Beschreibung der Studie

Die internetbasierte Selbsthilfeintervention «StudiCare: Soziale Ängste» zielt darauf ab, Studierende mit einer sozialen Angststörung (oder Sozialen Phobie) zu erreichen. Die Soziale Angststörung ist eine der häufigsten psychischen Störungen und führt bei Betroffenen zu einem großen Leidensdruck sowie zu Beeinträchtigungen im Beruf und in sozialen Beziehungen. Zentrales Merkmal ist eine intensive Angst davor, dass das eigene Verhalten oder körperliche Symptome von anderen Menschen als peinlich oder beschämend bewertet werden. Diese Angst wird von starken körperlichen Symptomen wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Harndrang bis hin zu Panikattacken begleitet. In jüngster Zeit hat die Forschung jedoch gezeigt, dass die Soziale Angststörung nicht nur durch diese Furcht vor negativer sozialer Bewertung gekennzeichnet wird, sondern dass viele Betroffene auch Furcht vor positiver sozialer Bewertung haben. Sie können trotz objektiver Erfolge und Fortschritte nicht stolz auf ihre Leistungen sein. Positives soziales Feedback empfinden sie als unan-gemessen. Sie reagieren darauf meist mit Unbehagen. Bei der Behandlung von Sozialen Angststörungen haben sich in den letzten Jahren internetbasierte Selbsthilfeansätze als wirksam erwiesen. Gegenüber traditionellen „face-to-face“-Angeboten bieten internetbasierte Behandlungsansätze den Vorteil, dass sie existierende Barrieren wie Kosten, Behandlungszugang und -verfügbarkeit sowie Stigmatisierung verringern und somit Ungleichheiten im Gesundheitssystem entgegenwirken können. Zudem sind internetbasierte Behandlungssätze flexibel einsetzbar sowie einfach auf Besonderheiten der Teilnehmer anpassbar. Die Zielgruppe der Studie stellen Studierende dar, die sich im Allgemeinen in der Übergangsphase von der Spätadoleszenz in das Erwachsenenalter befinden. Diese Studien- bzw. Übergangszeit ist charakterisiert durch zahlreiche Veränderungen wie Umzug, neue Freundschaften sowie Prüfungsstress, welche Gefühle der Einsamkeit und Schüchternheit noch verstärken können und damit das Risiko eine Soziale Angststörung zu entwickeln erhöhen. Das Ziel der Studie ist, die Wirksamkeit und Kosteneffektivität einer bereits existierenden und in verschiedenen Studien mehrfach umgesetzten Intervention, die nun an die Bedürfnisse von Studierenden angepasst wurde, zu evaluieren. Zudem wird überprüft, ob sich die Erweiterung der Intervention um die Sitzung zur Furcht vor positiver sozialer Bewertung positiv auf den Behandlungserfolg auswirkt. Änderung: Verringerung der Studiengruppen von 3 auf 2. (Interventionsgruppe, Kontrollgruppe) und der Teilnehmeranzahl auf 200 Datum 15.02.2017

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Studiendetails

Studienziel Das primäre Zielkriterium ist die sozialphobische Symptomatik zur Baseline-Erhebung, Post-Messzeitpunkt (unmittelbar nach Ende der Intervention bzw. nach 10 Wochen Wartezeit) und nach 6 Monaten. Gemessen wird das primäre Zielkriterium aus der Selbsteinschätzungsperspektive mittels der Social Phobia Scale und die Social Interaction Anxiety Scale (SPS & SIAS) und aus der Fremdeinschätzungsperspektive mittels des diagnostischen Status der Studierenden (Soziale Angststörung ja/nein) im Strukturierten Klinischen Interview nach DSM-IV (SKID-I).
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Träger der gesetzlichen Krankenversicherung
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Studierendenstatus
  • Verständnis der deutschen Sprache
  • soziale Angststörung (SPS > 21 oder SIAS >32; Erfüllen der diagnostischen Kriterien der Sozialen Angststörung nach DSM-IV)
  • Internet-Zugang
  • Zustimmung der Einverständniserklärung

