Beschreibung der Studie

Patienten werden nach einer Amputation seit annähernd einem Jahrhundert mit der sogenannten Schafttechnik versorgt. Trotz fortlaufender Entwicklung in der Prothetik kann es zu Komplikationen beim Tragen der Prothese kommen. In Extremfällen können die Patienten mit Schafttechnik nicht mobilisiert werden. Eine Alternative bietet hier die osseointegrierten Prothesenverankerung. Dabei wird ein Implantat in den verbliebenen Femur eingebracht und am Stumpfende durch die Haut nach außen geführt. Die osseointegrierte Prothesenverankerung ersetzt den Schaft und es entsteht eine direkte Verbindung zwischen dem Prothesenbein und dem muskuloskelettalen Bewegungsapparat. Mit einer Amputation geht Muskelvolumen verloren, was zu einem Ungleichgewicht der Muskulatur führt. Dies wird häufig durch eine stärkere Nutzung der kontralateralen Seite ausgeglichen, was die degenerative Veränderung der Gelenke begünstigt. So konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer Amputation und einem erhöhten Risiko einer Gonarthrose des kontralateralen Beins nachgewiesen werden. Aufbauend auf eigenen Vorarbeiten wird ein patientenspezifisches Mehrkörpermodell vom muskuloskelettalen Bewegungsapparat der Oberschenkelamputierten entwickelt. Dabei sollen die verschiedenen Versorgungskonzepte, die der Schafttechnik und der osseointegrierten Prothesenverankerung, berücksichtigt werden. Darüber hinaus beinhaltet das Modell die besondere Muskelund Knochensituation und soll neben der Kontaktkraft die Muskelkräfte während alltäglicher Aktivitäten, wie z.B. Gehen in der Ebene und Treppensteigen, bestimmen. Geplant ist der Einsatz von Bildgebung, Ganganalyse und Mehrköpersimulation. Ziel des Projekts ist es, den Effekt einer osseointegrierten Prothesenversorgung im Vergleich zu konventionellen Versorgungen auf Gangbild und Gelenkbelastungen zu untersuchen. Es sollen zwei Arbeitshypothesen geprüft werden: 1a) Die Patienten mit einer Schaftversorgung weisen verglichen mit gesunden Probanden ein Gangbild auf, welches zu einer erhöhten Belastung im kontralateralen Hüftgelenk führt. 1b) Die Patienten mit einer osseointegrierten Prothesenverankerung weisen verglichen mit gesunden Probanden ein Gangbild auf, welches zu einer erhöhten Belastung im kontralateralen Hüftgelenk führt. 2) Patienten, die mit einer osseointegrierten Prothesenverankerung versorgt sind, weisen ein symmetrischeres Gangbild auf als Patienten, die mit der konventionellen Schafttechnik versorgt sind und haben eine geringere Belastung im Hüftgelenk. Zusätzlich sollen Verfahren zur Stumpfgestaltung mit dem klinischen Partner hinterfragt und optimiert werden. Daraus folgend soll ein Oberschenkelstumpf modellhaft erarbeitet werden, der optimierte Muskelansätze zur Energieaufwandsreduzierung aufweist. Langfristig ließe sich somit die Lebensqualität von betroffenen Patienten steigern und erhalten, weil z.B. die Entstehung von Arthrose bedingt durch eine erhöhte Belastung des kontralatralen Hüftgelenks abgeklärt werden kann.

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Studiendetails

Studienziel Resultierende Last (Kraft/Moment) im Hüftgelenk
Status Teilnahme möglich
Studienphase 4
Zahl teilnehmender Patienten 103
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Body Mass Index <30
  • Einwilligung in Teilnahme
  • Gruppe I & II Patienten mit Oberschenkelamputation
  • Einseitige Oberschenkelamputation
  • Mobilitätsklasse 3 „uneingeschränkter Außenbereichsgeher“ oder 4 „uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Ansprüchen“
  • Prothetische Erstversorgung ist seit mehr als zwei Jahren abgeschlossen
  • Mikroprozessorgesteuertes Kniepassteil

Ausschlusskriterien

  • Neurologische Erkrankungen, die das Bewegungsverhalten beeinträchtigen
  • Einschränkungen des muskuloskelettalen Bewegungsapparates
  • Allergische Reaktion auf Pflaster/Markertape
  • Benutzung von Gehilfen
  • Patient empfindet MRT nach eigener Einschätzung als Belastung

