Beschreibung der Studie

Menschen mit Demenz ein lebenswertes Leben zu ermöglichen, ist ein Anspruch zahlreicher Organisationen in der Langzeitpflege. Die Lebensqualität und die Selbstständigkeit der Menschen mit Demenz zu fördern, stellt aber für die Pflege oft eine Herausforderung dar, die sie an ihre Belastungsgrenzen führt. Momentan gibt es viele unterschiedliche Modelle, deren Ziel es ist, die Betreuung und Pflege der Menschen mit Demenz zu verbessern. In dieser Studie werden drei unterschiedliche Pflegeheime wissenschaftlich untersucht. Die Pflege und Betreuung in einer Demenzstation wird mit jener in traditionellen bzw. klassischen Pflegeheimen verglichen. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich die Demenzstation im Vergleich zu traditionellen Pflegeheimen auf die Lebensqualität der Bewohner(innen) auswirkt. Zudem wird untersucht, welchen Effekt die unterschiedlichen Wohn- und Betreuungsmodelle auf die Belastungen der Pflegepersonen haben. Um das Ziel zu erreichen werden Bewohner(innen) mit Demenz und Pflegepersonen schriftlich befragt. Daran können Pflegepersonen, die zum Zeitpunkt der Befragung mindestens sechs Monate im Pflegeheim arbeiten, teilnehmen. Diese füllen den auf der Station bereitliegenden Fragebogen aus. Die Befragung findet einmal zu Beginn der Studie und einmal gegen Ende der Studie statt. Die Fragebögen beinhalten Fragen Belastungen Belastungen durch die Pflege von Menschen mit Demenz, Kompetenz in der Pflege von Menschen mit Demenz und zur allgemeinen Arbeitszufriedenheit. Bewohner(innen) mit Demenz, die neu in das Pflegeheim einziehen können ebenfalls an der Befragung teilnehmen. Wenn sie und ihre gesetzlichen Vertreter(innen) einer Teilnahme zustimmen, füllen Pflegepersonen die Fragebögen zu drei Zeitpunkten aus: ca. eine Woche nach Einzug, ca. einen Monat und ca. sechs Monate nach Einzug ins Pflegeheim. Die Fragebögen sind so konziptiert, dass Pflegepersonen sie ausfüllen können, ohne, dass die Bewohner(innen) mit Demenz direkt befragt werden müssen. Sie beinhalten Fragen zur Lebensqualität, zur Pflegebedürftigkeit, zu Aspekten wie Unruhezustände, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, zur Medikation und zu Angaben über Krankenhausaufenthalten. Darüber hinaus werden wissenschaftliche Beobachtungen in den Wohnbereichen der Pflegeheime stattfinden.Die Beobachtungen finden in allen Wohnbereichen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen statt. Beobachtet werden Bewohner(innen) mit Demenz und Personen, die mit ihnen in interagieren. Zudem werden Interviews mit Pflegpersonen, Personen aus dem Management und Angehörigen geführt. Die Beobachtungen und die Interviews thematisieren, welche Interventionen in der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz umgesetzt werden, wie diese auf die Bewohner(innen) wirken, wie sie Pflegepersonen und das Umfeld beeinflussen und was dabei gut und weniger gut läuft. Durch die Beobachtungen und die Interviews werden unterschiedliche Perspektiven auf die Thematik erschlossen, die ein sich ergänzendes umfassendes Bild ergeben.

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Studiendetails

Studienziel Lebensqualität der Bewohnerinnen mit Demenz: gemessen mit dem QUALIDEM (Ettema et al., 2007; deutsche Version von Dichter et al., 2016) 1 Woche, 1 Monat und 6 Monate nach Einzug ins Pflegeheim
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 400
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgmbH

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Bewohner(innen): MMSE<24, ab Beginn der Studie neu ins Pflegeheim eingezogen
  • Pflegepersonen: arbeiten zum Zeitpunkt der Befragung seit mindestens 6 Monaten im jeweiligen Pflegeheim

Ausschlusskriterien

  • Bewohner(innen): MMSE>23, Bewohner(innen) die zum Beginn der Studie bereits im Pflegeheim wohnen
  • Pflegepersonen: arbeiten zum Zeitpunkt der Befragung kürzer als 6 Monate im jeweiligen Pflegeheim, Leiharbeitskräfte, Auszubildende

