Beschreibung der Studie

Die vorliegende Studie untersucht die neurobiologischen Mechanismen beim Tourette-Syndrom und deren Auswirkungen auf das Verhalten. Dem Tourette-Syndrom liegt mutmaßlich eine Störung von Neurotransmittersystemen und Strukturen im Gehirn zugrunde. Diese sind entscheidend an der Regulation von Handlungs- und Entscheidungsfindungsprozessen. Wir verwenden dazu verschiedene computerbasierende Tests sowie Fragebögen. Insgesamt werden 15 Patienten mit Tourette Syndrom bei bestehender Tiefen Hirnstimulation, 25 Patienten mit Tourette Syndrom und 25 Kontrollprobanden eingeschlossen. Die vorliegende Studie soll die beim Tourette-Syndrom angenommenen Störungen der Handlungs- und Entscheidungsfindung im Vergleich zu gesunden Normalprobanden charakterisieren. Darüber hinaus soll der Einfluss von Tiefer Hirnstimulation auf jene Prozesse untersucht werden. Wir gehen davon aus, dass Handlungs- und Entscheidungsfindung im Vergleich zu gesunden Normalprobanden beim Tourette Syndrom gestört ist. Anmerkung: Tourette-Syndrom ist eine chronische neuropsychiatrische Erkrankung gekennzeichnet von vokalen und motorischen unwillkürlichen Lauten und Bewegungen. Tiefe Hirnstimulation ist ein Stimulationsverfahren, welches bei therapieresistenten neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen zur Anwedung kommt.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Es wird die Veränderung der Impulsivität mittels des k-Parameters des Delay Discounting erfasst (ein höherer k-Wert ist ein Hinweis auf vermehrte Impulsivität und ein niedriger k-Wert ist ein Hinweis auf geringere Impulsivität) und wird mit dem Baseline-Wert (Testung vor der OP) mit den akuten Effekt der On/Off Bedingung verglichen. Außerdem soll ein Vergleich zwischen Patienten mit Tourette-Syndrom, THS-Patienten mit Tourette-Syndrom sowie Kontrollprobanden erfolgen.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 65
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Marga und Walter Boll -Stiftung

Ihr ganz persönlicher Ticstörung-Studienberater

Über 10.000 Patienten und Angehörige erhalten über den Studienberater aktuelle und passende Studien per E-Mail. Melden Sie sich jetzt an!

  • Neue Behandlungen entdecken
  • Keine Chance verpassen
  • Wichtigen Beitrag zum medizinischen Fortschritt leisten

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Probanden im Alter zwischen 18 und 60 Jahren
  • Probanden müssen einwilligungsfähig sein und eine Einwilligungserklärung unterschreiben können
  • Probenden müssen geschäftsfähig sein

Ausschlusskriterien

  • Klinisch relevante psychiatrische Erkrankung
  • Schwere und instabile körperliche Erkrankung und Gehirntumore
  • Klinisch relevante internistische oder neurologische Erkrankungen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Fremdaggressivität und Suizidalität in den letzten sechs Monaten
  • Aktuell psychotische Symptomatik
  • Teilnahme an einer klinischen Studie innerhalb der letzten dreißig Tage vor Beginn dieser Studie
  • Rückzug der Einverständniserklärung

Adressen und Kontakt

Uniklinik Köln, Köln

Ansprechpartner: M.Sc. Psych. Canan Peisker

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Häufig gestellte Fragen

Das Tourette-Syndrom ist eine oftmals chronisch verlaufende neuropsychiatrische Erkrankung, die mit starker sozialer Stigmatisierung und erheblicher Einschränkung der Lebensqualität einhergeht. Wenngleich für die Pathophysiologie der Störung kein einheitliches Erklärungsmodell besteht, gilt eine Störung der Regelkreise zwischen Basalganglien, kortikalen Arealen und thalamischen Kerngebieten als gesichert. Die beim Tourette-Syndrom dysregulierten Strukturen und Neurotransmittersysteme sind mutmaßlich entscheidend an der Regulation von Handlungs- und Entscheidungsfindungsprozessen beteiligt. Sowohl klinische Erfahrung als auch medizinische Fachliteratur liefern eindeutige Hinweise, dass die Regulation dieser Entscheidungsprozesse bei Patienten mit Tourette-Syndrom in psychosozial relevanter Art und Weise beeinträchtigt ist. Dabei ist das Ausmaß der Beeinträchtigungen bisher nur rudimentär erforscht, obwohl die pathophysiologischen Erklärungsmodelle zum Tourette-Syndrom eine ausreichende theoretische Basis für spezifische Hypothesen der vorliegenden Dysregulation von Handlungs- und Entscheidungsfindungsprozessen bieten. Zu diesem Zweck sollen im Rahmen des vorliegenden Projektes bei Patienten mit Tourette-Syndrom und gesunden Kontrollprobanden computergestützte Entscheidungsaufgaben in Kombination mit elektroenzephalografischen Messungen (EEG) erhoben werden. Hierdurch sollen die mutmaßlichen Dysregulationen auf Verhaltensebene und im Rahmen der neuronalen Verarbeitung erfasst und charakterisiert werden. Im zweiten Kernprojekt sollen die Auswirkungen von hochfrequenter chronischer Stimulation thalamischer Kerngebiete (Tiefe Hirnstimulation), eine vielversprechende Behandlungsmöglichkeit für anderweitig therapieresistente Patienten, sowohl auf relevante Verhaltensmerkmale als auch auf die neuronale Verarbeitung untersucht werden. Hierdurch erhoffen wir uns relevante grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse über den Einfluss der Tiefen Hirnstimulation auf die Dysregulation von Handlungs- und Entscheidungsprozessen zu gewinnen.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien