Beschreibung der Studie

Untersucht werden soll, ob die orale Gabe von Calcium täglich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln im Vergleich zu einer Gabe von Natriumhydrogencarbonat in Form von Nahrungsergänzungsmitteln (als Placebokondition) über 2 Monate mit der Abstinenzdauer alkoholabhängiger Patienten assoziiert ist. Weiterhin soll der Einfluss von volumenregulierenden Peptiden (ANP und Vasopressin) untersucht werden.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Kann durch die Gabe von Calcium als Nahrungsergänzungspräparat das Craving alkoholabhängiger Patienten reduziert und die Rückfallwahrscheinlichkeit minimiert werden? Das primäre Zielkriterium ist der Rückfall zum Alkoholkonsum und das sekundäre Zielkriterium das Craving. Mit und ohne Rückfall läuft die Rekrutierung 2 Monate. Innerhalb dieser 2 Monate gibt es 5 Messzeitpunkte (Tag 1, 7, 14, 28, 60). Die Patienten führen während der Dauer der Studie ein Trinkprotokoll, dass täglich Trinkmenge, Getränkeart und Alkoholkonsum (Rückfall) erfasst. Craving wird mit den Skalen OCDS (Obsessive-Compulsive Drinking Scale) und VAS (visuelle Analogskala) gemessen.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • In die Studie eingeschlossen werden weibliche und männliche alkoholabhängige Patienten im Alter von 18-70 Jahren mit der Diagnose einer Alkoholabhängigkeit nach den ICD-10 Kriterien.
  • Aufgrund der häufig bestehenden komorbiden depressiven Symptomatik sollte sich eine bestehende oder notwendige antidepressive Medikation auf die beiden Medikamente Sertralin (Zoloft®) und Remergil (Mirtazapin®) beschränken.
  • Die Fähigkeit zur Zustimmung nach ausführlicher schriftlicher Aufklärung (Fully Informed Consent) sowie vorliegenden schriftlichen Zustimmung nach ausführlicher Aufklärung (Written Informed Consent) wird vorausgesetzt.

Ausschlusskriterien

  • Alkoholabhängige Patienten, die jünger als 18 Jahre oder älter als 70 Jahre sind, werden nicht eingeschlossen. Weiterhin ausgeschlossen werden alkoholabhängige Patienten mit anderen Substanzabhängigkeiten als Alkohol- und Nikotinabhängigkeit sowie medikamentöse Begleitbehandlungen, die Einfluss auf das Ergebnis der Studie haben könnten. Insbesondere ausgeschlossen werden Patienten mit der Einnahme von Thiaziddiuretika, Tetracycline, Natriumfluorid, Bisphosphonate und Corticosteroide. Schwerwiegende körperliche Erkrankungen, insbesondere des Calciumstoffwechsels, Z. n. Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenoperation sowie Nieren- und Nebennierenerkrankungen dürfen nicht bestehen. Weiterhin werden Patienten, die an einer schweren arteriellen Hypertonie sowie ein erhöhtes kardiovaskuläres Risikoprofil aufweisen nicht eingeschlossen. Die Schwere des kardiovaskulären Risikoprofils wird anhand der bestehenden Befunde sowie der Begleitmedikation überprüft. Bei weiblichen Studienteilnehmerinnen wird vor Teilnahme an der Studie eine Schwangerschaft ausgeschlossen. Es darf keine medikamentöse Anti-Craving-Therapie bestehen. Eine zuvor bestandene Anti-Craving-Therapie sollte seit mindestens zwei Wochen beendet sein. Patienten mit fehlender Einwilligungs- und Steuerungsfähigkeit werden ausgeschlossen, sowie bei Vorliegen von Suizidalität oder Fremdgefährdung.

Adressen und Kontakt

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

Vielen Dank! Wir haben Ihnen die angeforderten Kontaktdaten aus Mannheim via E-Mail geschickt.

Bitte überprüfen Sie auch Ihren SPAM Ordner.

Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, helfen wir Ihnen gerne. Unsere E-Mail-Adresse lautet kontakt@viomedo.de. Schreiben Sie uns Ihre Anregungen, Fragen und Tipps – auch Kritik und Probleme können Sie gerne äußern.

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Wir senden Ihnen die Kontaktdaten der Klinik und Informationen über mögliche nächste Schritte auf Ihre E-Mail-Adresse

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Durch das Absenden erkläre ich mich ausdrücklich damit einverstanden, dass Viomedo meine Daten, einschließlich Gesundheitsdaten, verarbeitet, um mir die Kontaktdaten der Studie zuzusenden und um mir Informationen (z.B. über klinische Studien) per E-Mail zuzusenden. Mein Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Die Datenschutzerklärung, insbesondere die Hinweise zum Anfordern von Kontaktdaten und zum Studienberater, habe ich zur Kenntnis genommen.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Eine 2014 publizierte Studie aus dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit konnte Hinweise geben, dass das in dem Medikament Acamprosat enthaltende Calcium-Salz in N-Acetyl-Homotaurin (CA-AOTA) allein für den Anti-Craving-Effekt von Acamprosat verantwortlich sein könnte. Dabei konnte in drei verschiedenen Tiermodellen an Ratten (im Alkoholdeprivationsmodell, im Modell zur konditionierten Platzpräferenz und im Re-instatement-Modell) gezeigt werden, dass die Gabe von Calcium-Salz allein bewirkt, dass alkoholabhängige Ratten weniger Alkohol trinken. Natrium-Salz (Na-AOTA), das auch in Acamprosat enthalten ist, zeigte hingegen keine Effekte in den verschiedenen Tiermodellen. Auch scheint der gefundene Effekt der Calcium-Ionen spezifisch für Alkoholkonsum zu sein. Ein Zusammenhang mit einer möglichen veränderten Flüssigkeitsaufnahme oder mit der Aufnahme von Zuckerlösungen konnte bei denselben Tieren nicht gefunden werden. Im klinischen Teil der genannten Studie konnte gezeigt werden, dass alkoholabhängige Patienten, die mit Acamprosat behandelt wurden, im Vergleich zu Placebo, höhere Calcium-Plasmakonzentrationen und längere Abstinenzphasen hatten. Die Anzahl der Probanden, die in die klinische Studie eingeschlossen waren, war dabei verhältnismäßig niedrig (Placebo: n=12; Acamprosat: n=19). Bereits 1952 wurde von O`Brien eine Studie publiziert, die zeigte, dass die intravenöse Gabe von Calcium die körperlichen Entzugssymptome bei alkoholabhängigen Patienten milderte. Dabei könnte das atriale natriuretische Peptid (ANP) eine entscheidende Bedeutung einnehmen. Eine Abnahme der intrazellulären ANP-Sekretion unter Calciumentzug ist bekannt. Eine Erhöhung der ANP-Expression wird ausgelöst durch eine erhöhte extrazelluläre Konzentration von Calcium-Ionen und kann mit Calciumantagonisten (Verapamil), die zur medikamentösen Behandlung von Bluthochdruck zum Einsatz kommen, gehemmt werden.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.