Beschreibung der Studie

Das Ziel dieser Studie ist die Evaluation der Monitoringverfahren SPI und ANI zur verbesserten Beurteilung der "Narkosetiefe", insbesondere der Komponente "Schmerz" bei Patienten über 80 Jahren während geplanten operativen Eingriffen. Aufgrund des demographischen Wandels in westlichen Gesellschaften steigt der Anteil hochbetagter Patienten in der operativen Versorgung signifikant. Durch physiologische Alterungsprozesse insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems, sowie eine im hohen Alter oft vorliegende Multimorbidität, also das Vorhandensein mehrerer Grunderkrankungen wie ein Diabetes Mellitus, ist die angemessene Steuerung der Narkose bei hochbetagten Patienten besonders schwer. Um eine sichere Narkose und geringe Komplikationen nach einer Operation zu gewährleisten, ist eine individuelle Steuerung der Narkose jedoch unumgänglich. Anhand der folgenden 3 Hypothesen soll untersucht werden, inwieweit sich die Kreislauf-Messinstrumente Surgical Pleth Index (SPI) und Analgesia Nociception Index (ANI) eignen, die Narkosekomponente "Schmerz" bei einem hochbetagten Patientenkollektiv (>80 Jahre alt) während der Narkose quantitativ zu messen. In Voruntersuchungen zeigten sich SPI und ANI dazu besser geeignet als Messungen des Blutdrucks und Pulses. 1. Hypothese: Nozizeptive (schmerzhafte) Reize beeinflussen den SPI und ANI 2. Hypothese: SPI und ANI korrelieren miteinander 3. Hypothese: Veränderungen des SPI und ANI nehmen unter Verwendung eines Opioids (Morphins) ab. Der Oberarzt der Anästhesiologie des UKSH Kiel, PD Dr. med. Matthias Grünewald, betreut als Leiter diese Studie.

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Studiendetails

Studienziel Ziel der Studie ist es, eine signifikante Korrelation von SPI (peripheren Plethysmographie) und ANI (Elektrokardiographie) mit nozizeptiven Reizen sowie mit dem Einfluss von Remifentanil bei hochbetagten Patienten aufzuzeigen, um intraoperativen Schmerz objektiver zu bestimmen. Gemessen wird am Tag nach der Rekrutierung des Probanden während dessen operativen Eingriffsper mittels Pulsoximeter, Elektrokardiographie und hämodynamischer Standartüberwachung. Die Daten werden handschriftlich tabellarisch dokumentiert.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 44
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter der Patienten größer/gleich 80 Jahre
  • elektive operative Eingriffe
  • Klassifikation gemäß der American Society of Anesthesiologists (ASA) I - III
  • schriftliche Einverständniserklärung

Ausschlusskriterien

  • Notfalleingriffe
  • Kontraindikationen für eine Maskeneinleitung/Larynxmaske, insbesondere vorhersehbare schwierige Intubationsbedingungen, Refluxerkrankung, Adipositas permagna
  • Arrhythmien, Schrittmacher
  • nicht einwilligungsfähige Patienten
  • gleichzeitige Teilnahme an einer anderen medizinischen Studie
  • Ablehnung des Patienten

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum, Kiel

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Häufig gestellte Fragen

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Einarmige, nicht-interventionelle Beobachtungsstudie. Durch die gesteigerte Sympathikusaktivität als Reaktion auf einen Schmerzreiz kommt es zu einer peripheren Vasokonstriktion, sowie einer Steigerung der Herzfrequenz. Der Surgical Pleth Index (SPI) errechnet sich aus einer plethysmografischer Pulswellenkonturanalyse der peripheren Pulswellen am Finger sowie dem Puls-zu-Puls Intervall. Er zeigte in Vorstudien ebenso wie der Analgesia Nociception Index (ANI), welcher auf der Analyse der Heart-Rate Variability (HRV, kleinen Unterschieden der Zeit zwischen einzelnen Herzschlägen) basiert, eine Korrelation zur Stärke eines Schmerzreizes sowie zur Gabe von Analgetika. SPI und ANI scheinen vielversprechende Verfahren zur präziseren Narkosesteuerung zu sein. Während standardmäßiger elektiv operativer Eingriffe hochbetagter Patienten (>80 Jahre) werden Werte des SPI und ANI aufgezeichnet. Als Schmerzreiz werden 4 Tetanusreize am N. ulnaris gesetzt. Der erste nach Propofolinduktion, die weiteren nach je einer der 3 stufigen Remifentanilgabe. Desweiteren werden SPI und ANI bei Larynxmaskenanlage, Chirurgischer Erstinzision, der bewussten Auslösung des Okulocardialen Reflexes sowie bei jeglichen besonderen Ereignissen aufgezeichnet. Ebenfalls erfasst werden die Vitalparameter, der bispektrale Index (BIS) sowie ungeordnete wie gezielte somatische Reaktionen (grimassieren, Handbewegungen).

Quelle

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