Beschreibung der Studie

Internet-Behandlungsprogramme stellen eine wichtige psychotherapeutische Entwicklung der letzten Dekade dar. Vorteile sind rasche Einsatzfähigkeit und die zeitliche und räumliche Flexibilität der Nutzung. Solche Online-Programme können ergänzend zu persönlicher Therapie eingesetzt werden und durch eine Intensivierung der Therapie die Kosten-Effektivität verbessern. Bisher wurden für viele psychische Störungen Online-Programme entwickelt und untersucht. Für die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) wurde bisher noch kein derartiges Programm entwickelt, obwohl BPS-Betroffene eine hohe Affinität zum Internet zeigen. In Kooperation mit der GAIA AG, Hamburg, wurde ein schematherapiebasiertes Online-Programm zur Therapieunterstützung für Patienten mit BPS entwickelt. In dieser Studie soll die Anwendung des Programmes untersucht werden. Hierbei soll v.a. der subjektive Eindruck von Patienten erhoben werden, um herauszufinden, ob das Programm von Patienten mit BPS akzeptiert wird und sie es als hilfreich empfinden. Eingeschlossen werden bis zu 20 Patienten mit BPS, die priovi unterstützend zur persönlich erbrachten Psychotherapie nach der Methode der Schematherapie erhalten. Aufbauend auf den Ergebnissen soll einerseits das Programm angepasst und andererseits ggfs. eine größere Studie zur Effektivität des Programmes vorbereitet werden.

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Studiendetails

Studienziel Erhebung der subjektiven Erfahrungen der Patienten mit dem Online-Programm priovi mittels eines leitfaden-gestützten Interviews über den gesamten Verlauf der Therapie
Status Teilnahme möglich
Studienphase 1
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität zu Lübeck

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Primäre Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV (diagnostiziert durch SKID-II-Interview)
  • Schweregrad der Borderline-Persönlichkeitsstörung > 20 Punkte im BPDSI-Interview (dies ist ein empirisch gesichertes Schweregrad-Kriterium, das die BPS-Pathologie von anderen PS abgrenzt)
  • Bereitschaft an der Studie teilzunehmen (informed consent)

Ausschlusskriterien

  • Psychotische Störung (Lebenszeitdiagnose)
  • Minderbegabung (IQ<85)
  • Unzureichende Kommunikationsfähigkeit in der deutschen Sprache
  • Akute schwerwiegende Substanzabhängigkeit, die starke kognitive Einschränkungen bei den Therapien verursacht und eine Entzugsbehandlung erforderlich macht.

Adressen und Kontakt

Psychiatrische Institutsambulanz, Lübeck

Ansprechpartner: Dr. med. Eva Faßbinder

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Häufig gestellte Fragen

Internet-Behandlungsprogramme stellen eine wichtige psychotherapeutische Entwicklung der letzten Dekade dar. Vorteile sind u.a. rasche Einsatzfähigkeit und die zeitliche und räumliche Flexibilität der Nutzung. Solche Online-Programme können ergänzend zu persönlicher Therapie eingesetzt werden und durch eine Intensivierung der Therapie die Kosten-Effektivität verbessern. Bisher wurden für viele psychische Störungen Online-Programme entwickelt und untersucht. Für die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) wurde bisher noch kein derartiges Programm entwickelt, obwohl BPS-Betroffene eine sehr hohe Inanspruchnahme von Psychotherapie und entsprechend hohe Behandlungskosten zeigen. Zudem besteht im klinischen Eindruck in dieser Gruppe eine hohe Affinität zum Internet. In Kooperation mit der GAIA AG, Hamburg, wurde ein schematherapiebasiertes Online-Programm zur Therapieunterstützung für Patienten mit BPS entwickelt. In dieser Studie soll die Anwendung des Programmes pilotiert werden. Es wird in einem vorwiegend qualitativen Ansatz untersucht, ob das Programm von Patienten mit BPS akzeptiert wird und Compliance mit der Nutzung aufgebaut werden kann. Eingeschlossen werden bis zu 20 Patienten mit BPS, die priovi unterstützend zur persönlich erbrachten Psychotherapie nach der Methode der Schematherapie erhalten. Anhand von Fragebögen und Interviews wird die Schwere der BPS und sonstiger Psychopathologie gemessen. Das zentrale Messinstrument ist jedoch ein qualitatives leitfadengestütztes Interview, mit dem die subjektiven Erfahrungen der Patienten erhoben werden. Aufbauend auf den Ergebnissen soll einerseits das Programm angepasst und andererseits ggfs. eine größere randomisierte Studie zur Effektivität des Programmes vorbereitet werden.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien