtigung, ist nicht konkret vorhersehbar, wer unter einem Delir leiden wird. Der Schwerpunk der Studie ist es, durch die Bestimmung von Parametern aus dem Blut in der Zukunft herausfinden zu können, ob Patienten, an denen ein kardiochirurgischer Eingriff geplant ist, unter einem Delir leiden werden, schon bevor die Operation durchgeführt wird. Im Rahmen dieser Studie soll standardisiert mit einer ausführlichen Untersuchungsmethode ein Screening auf Delir und das Ausmaß einer postoperativen kognitiven Dysfunktion (POCD) durchgeführt werden. Die Analyse von Blutproben zu verschiedenen Zeitpunkten im Verlauf des Krankenhausaufenthalts auf verschiedene Parameter, unter anderem natriuretische Peptide, soll deren Eignung als Biomarker für Delir und POCD überprüfen.

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Studiendetails

Studienziel Auftreten von Delir (Confusion Assessment Method for the Intensive Care Unit, Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders 5th Edition bzw. Chart-Based-Method im Krankenhaus) bzw. bzw. POCD (Repeatable Battery for the Assessment of Neuropsychological Status präoperativ, bei Entlassung und 6 Monate nach Entlassung)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinikum der Ludwigs-Maximilians-Universität München, Campus Großhadern

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • elektive, kardiochirurgische Operation an der Herz-Lungen-Maschine

Ausschlusskriterien

  • kardiochirurgischer Kombinationseingriff, Notfalleingriff, schwere (chronische Niereninsuffizienz GFR < 60ml/min), hepatische (Leberzirrhose mit hepatischer Enzephalopathie) oder psychiatrische Erkrankung (vorbestehende Demenz, Schizophrenie, Demenz, Depression) oder pulmonale Hypertonie, präoperativ schwere kognitive Einschränkung (MMSE < 24), präoperativer Hb-Wert < 10g/dl

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Das Delir (POD) ist eine häufige Komplikation bei Patienten während Intensivtherapie und nach kardiochirurgischem Eingriff mit verlängertem Aufenthalt auf der Intensivstation, erhöhter Morbidität und Mortalität. Das Delir ist eine akute Aufmerksamkeitsstörung mit Störung des Bewusstseins, der Wahrnehmung und des Denkens, dem ein medizinischer Krankheitsfaktor zugrunde liegt. Patienten mit POD durchleiden im Anschluss häufig eine chronische Phase kognitiver Einschränkung (Postoperative Kognitive Dysfunktion, POCD). POD und POCD entstehen auf Basis einer neuronalen Schädigung im Zusammenspiel von individueller Vulnerabilität (Alter, Vorerkrankung des Patienten) mit Noxen wie kardiopulmonalem Bypass an der Herzlungenmaschine oder Sepsis. Natriuretische Peptide sind bei kardiochirurgischen Operationen deutlich erhöht und interagieren mit der endothelialen Barrierefunktion. Endotheliale Dysfunktion ist wichtiger Bestandteil der Pathophysiologie zerebraler Fehlfunktionen und mit einer erhöhten Delirinzidenz assoziiert. Die Studie soll überprüfen, ob natriuretische Peptide sich als perioperative Marker für das Auftreten von Delir und kognitivem Defizit bei kardiochirurgischen Patienten eignen. Bislang wurde der Zusammenhang zwischen Delir und natriuretischen Peptiden nicht in einer prospektiven Studie untersucht. Natriuretische Peptide wären als Biomarker ein völlig neuer Ansatz in der Prädiktion akuter und chronischer kognitiver Defizite nach kardiochirurgischen Eingriffen.

Quelle

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