Adressen und Kontakt

Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychothe-rapie, Erlangen

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Angststörungen sind vor unipolaren Depressionen und Störungen durch Alkohol- und Medikamentenkonsum die am weit verbreitetste Störungsgruppe psychischer Erkrankungen. Die Soziale Angststörung (oder Soziale Phobie) nimmt dabei die Stelle der dritthäufigsten Angststörung ein. Soziale Angststörungen erzeugen neben hohem Leidensdruck auch hohe ökonomische Kosten in Form von Arbeitsausfällen, niedriger Arbeitsproduktivität und Unterqualifizierung im Beruf. Unbehandelt ist der Verlauf in der Regel chronisch. Obwohl wirksame psychologische und medikamentöse Therapieverfahren verfügbar sind, nimmt nur ein geringer Prozentsatz der Betroffenen professionelle Hilfe in Anspruch. Dafür gibt es verschiedenste Gründe wie Angst vor Stigmatisierung oder ungenügende Verfügbarkeit qualifizierter Therapeuten in der Umgebung. Zu-dem ist es für Menschen mit sozialen Ängsten aufgrund der Störung besonders schwierig, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Jahren vermehrt niedrigschwellige Selbsthilfeansätze, insbesondere internetbasierte Selbsthilfeansätze, die leicht verbreitet und flexibel genutzt werden können, entwickelt und erforscht. Dabei hat sich gezeigt, dass Soziale Angststörungen effektiv mit internetbasierten Selbsthilfeansätzen behandelt werden können. Inhaltlich haben sich die untersuchten Interventionen bislang ausschließlich auf die Bearbeitung der Furcht vor negativer sozialer Bewertung fokussiert, welche als zentrales Merkmal der Sozialen Angststörung gilt. In jüngster Zeit hat die Forschung jedoch gezeigt, dass Soziale Angst nicht nur mit Furcht vor negativer sozialer Bewertung, sondern auch mit Furcht vor positiver sozialer Bewertung verbunden ist und dass diese auf kognitive Verhaltenstherapie anspricht. Die Intervention ist auf individuelle Bedürfnisse von Studierenden abgestimmt. Die Studienzeit stellt die Übergangszeit von der Spätadoleszenz in das Erwachsenenalter dar, welche durch zahlreiche Veränderungen wie neues Umfeld und Prüfungsbelastungen gekennzeichnet ist. Die Soziale Angststörung beginnt häufig in der Pubertät und kann sich durch besondere emotionale Belastungen, wie sie in der Studienzeit auftreten, manifestieren. In einer randomisiert-kontrollierten Studie wird die Wirksamkeit und Kosteneffektivität der Intervention bei Programm-Teilnehmenden (Treatmentgruppe) im Vergleich zu Studierenden, die nicht an dem Programm teilnehmen (Wartekontrollgruppe), evaluiert. Studierende mit einer Sozialen Angststörung (N=200) werden in eine der zwei Gruppen randomisiert. Sie werden vor der Randomisierung, sowie 10 Wochen und 6 Monate nach der Randomisierung miteinander verglichen. Primäre Zielkriterien aus der Selbsteinschätzungsperspektive sind die Social Phobia Scale und die Social Interaction Anxiety Scale (SPS & SIAS) und aus der Fremdeinschätzungsperspektive der diagnostische Status der Patientinnen und Patienten (Soziale Angststörung ja/nein). Der diagnostische Status wird mit dem Strukturierten Klinischen Interview nach DSM-IV (SKID-I) erfasst. Sekundäre Zielkriterien umfassen unter anderem depressive Symptomatik, Le-bensqualität, Klientenzufriedenheit, Furcht vor positiver sozialer Bewertung und entstandene Kosten.

Quelle

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