Beschreibung der Studie

In den industrialisierten Ländern sind Schlaganfall und Demenz die Hauptursachen für dauerhafte Behinderung, Pflegebedürftigkeit und Inanspruchnahme von Pflegeheimen. Es gibt inzwischen zahlreiche Hinweise darauf, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren nicht nur bei der Entstehung von Schlaganfällen und vaskulär bedingten Demenzen eine wichtige Rolle spielen, sondern auch am Auftreten von primär degenerativen Demenzen wie der Alzheimer-Demenz beteiligt sind. Daraus ergeben sich Ansatzpunkte für eine Erfolg versprechende Prävention, bisher scheint jedoch das Potenzial für präventive Maßnahmen noch unzureichend genutzt zu werden. INVADE (Interventionsprojekt zu zerebrovaskulären Erkrankungen und Demenzen im Landkreis Ebersberg) zielt auf die Reduktion von Schlaganfällen und Demenzen mittels einer systematischen Erfassung von vaskulären Risikofaktoren und ihrer evidenzbasierten Behandlung durch den Hausarzt. Alle AOK-Versicherten mit Wohnsitz im Landkreis Ebersberg, Oberbayern, die im Alter von mehr als 50 Jahren sind, erhalten das Angebot zur Teilnahme an INVADE. Zu Beginn werden die Risikofaktoren in standardisierter Form durch eine hausärztliche Untersuchung, durch Selbstauskünfte der Teilnehmer, durch die Laboranalyse von Blut- und Urinproben sowie durch eine Duplexsonographie der extrakraniellen Halsgefäße erhoben. Aus dem vorgefundenen Risikoprofil leiten sich die vom Hausarzt umzusetzenden Behandlungsmaßnahmen ab. In jedem Quartal berichten die Hausärzte über die Behandlung und über den Gesundheitszustand der Teilnehmer. Im Abstand von jeweils zwei Jahren wird das gesamte Untersuchungsprogramm einschließlich Labor und Duplexsonographie wiederholt. Ob das Präventionsprogramm erfolgreich ist, wird durch den Vergleich mit den Versicherten in einem anderen oberbayerischen Landkreis (Dachau) bestimmt. Dabei wird anhand der Informationen, die der Kranken- und Pflegekasse vorliegen, festgestellt, ob es im Kreis Ebersberg seltener zu Pflegebedürftigkeit und zu Krankenhausbehandlungen infolge von Schlaganfällen gekommen ist als im Vergleichslandkreis, in dem keine intensivierte Behandlung der Risikofaktoren angeboten wurde.

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Studiendetails

Studienziel Primäre Endpunkte sind Pflegebedürftigkeit nach SGB XI und Mortalität. Die Inzidenz von Pflegebedürftigkeit ist definiert als die Zuerkennung einer Pflegestufe durch die Pflegekasse der AOK bei Versicherten, die initial keine Empfänger von Pflegeleistungen waren. Diese Daten werden nach Ablauf des Vorhabens für die gesamte Projektlaufzeit in anonymisierter Form von der Leistungsstatistik der Pflegekasse für Interventions- und Kontrollgruppe abgerufen und nach Adjustierung für Alter und Geschlecht der Versicherten miteinander verglichen. Mortalität als der zweite primäre Endpunkt wird anhand der administrativen Daten der Krankenversicherung ebenfalls nach Ablauf des Vorhabens ermittelt und nach Adjustierung für Alter und Geschlecht zwischen den beiden Untersuchungsgruppen verglichen.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 24000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle INVADE gGmbH - Institut für Versorgungsforschung
Weitere Informationen Studienwebseite

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  • AOK-Versicherte mit Wohnsitz in den Landkreisen Ebersberg oder Dachau

Ausschlusskriterien

  • Keine

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In den industrialisierten Ländern sind Schlaganfall und Demenz die Hauptursachen für dauerhafte Behinderung, Pflegebedürftigkeit und Inanspruchnahme von Pflegeheimen. Aufgrund des demographischen Wandels ist ein noch Jahrzehnte andauernder Anstieg der Krankenzahlen zu erwarten. Zur Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen sind Erfolge in der Primär- und Sekundärprävention von größter Bedeutung. Zunehmend gibt es Hinweise, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren nicht nur bei der Entstehung von Schlaganfällen und vaskulären Demenzen eine wichtige Rolle spielen, sondern auch am Auftreten von primär degenerativen Demenzen beteiligt sind. Diese Kenntnisse bieten der Prävention zwar Ansatzpunkte, bisher scheint jedoch das Potenzial für präventive Maßnahmen noch unzureichend genutzt zu werden. INVADE (Interventionsprojekt zu zerebrovaskulären Erkrankungen und Demenzen im Landkreis Ebersberg) zielt auf die Reduktion von Schlaganfällen und Demenzen mittels einer systematischen Erfassung von vaskulären Risikofaktoren und ihrer evidenzbasierten Behandlung in der medizinischen Primärversorgung. Alle AOK-Versicherten mit Wohnsitz im Landkreis Ebersberg, Oberbayern, die im Alter von mehr als 50 Jahren sind, erhalten das Angebot zur Teilnahme an INVADE. Initial werden die Risikofaktoren in standardisierter Form durch Untersuchungen des Hausarztes, durch Selbstauskünfte der Versicherten, durch Laboranalysen von Blut- und Urinproben sowie durch eine Duplexsonographie der extrakraniellen Halsgefäße erhoben. Aus dem vorgefundenen Risikoprofil leiten sich die vom Hausarzt umzusetzenden Behandlungsmaßnahmen ab. In jedem Quartal berichten die Hausärzte standardisiert über die Behandlung und über den Gesundheitszustand der Teilnehmer. Im Abstand von jeweils zwei Jahren wird das gesamte Untersuchungsprogramm einschließlich Labor und Duplexsonographie wiederholt. Der Erfolg der Intervention wird durch den Vergleich mit einem strukturähnlichen oberbayerischen Landkreis (Dachau), in dem die Versicherten die übliche ärztliche Versorgung erhalten, ermittelt. Als Outcomekriterien dienen die administrativen Daten der Kranken- und Pflegekasse zu Inzidenz und Prävalenz von Pflegebedürftigkeit nach SGB XI, die Häufigkeit und die Kosten stationärer Behandlungen infolge von zerebrovaskulären Erkrankungen sowie die Mortalität in den beiden Populationen. Interventions- und Vergleichsgruppe wurden nach ihrem Wohnsitz am 01.01.2013 definiert. Es handelt sich dabei um die Gesamtheit der AOK-Versicherten der Geburtsjahrgänge 1958 und früher, die im Kreis Ebersberg (Interventionsgruppe, N=10.663) bzw. im Kreis Dachau (Vergleichsgruppe, N=13.225) lebten. Verglichen wird das für Alter und Geschlecht adjustierte Auftreten der klinischen Endpunkte in den beiden initial definierten Versichertengruppen während der Folgejahre. INVADE 2 ist ein Fortsetzungsprojekt des ursprünglichen Vorhabens INVADE, das im Jahr 2000 von der Ethikkommission der Fakultät für Medizin der Technischen Universität München gebilligt und ebenfalls mit dem Ziel der Reduktion von Schlaganfall und Demenz im Jahr 2001 begonnen und nach einer Laufzeit von acht Jahren abgeschlossen wurde.

Quelle

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