Beschreibung der Studie

In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 10.000 Kinder mit unterschiedlichen Schweregraden des Fetalen Alkoholsyndroms (FASD) geboren. Damit ist FASD, das ausschließlich auf den mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zurückzuführen ist, die in Deutschland und vielen weiteren Ländern häufigste nicht genetisch bedingte Ursache für angeborene Fehlbildungen, geistige und psychische Behinderungen, Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten von Kindern. Da FASD bei konsequenter Alkoholabstinenz während der Schwangerschaft zu 100% vermeidbar wäre, sind eine Aufklärung und die Schaffung eines Bewusstseins für FASD und dessen Prävention in der Gesellschaft essentiell. Dies schließt auch Jugendliche ein, da in dieser Lebensphase sowohl hinsichtlich des Alkoholkonsums als auch des Sexualverhaltens erste Erfahrungen auch in teils riskanter Form gewonnen werden und Einstellungen geprägt sowie Verhaltensroutinen etabliert werden. Die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF) bietet in Schulen ab Klassenstufe 8 ärztliche Präventionsveranstaltungen mit dem Fokus „Schwanger? Dein Kind trinkt mit! Alkohol? Kein Schluck – Kein Risiko!“ an. Ziel der Veranstaltungen ist es, fachgerechtes Wissen über die Symptomatik und Verursachung des FASD zu vermitteln, die Relevanz des eigenen Verhaltens zur Vermeidung von FASD zu verdeutlichen sowie die Intention zur Abstinenz im Falle einer Schwangerschaft zu stärken. In diesem Forschungsvorhaben soll nun mittels Fragebogenerhebung untersucht werden, welche Auswirkungen eine ärztliche Intervention zu FASD in Schulen auf das Wissen über die Symptomatik und Verursachung von FASD sowie die Intentionen zum eigenen Konsumverhalten bei einer Schwangerschaft hat und wie die Veranstaltungen von den Jugendlichen bewertet werden.

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Studiendetails

Studienziel Mittels Fragebogen werden direkt vor der Intervention und 4-6 Wochen danach folgende Variablen mittels selbst generierter und vorgetesteter Items erfasst: Wissen über Sympomatik und Verursachung von FASD, Wissen und Handlungsabsichten über Vermeidung von FASD (Alkohlabstinenz in der Schwangerschaft)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 2500
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Gesundheit

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Schülerin oder Schüler ab Klassenstufe 8

