Beschreibung der Studie

Die Alkoholabhängigkeit ist mit 1.3 Millionen (2,4%) einer der häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland (Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.). Zusätzlich zu der bestehenden Suchterkrankung weisen nach einer Studie 39 % aller Betroffenen mit problematischem Alkoholkonsum Symptome einer Depression auf. Trotz des häufigen gemeinsamen Auftretens und den weitreichenden gesundheitlichen Einschränkungen, gibt es bisher nur wenig neurobiologische Grundlagenforschung zu dem Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und problematischen Alkoholkonsum. Dabei interessiert uns insbesondere, wie Menschen Belohnungsreize verarbeiten und wie sie mit trauriger Stimmung umgehen. Im Zentrum der Fragestellung steht dabei, welche Vorgänge während dieser Prozesse im Gehirn ablaufen und welchen Einfluss das psychische Befinden, sowie Persönlichkeitseigenschaften auf die Verarbeitung von Belohnungsreizen und Emotionsregulation haben. Dabei versprechen wir uns von dieser Studie, dass ein erweitertes Verständnis der neurobiologischen Grundlagen zur Verbesserung der psychotherapeutischen Behandlung von Personen mit problematischen Alkoholkonsum sowie depressiven Symptomen beitragen kann. Um erste Einblicke in den Zusammenhang dieser Erkrankungen zu erlangen und gezielte diagnostische und therapeutische Verfahren entwickeln zu können, sollen in der Teilstudie I Patienten mit einer Depression, sowie Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit mit Patienten, die unter beiden Erkrankungen leiden, sowie gesunden Kontrollprobanden verglichen werden. In der geplanten Teilstudie 2 soll überprüft werden, ob ein Aktivitätenaufbautraining , sowie ein achtsamkeitsbasiertes Aufmerksamkeitstraining, die in der ersten Teilstudie untersuchten Auffälligkeiten des Gehirns und den Erkrankungsverlauf positiv beeinflussen.

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Studiendetails

Studienziel Neuronale Korrelate der Belohnungs- und Emotionsverarbeitung bei Patienten und gesunden Kontrollen werden zu zwei Zeitpunkten mittels fMRI gemessen. Während die erste Messung (Baseline) gemeinsame und/oder unterschiedliche neuronale Signaturen identifiziert, die der Komorbidität der Alkoholabhängigkeit und Depression zugrundeliegen, ermöglicht die zweite Messung (nach 6 Wochen Training) die Untersuchung des Einflusses der psychotherapeutischen Interventionen auf diese Zielregionen. Die primären Zielkriterien sind daher Veränderungen der funktionellen Aktivität und Konnektivität präfrontaler und striatraler Hirnregionen, sowie des default mode netzwerks.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 120
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Pat mit einer der Diganose depressive Störung nach DSM-5
  • Pat. mit der Diagnose einer alkoholabhängigen Störung nach DSM-5
  • Pat. mit der Diagnose einer komorbiden depressiven und alkoholabhängigen Störung nach DSM-5
  • Gesunde Kontrollen verifiziert durch SKID Interview

Ausschlusskriterien

  • Psychiatrische Achse 1 Störung erfasste mittels SKID I, außer Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol bzw. Depression (bei Patienten) und Nikotin, neurologische Erkrankungen, Ausschlusskriterien für die MRT Untersuchung (Herzschrittmacher,implantiertes Metall), positives Drogenscreening, mindestens drei Tage keine Behandlung mit psychotropen und antikonvulsiven Medikamenten vor Aufnahme in die Studie, Schwangerschaft und Suizidalität.

Adressen und Kontakt

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim/ Universität Heidelberg, Mannheim

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Die Alkoholabhängigkeit ist mit 1.3 Millionen (2,4%) einer der häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland (Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.). Zusätzlich zu der bestehenden Suchterkrankung weisen nach einer Studie 39 % aller Betroffenen mit problematischem Alkoholkonsum eine komorbide affektive Störung auf. Zudem konnte gezeigt werden, dass Alkoholabhängige mit komorbider depressiver Störung zu Beginn der Abhängigkeit jünger sind und signifikant höhere Alkoholmengen konsumierten. Trotz der hohen Prävalenzraten dieser Komorbidität und der weitreichenden gesundheitlichen Einschränkungen, schließen neurobiologische Studien zu Alkoholabhängigkeit, respektive Depression Probanden mit komorbiden Erkrankungen in der Regel aus. Vor diesem Hintergrund ist Ziel der Studie mit Hilfe funktioneller Bildgebung den möglichen Zusammenhang zwischen Alkoholabhängigkeit und Depression genauer zu untersuchen. In der geplanten Teilstudie 1 sollen die neuronalen Mechanismen der Komorbidität von Alkoholabhängigkeit und Depression in Bezug zum alleinigen Auftreten einer Alkoholabhängigkeit bzw. Depression abgegrenzt werden. Neurobiologische Erklärungsansätze zu den einzelnen Störungsbildern gehen davon aus, dass Veränderungen des Belohnungssystems, sowie des sog. „Default-Mode-Netzwerks“ sowohl bei der Entstehung als auch bei der Aufrechterhaltung von Alkoholabhängigkeit und Depression beteiligt sein könnten. Im Rahmen des Projekts sollen deshalb mehrere experimentelle Paradigmen zur Erfassung von monetärer, sozialer und alkoholassoziierter Belohnungsverarbeitung, sowie der Verarbeitung negativer Emotionen angewandt werden. Dabei erwarten wir, neue Erkenntnisse zur Belohnungs- und Emotionsverarbeitung bei dem komorbiden Auftreten von Alkoholabhängigkeit und Depression zu gewinnen. Weiterhin ist Ziel der Studie anhand der neuronalen Signatur distinkte Subgruppen zu identifizieren, die Grundlage für die Entwicklung spezifischer, personalisierter Therapien bilden könnten. In der geplanten Teilstudie 2 soll überprüft werden, ob ein Aktivitätenaufbautraining, sowie ein achtsamkeitsbasiertes Aufmerksamkeitstraining, die in der ersten Teilstudie untersuchten neuronalen Auffälligkeiten und den Erkrankungsverlauf positiv beeinflussen. Dabei soll eine randomisierte kontrollierte Studie durchgeführt werden, bei der die komorbiden Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit und Depression entweder einem sechswöchigen achtsamkeitsbasierten Training (N=30) oder einem sechswöchigen Aktivitätenaufbautraining (N=30) zugeordnet werden. Trainingsassoziierte Veränderungen der funktionellen Konnektivität, insbesondere des Belohnungs- bzw. Default-Mode-Netzwerks sollen mit den in Teilstudie 1 verwendeten fMRT Paradigmen untersucht werden. Dabei werden folgende trainingsspezifische Effekte erwartet: Das Aktivitätenaufbautraining soll einen günstigen Einfluss auf das Belohnungssystem nehmen, indem nicht-alkoholassoziierte Belohnungsverarbeitung normalisiert und alkoholassoziierte Belohnungsverarbeitung abgeschwächt wird. Bei dem achtsamkeitsbasierten Training wird eine Verminderung der Default-Mode-Netzwerk Konnektivität während der Rumination über Alkohol, sowie eine Erhöhung der funktionellen Konnektivität der Default-Mode-Netzwerk Konnektivität in Ruhephasen erwartet.

Quelle

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