Adressen und Kontakt

Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

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Häufig gestellte Fragen

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Patienten werden nach einer Amputation seit annähernd einem Jahrhundert mit der sogenannten Schafttechnik konventionell versorgt. Trotz fortlaufender Entwicklung in der Prothetik kann es zu Komplikationen, wie Hautproblemen, beim Tragen der Prothese kommen. In Extremfällen können die Patienten mit Schafttechnik nicht mobilisiert werden. Eine Alternative bietet hier die osseointegrierten Prothesenverankerung. Dabei wird ein Implantat in den verbliebenen Femur eingebracht und am Stumpfende durch die Haut nach außen geführt. Die osseointegrierte Prothesenverankerung ersetzt den Schaft und es entsteht eine direkte Verbindung zwischen dem Prothesenbein und dem muskuloskelettalen Bewegungsapparat. Mit einer Amputation geht ein Teil an Muskelvolumen verloren und führt zu einem Ungleichgewicht der Muskulatur des Oberschenkels. Der Verlust wird häufig durch eine stärkere Nutzung der kontralateralen Seite ausgeglichen, was die degenerative Veränderung der Gelenke begünstigt. So konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer Amputation und einem erhöhten Risiko einer Gonarthrose des kontralateralen Beins nachgewiesen werden. Aufbauend auf den eigenen Vorarbeiten wird ein patientenspezifisches Mehrkörpermodell vom muskuloskelettalen Bewegungsapparat der Oberschenkelamputierten entwickelt. Dabei sollen die verschiedenen Versorgungskonzepte, die der konventionellen Schafttechnik und der osseointegrierten Prothesenverankerung, berücksichtigt werden. Für die Erstellung des patientenspezifischen Mehrkörpermodells werden von den Patienten MRT-Aufnahmen angefertigt, um die besondere Muskel- und Knochensituation der Amputierten abbilden zu können. Mit der Durchführung einer Bewegungsanalyse mit den Studienteilnehmern von alltäglichen Aktivitäten, wie das Gehen in der Ebene und das Treppensteigen, kann das Computermodell die Kontaktkraft der Hüfte und die wirkenden Muskelkräfte berechnen. Für die Untersuchungen sollen insgesamt 103 Patienten/Probanden als Teilnehmer akquiriert werden, die sich auf folgende Gruppen aufteilen: • Gruppe „Schaftversorgt“ mit 28 Patienten • Gruppe „Osseointegriert“ mit 20 Patienten • Vergleichsgruppe mit 55 gesunden Probanden Ziel des Projekts ist es, den Effekt einer osseointegrierten Prothesenversorgung im Vergleich zu konventionellen Schaftversorgungen auf Gangbild und Gelenkbelastungen zu untersuchen. Es sollen zwei Arbeitshypothesen geprüft werden: (1a) Die Patienten mit einer Schaftversorgung weisen verglichen mit gesunden Probanden ein Gangbild auf, welches zu einer erhöhten Belastung im kontralateralen Hüftgelenk führt. (1b) Die Patienten mit einer osseointegrierten Prothesenverankerung weisen verglichen mit gesunden Probanden ein Gangbild auf, welches zu einer erhöhten Belastung im kontralateralen Hüftgelenk führt. (2) Patienten, die mit einer osseointegrierten Prothesenverankerung versorgt sind, weisen ein symmetrischeres Gangbild auf als Patienten, die mit der konventionellen Schafttechnik versorgt sind und haben eine geringere Belastung im Hüftgelenk. Zusätzlich sollen aktuell übliche Verfahren zur Stumpfgestaltung zusammen mit dem klinischen Partner hinterfragt und optimiert werden. Daraus folgend soll ein Oberschenkelstumpf modellhaft erarbeitet werden, der aus biomechanischer Sicht optimierte Muskelansätze zur Energieaufwandsreduzierung aufweist. Langfristig ließe sich somit die Lebensqualität von betroffenen Patienten steigern und erhalten, weil z.B. die Entstehung von Arthrose bedingt durch eine erhöhte Belastung des kontralateralen Hüftgelenks abgeklärt werden kann.

Quelle

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