Beschreibung der Studie

Depression ist eine häufige und stark beeinträchtigende psychische Erkrankung. Neben medikamentöser Behandlung spielen psychotherapeutische Interventionen eine zentrale Rolle in der Behandlung von depressiven Störungen. Durch die Erforschung der psychotherapeutischen Methoden hat sich die Behandelbarkeit in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert, dennoch bestehen weiterhin Optimierungspotenziale. Eine der neueren Therapiemethoden ist die Metakognitive Therapie (MCT), die ihre Wirksamkkeit bereits in kleineren Studien belegen konnte. Behavioral Activation (BA) ist eine gut etablierte Methode zur Depressionsbehandlung mit hoher wissenschaftlicher Evidenz. MCT und BA setzen an unterschiedlichen Stellen zur Depressionsbehandlung an, sodass ein Vergleich der beiden Methoden unter den Aspekten von Wirksamkeit und Weiterentwicklung von Psychotherapiemethoden besonders interessant erscheint. In der geplanten Studie werden die beiden Therapiemethoden, MCT und BA, erstmals in ihrer Wirksamkeit verglichen werden. Hierbei sollen 128 Patienten mit einer mittelgradigen oder schwergradigen depressiven Episode (64 pro Behandlungsbedingung) untersucht werden. Die Patienten erhalten in beiden Studienbedingungen über maximal sechs Monate jeweils eine Einzelsitzung und eine Gruppensitzung pro Woche. Als wichtiger Parameter wird die Reduktion der depressiven Symptomatik untersucht. Darüberhinaus werden Daten zur allgemeinpsychiatrischen Symptomatik, zur Lebensqualität, zum allgemeinen Funktionsniveau und zur sozialen Integration sowie zum Vorliegen weiterer psychischer Störungen erhoben. Die Datenerhebung findet vor Therapiebeginn, drei Monate nach Therapiebeginn, nach Therapieende sowie sechs Monate, ein und zwei Jahre nach Therapieende statt, um auch den Langzeitverlauf zu untersuchen.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Primäres Outcome: Schweregrad der depressiven Symptomatik gemessen mit der Hamiliton Rating Scale for Depression (HRSD) zu Therapieende (6-Monats-Messzeitpunkt)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 128
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität zu Lübeck

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Primäre Diagnose einer Depression nach DSM-IV (diagnostiziert mit dem SKID-I-Interview)
  • Schweregrad der Depression > 16 Punkte im HRSD-Interview.
  • Bereitschaft an der Studie teilzunehmen (informed consent)
  • Bereitschaft über maximal sechs Monate in der Studie zu verbleiben und regelmäßig an den Therapien teilzunehmen (keine Umzugspläne, keine längeren stationären Aufenthalte geplant)

Ausschlusskriterien

  • Lebenszeitdiagnose einer psychotischen Störung
  • Lebenszeitdiagnose einer bipolaren Störung
  • Minderbegabung (IQ < 85)
  • Akute Suizidalität
  • Akute schwerwiegende Substanzabhängigkeit (DSM-IV), die eine Entzugsbehandlung erforderlich macht. Nach der Durchführung einer Entzugsbehandlung und eines Beobachtungszeitraums von zwei Monaten Abstinenz ist eine Teilnahme möglich.
  • Unzureichende Kommunikationsfähigkeit in der deutschen Sprache

Adressen und Kontakt

Psychiatrische Institutsambulanz, Lübeck

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Vielen Dank! Wir haben Ihnen die angeforderten Kontaktdaten aus Lübeck via E-Mail verschickt.

Bitte überprüfen Sie auch Ihren SPAM Ordner.

Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, helfen wir Ihnen gerne. Unsere E-Mail-Adresse lautet kontakt@viomedo.de. Schreiben Sie uns Ihre Anregungen, Fragen und Tipps – auch Kritik und Probleme können Sie gerne äußern.

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Wir senden Ihnen die Kontaktdaten der Klinik und Informationen über mögliche nächste Schritte auf Ihre E-Mail-Adresse

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Durch das Absenden erkläre ich mich ausdrücklich damit einverstanden, dass Viomedo meine Daten, einschließlich Gesundheitsdaten, verarbeitet, um mir die Kontaktdaten der Studie zuzusenden und um mir Informationen (z.B. über klinische Studien) per E-Mail zuzusenden. Mein Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Die Datenschutzerklärung, insbesondere die Hinweise zum Anfordern von Kontaktdaten und zum Studienberater, habe ich zur Kenntnis genommen.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Depression ist eine häufige und stark beeinträchtigende psychische Erkrankung, die mit hoher Suizidalität und Komorbidität sowie niedriger Lebensqualität und hohen Behandlungskosten einhergeht. Es besteht ein Konsensus darüber, dass neben pharmakologischen Behandlungsmethoden psychotherapeutische Interventionen eine zentrale Rolle in der Behandlung von depressiven Störungen einnehmen. Durch die Erforschung der psychotherapeutischen Methoden hat sich die Behandelbarkeit in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert, dennoch bestehen weiterhin Optimierungspotenziale. Eine der neueren Therapiemethoden ist die Metakognitive Therapie (MCT), die in Fallstudien und kleineren randomisierten Studien hohe Effektstärken zeigte. Eine Therapiemethode mit hoher Evidenzbasierung, Behavioral Activation (BA), wurde im Zuge der dritten Welle der Verhaltenstherapie neu überarbeitet. MCT und BA setzen an unterschiedlichen Stellen zur Depressionsbehandlung an und zeigen auf der Technikebene kaum Überschneidungen, sodass ein Vergleich der beiden Methoden unter den Aspekten von Wirksamkeit, Methodenentwicklung, spezifischer Indikation („what works for whom“) und Prozessforschung besonders interessant erscheint. In der geplanten Pilotstudie sollen die beiden Therapiemethoden, MCT und BA, erstmals in ihrer Wirksamkeit unter Versorgungsbedingungen („effectiveness“) verglichen werden. Es handelt sich um ein randomisiertes Studiendesign mit geplanten 128 Patienten mit einer mittelgradigen oder schwergradigen depressiven Episode (64 pro Behandlungsbedingung). Die Patienten erhalten in beiden Studienbedingungen über maximal sechs Monate jeweils eine Einzelsitzung und eine Gruppensitzung pro Woche. Primäres Outcome ist der Schweregrad der depressiven Symptomatik gemessen mit der Hamilton Rating Scale for Depression (HRSD). Als weitere Outcomemaße werden allgemeine und depressionsspezifische Verlaufsparameter, methodenspezifische Prozessparameter, Daten zur Lebensqualität, zum allgemeinen Funktionsniveau und zur sozialen Integration sowie zum Vorliegen weiterer psychischer Störungen erhoben. Die Erhebung des Hauptoutcomemaßes und der sekundären Ergebnismaße findet vor Therapiebeginn, drei Monate nach Therapiebeginn, nach Therapieende sowie sechs Monate nach Therapieende statt. Katamnesen sind zusätzlich für ein und zwei Jahre nach Therapieende geplant, können aber nicht im zeitlichen Rahmen des Arbeitsprogramms für den Einzelantrag durchgeführt werden. Zudem werden wöchentlich ausgewählte Prozessparameter und die Depressionsschwere erhoben. Im Rahmen einer explorativen Datenanalyse sollen zusätzliche mögliche Moderatoren und Mediatoren (u.a. methodenspezifische psychologische Veränderungen, Geschlecht, Alter, Symptomschwere, Komorbidität, traumatische Kindheitsereignisse) beleuchtet werden.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.