Ausschlusskriterien

  • Klassenstufe unter 8

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund und Ziele Obwohl Deutschland ein hochentwickeltes Industrieland mit sehr guten Bildungschancen und hervorragender medizinischer Versorgung einschließlich der Schwangerenvorsorge ist, werden jährlich mehr als 10.000 Kinder mit unterschiedlichen Schweregraden des sicher vermeidbaren Fetalen Alkoholsyndroms (FASD = Fetal Alcohol Spectrum Disorder) geboren. Damit ist FASD, das ausschließlich durch den mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft entsteht, in Deutschland, wie auch in vielen anderen Ländern, die häufigste nicht genetisch bedingte Ursache für angeborene Fehlbildungen, geistige und psychische Behinderungen, Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie für extreme Verhaltens-auffälligkeiten von Kindern. Es kann keine Mindestalkoholmenge angegeben werden, die in der embryonalen und fetalen Entwicklungsphase eines Kindes sicher unbedenklich ist. Da FASD bei konsequentem Alkoholverzicht in der Schwangerschaft zu 100% vermeidbar wäre, ist es von entscheidender Bedeutung, über Aufklärung ein Bewusstsein für dieses Krankheitsbild und dessen sichere Verhinderung bereits bei Jugendlichen vor Eintritt einer Schwangerschaft zu etablieren. In dieser Lebensphase werden entscheidende Weichen für das spätere Verhalten gestellt. Die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF) bietet daher in Schulen ab Klassenstufe 8 ärztliche Präventionsveranstaltungen mit dem Fokus „Schwanger? Dein Kind trinkt mit! Alkohol? Kein Schluck – Kein Risiko!“ an. Ziel der Veranstaltungen ist es, fachgerechtes Wissen über die Symptomatik und Verursachung des FASD zu vermitteln, die Relevanz des eigenen Verhaltens zur Vermeidung von FASD zu verdeutlichen sowie die Intention zur Abstinenz im Falle einer Schwangerschaft zu stärken. In der begleitenden Studie sollen in einer Wartekontrollgruppenstudie Akzeptanz und Wirksamkeit dieser ärztlichen Informationsstunden untersucht werden. Es wird angenommen, dass in der Interventionsgruppe vom ersten bis zum zweiten Messzeitpunkt •ein größerer Wissenszuwachs zu verzeichnen ist, •die Schüler/innen eine kritischere Einstellung gegenüber dem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft entwickeln, •die Schüler/innen höhere Intentionen zur kompletten Abstinenz bei einer künftigen Schwangerschaft bzw. zu einer entsprechenden Motivation ihrer Partnerin/schwan-gerer Frauen im Umfeld entwickeln und •die Relevanz des Themas FASD höher eingeschätzt wird als in der Wartekontrollgruppe. Beschreibung der Intervention Die Ärztinnen der ÄGGF bieten 90-minütige Informationsstunden in Schulen an. Im Rahmen dieser Veranstaltung vermittelt die Ärztin den Schülerinnen und Schülern ab Klassenstufe 8 Informationen insbesondere zu den Themen FASD, Schwangerschaft und Folgen des Alkoholkonsums während einer Schwangerschaft. Dabei orientiert sich die Ärztin inhaltlich am Wissensstand und -bedarf in der Altersstufe, d. h. es steht den Schülerinnen und Schülern frei, eigene Fragen einzubringen, auf welche dann weiter eingegangen wird. Methode Die Evaluation der Intervention erfolgt durch eine cluster-randomisierte Wartekontroll-gruppenstudie mit zwei Armen. Die Untersuchung soll zwischen Dezember 2016 und Juli 2017 an einer Stichprobe von rund 2.500 Schülerinnen und Schülern ab Klassenstufe 8 in vier Bundesländern (Schleswig-Holstein, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Bayern) durchgeführt werden, welche konsekutiv von der ÄGGF rekrutiert wird. Innerhalb der teilnehmenden Schulen werden die Klassen randomisiert der Interventions- oder Wartekontrollgruppe zugelost. Die Schülerinnen und Schüler der Interventionsgruppe nehmen direkt nach einer Baselinerhebung an einer 90-minütigen Informationsstunde teil, die Post-Erhebung erfolgt 4 bis 6 Wochen später. In der Wartekontrollgruppe werden zunächst im gleichen Abstand die beiden Erhebungen durchgeführt, die Intervention jedoch erst nach der zweiten Erhebung umgesetzt. In den Erhebungen wird mittels Fragebogen das Wissen über Symptomatik und Verursachung von FASD sowie das intendierte Konsumverhalten im Falle einer Schwangerschaft erfasst. Die Erhebung der Daten erfolgt unter Anleitung der Ärztin im Klassenverband und vollständig anonym, d. h. an keiner Stelle wird der Name der Probanden erfragt. Um die Fragebögen der Prä-Messung mit den Fragebögen der Post-Messung miteinander zu verknüpfen, wird ein siebenstelliger Code eingesetzt, der von den Schülerinnen und Schülern selbst generiert wird und jederzeit wieder erstellt werden kann. Ein Rückschluss von diesem Code auf die Identität der Probanden ist nicht möglich. Die im Rahmen dieser Studie erhobenen Daten werden vertraulich behandelt. Die Daten werden mit Hilfe einer Computersoftware eingelesen, gesichert und ausgewertet. Die Daten werden nicht auf individueller Ebene ausgewertet. Zudem können die Probanden bzw. ihre Erziehungsberechtigten zu jeder Zeit ihr Einverständnis zur Teilnahme widerrufen und die Löschung der von ihnen erhobenen Daten verlangen.

Quelle

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