Beschreibung der Studie

Eine möglichst exakte Überwachung der Körperfunktionen während operativer Eingriffe unter Narkose stellt einen wesentlichen Sicherheitsfaktor dar. Trotz erheblicher Fortschritte auf diesem Gebiet stehen bislang für das Gehirn nur sehr aufwendige Verfahren zur Verfügung, die während Operationen nicht oder nur sehr eingeschränkt einsetzbar sind. Mittlerweile konnte eine Methode entwickelt werden, die die Strömungsgeschwindigkeit in Blutgefäßen des Gehirns mittels Ultraschall misst, die sogenannte "Transkranielle Dopplersonographie ". Dieses Verfahren ist frei von jeglicher Beeinträchtigung des Patienten und wird bereits vorwiegend zur Beurteilung von Gefäßverengungen eingesetzt. Da bis heute jedoch nicht vollständig geklärt ist, wie genau uns dieses sehr einfach durchzuführende Verfahren während der Narkose Informationen über die Hirndurchblutung liefert, möchten wir diese zusätzlich mit einer anderen bereits bekannten Methode, der Kety-Schmidt Technik, messen. Die Kety-Schmidt-Technik wird von unser Forschungsgruppe bereits seit vielen Jahren für spezielle Fragen zur Durchblutung des Gehirns eingesetzt. Der Spiegel des Kohlendioxid-Partialdrucks (PaCO2) im arteriellem Blut kann sich während eines operativen Eingriffes unter Narkose verändern. Dies hat auch Einfluss auf die Hirndurchblutung. So kann eine niedriger PaCO2 Spiegel zu einer Abnahme der Hirndurchblutung führen und umgekehrt. Diese „Kohlendixoid-Reaktivität“ ist auch unter Narkose ein wichtiger biologischer Regelkreis. Bei einer Allgemeinanästhesie wird die Atmungsfunktion (der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid) durch künstliche Beatmung mit einem speziellen Beatmungsgerät gesteuert. Der Spiegel des PaCO2 kann, je nach Bedarf, durch vermehrte oder verminderte Atmung (Normoventilation, Hypoventilation oder Hyperventilation) gezielt gesteuert und verändert werden. Ziel dieser Studie ist es also, den Zusammenhang zwischen der Durchblutung des Gehirns und der Blutflussgeschwindigkeit in der großen mittleren Schlagader des Gehirn zu untersuchen. Hierzu sollen 30 männliche Patienten nach Einleitung der Narkose und vor dem Begin einer Operation an den Herzkranzgefäßen untersucht werden. Die wissenschaftliche Fragen sind: 1. Welchen Einfluss haben leichte Veränderungen der Beatmung auf die Gehirndurchblutung? a. Ist die „Kohlendixoid-Reaktivität“ zwischen Hirndurchblutung und Blutflussgeschwindigkeit linear und verhältnisgleich? b. Sind abgeleitete Parameter des Gefäßwiderstands der zwei Untersuchungsmethoden gleichfalls linear und verhältnisgleich? c. Inwieweit verändern sich Parameter des Stoffwechsels? 2. Welchen Einfluss hat das Narkosemittel Halothan auf den Zusammenhang zwischen Hirndurchblutung und Blutflussgeschwindigkeit und auf die „Kohlendixoid-Reaktivität“? 3. Welchen Einfluss hat das Blutdruckmittel Nitroglyzerin auf den Zusammenhang zwischen Hirndurchblutung und Blutflussgeschwindigkeit und auf die „Kohlendixoid-Reaktivität“?

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Studiendetails

Studienziel Die Studie wurde vor dem CONSORT Statement (Consolidated Standards of Reporting Trials) konzipiert und ausgeführt. Ziel dieser Studie ist es, Messungen der Blutströmungsgeschwindigkeit in der A. cerebri media (Vmca) mittels der transkraniellen Doppler Sonographie (TCD) mit Messungen des globalen zerebralen Blutflusses (CBF) mittels der modifizierten Kety-Schmidt-Technik (KST) unter Verwendung von Argon als Indikator zu vergleichen. Hauptzielparameter: Veränderungen der mittleren Durchblutungsgeschwindigkeit der A. cerebri media (Vmca) und des zerebralen Blutflusses (CBF), der zerebralen CO2-Reaktivität (CO2-R), der zerebralen Sauerstoffzufuhr (cDO2), der zerebralen Aufnahmerate von Sauerstoff und Glucose- sowie der zerebralen Laktatproduktion (CMRO2, CMRG, CMRL), des zerebrovaskulären Widerstands ( CVR), des zerebralen Perfusionsdruck (CPP) und TCD-abgeleitete Parameter von Fluss (FI), Widerstand (RI) und Pulsatilität (PI).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Universitätsmedizin GöttingenGeorg-August-UniversitätZentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin (ZARI)- Prof Sonntag starb unerwartet in 2011 -

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Indikation zur Aorta-koronaren Bypassoperation