Adressen und Kontakt

Pflegeheime - nursing homes, Grafenwörth, Pöchlarn, Pressbaum - Austria

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Häufig gestellte Fragen

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Oberste Priorität in der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Demenz hat die Verbesserung bzw. Erhaltung der Lebensqualität. Um Herausforderungen der Betreuung von Menschen mit Demenz zu begegnen, wurde in einem Pflegeheim im Rahmen einer Demenzstation ein komplexes Wohn- und Betreuungskonzept etabliert. Die Demenzstation soll die Lebensqualität der Menschen mit Demenz fördern und die Pflege und Betreuung an ihren Bedürfnissen orientieren. Zudem sollen die Belastungen der Pflegepersonen, die im Rahmen der Betreuung von Menschen mit Demenz auftreten, reduziert werden. Ziel der Studie ist es, das umfassende, multidimensionale Wohn- und Betreuungskonzept der Demenzstation theoriegeleitet zu evaluieren. In der ersten Phase des Projekts (Teilprojekt 1) wurde eine Programmtheorie erstellt, welche die Interventionen des Betreuungskonzepts, dessen Wirkmechanismen und die davon abgeleiteten Ergebnisindikatoren abbildet. Für die Entwicklung der Programmtheorie wurden in einem partizipatorischen Ansatz drei Perspektiven auf die Demenzstation subsummiert: die der Entwickler(innen) der Demenzstation, die der Anwender(innen) des Programms (Pflegepersonen) und die der aktuellen wissenschaftlichen Literatur. Dafür wurden eine systematische Literaturrecherche und drei Workshops mit den Entwickler(innen) und Anwender(innen) durchgeführt. In der zweiten Phase wird die Wirkung der Demenzstation anhand von aus der Programmtheorie abgeleiteten Outcome-Kriterien überprüft. Dazu wird eine summative Evaluation mit einem quasi-experimentellen Mehrgruppendesign realisiert (Teilprojekt 2). Eine begleitende formative Evaluation (Teilprojekt 3) gibt zusätzlich Aufschluss über die Umsetzung des Betreuungskonzepts, die Programmtreue, sowie fördernde und hindernde Faktoren und kann die Interpretation der Ergebnisse der summativen Evaluation unterstützen. Bestandteil der Registrierung sind die Teilprojekte 2 und 3 - die summative und formative Evaluation der Demenzstation. Die summative Evaluation (Teilprojekt 2), die der Überprüfung der Effekte der Demenzstation dient, wird mit einer schriftlichen Befragung durchgeführt. Die aus der Programmtheorie abgeleiteten Ergebnisindikatoren beziehen sich auf Bewohner(innen) und Pflegepersonen. Fragebögen für die Pflegepersonen umfassen die Ergebnisindikatoren Arbeitszufriedenheit und Belastungen der Pflegepersonen, Kompetenz der Pflegepersonen bei der Pflege von Menschen mit Demenz und Personenzentrierung in der Pflege. Fragebögen für Bewohner(innen) beinhalten folgende Bereiche: Lebensqualität, herausfordernde Verhaltensweisen, psychotrope Medikation, kognitive Einschränkungen, Schweregrad der Demenz und Pflegebedürftigkeit. Pflegepersonen werden direkt befragt. Daten zu Bewohner(innen) werden in einer Proxy-Befragung erhoben, die geschulte Pflegepersonen ausfüllen. Die Interventionsgruppe bilden Pflegepersonen und neu eingezogene Bewohner(innen) der Demenzstation. Die Kontrollgruppen setzen sich aus Pflegepersonen und neu eingezogenen Bewohner(innen) mit Demenz zweier Pflegeheime ohne Demenzstation zusammen. Die Datenanalyse erfolgt mit den Methoden der deskriptiven und inferenten Statistik. Die formative Evaluation (Teilprojekt 3) dient der Untersuchung der Programmtreue der Intervention. Aus der Analyse lassen sich Rückschlüsse ziehen, warum eine Intervention wirkt bzw. nicht wirkt. Zudem soll geklärt werden, welche hindernden und fördernden Faktoren die Umsetzung der Interventionen beeinflussen, welche Adaptionen bei den Interventionen vorgenommen werden, welche zusätzlichen Interventionen durchgeführt werden und welche unerwarteten Ereignisse und Ergebnisse erzielt werden. Die formative Evaluation wird im Rahmen von direkten, passiv teilnehmenden, offenen Beobachtungen und qualitativen, leitfadengestützten Interviews mit den Stakeholdern realisiert. Beobachtet wird auf allen teilnehmenden Stationen der Interventions- und Kontrollgruppen. Qualitative Interviews werden mit Pflegepersonen, Angehörigen und Personen aus dem Management (Heimleitung, Pflegedienstleitung, Stationsleitungen) der Interventions- und Kontrollgruppen geführt. Die Datenauswertung der Beobachtungen und Interviews erfolgt inhaltsanalytisch.

Quelle

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