Ausschlusskriterien

  • lter als 80 Jahre;
  • weibliches Geschlecht;
  • Neurologische Erkrankungen;
  • zerebro-vaskuläre Erkrankungen;
  • Schädel-Hirn-Trauma;
  • Intrakranielle Eingriffe;
  • Instabile Angina pectoris;
  • Signifikante Aortenklappen-stenose;
  • Leberzellschädigung,
  • Fehlende schriftliche Einwilligung des Patienten

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Die Transkranielle Doppler-Sonographie (TCD) wird zunehmend zur Überwachung von Veränderungen der zerebralen Perfusion während chirurgischer Eingriffe eingesetzt. Allerdings gibt es derzeit noch wenig Informationen über die Validität der TCD-Geschwindigkeitsmessungen (V) und deren Verwendung als Index des zerebralen Blutfluss (CBF). Ziele: Ziel dieser Studie ist es, Messungen der Blutströmungsgeschwindigkeit in der A. cerebri media mittels der TCD (Vmca) mit Messungen des globalen CBF mittels der modifizierten Kety-Schmidt-Technik (KST) unter Verwendung von Argon als Indikator zu vergleichen. Die wissenschaftliche Fragen sind: 1. Welchen Einfluss haben leichte Veränderungen des PaCO2 induziert durch Normoventilation, Hypoventilation oder Hyperventilation (innerhalb des physiologischen Bereichs) auf die Beziehung zwischen CBF und Vmca? a. Ist die „Kohlendioxid-Reaktivität“ von CBF und Vmca linear und proportional? b. Sind abgeleitete Parameter des Gefäßwiderstands der zwei Untersuchungsmethoden der Hirndurchblutung (KST versus TCD) gleichfalls linear und proportional? c. Inwieweit verändern sich Parameter des Hirn-Stoffwechsels? 2. Welchen Einfluss hat das Narkosemittel Halothan auf den Zusammenhang zwischen CBF und Vmca und auf die „Kohlendioxid-Reaktivität“? 3. Welchen Einfluss hat das Blutdruckmittel Nitroglyzerin auf den Zusammenhang zwischen des CBF und V und auf die „Kohlendioxid-Reaktivität“? Design: Prospektive kontrollierte cross-over-Studie. Institution: Universitätsklinik, mono-zentrisch. Patienten: 30 männliche Patienten ohne bekannte zerebrovaskuläre oder neurologische Erkrankungen. Intervention: Aus logistischen Gründen können wir nur 1-2 Messungen pro Monat durchführen. Alle Messungen erfolgen nach der Induktion einer Fentanyl-Midazolam-Anästhesie und vor dem koronarchirurgischen Eingriff: QC. Wirkung der Argon-Gas-Inhalation (KST) auf TCD-Messungen, Hirnstoffwechsel und systemische Zirkulation (Qualitätskontrolle) 1. Baseline-Messungen der CO2-Reaktivität induziert durch Hypoventilation versus Hyperventilation (PaCO2 30 und 50 mmHg). Nach den Baseline-Messungen werden die Patienten in Untergruppen von jeweils 10 Patienten aufgeteilt und es werden 2 zusätzliche CBF-Messungen durchgeführt, und zwar unter: 2. Weiterer Variation des PaCO2 (37 und 43 mmHg) 3. 1 MAC Halothan (PaCO2 30 und 50 mmHg). 4. Intravenösem Nitroglycerin 1,5 mcg / kg / min (PaCO2 30 und 50 mmHg). Analyse: Die Probengrößenberechnung basiert auf prognostizierten Veränderungen der CBF, die aus anderen Untersuchungen unserer Gruppe gewonnen wurden. Die Studienergebnisse der Endpunktvariablen werden als Mittelwert (Standardabweichung) ausgedrückt, wenn nicht anders angegeben. Um eine Abschätzung der Wirkungen der Interventionen und ihrer klinischen Aussagekraft zu erhalten, werden die mittleren Differenzen und deren 95% -Konfidenzintervalle (MD, 95% CI, unteres Limit, oberes Limit, P-Wert) berechnet. Dazu sollen den Erfordernissen entsprechend parametrische und nicht-parametrische Tests durchgeführt werden. Alle Tests werden zweiseitig durchgeführt, ein P-Wert von weniger als 0,05 wird als signifikant angesehen. Hauptzielparameter: Veränderungen der mittleren Durchblutungsgeschwindigkeit der A. cerebri media (Vmca) und des zerebralen Blutflusses (CBF), der zerebralen CO2-Reaktivität (CO2-R), der zerebralen Sauerstoffzufuhr (cDO2), der zerebralen Aufnahmerate von Sauerstoff und Glucose- sowie der zerebralen Laktatproduktion (CMRO2, CMRG, CMRL), des zerebrovaskulären Widerstands ( CVR), des zerebralen Perfusionsdruck (CPP) und TCD-abgeleitete Parameter von Fluss (FI), Widerstand (RI) und Pulsatilität (PI).

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