Beschreibung der Studie

Patienten weisen nach Abschluss einer intensivmedizinischen Therapie häufig kognitive Defizite auf, ein klinisches Phänomen, das als Ausdruck einer erworbenen Hirnschädigung angesehen und in der Literatur als „Critical Illness Encephalopathie“ bezeichnet wird. Diese scheint unabhängig der zugrunde liegenden Erkrankung und des Alters aufzutreten und ist sowohl im Hinblick auf seine Charakteristika als auch auf die Ursachen bislang nicht ausreichend untersucht. Zudem existieren bislang keine Daten über die möglichen alltagsrelevanten Auswirkungen einer intensivmedizinischen Therapie auf Patienten, bei denen Hinweise auf bereits prästationär bestandene (milde) kognitive Defizite vorliegen. Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, ob Patienten mit einer kritischen Erkrankung, welche auf einer Intensivstation behandelt werden mussten, kognitive Defizit entwickeln, ob diese längerfristig nachweisbar sind und welche möglichen Noxen sich für diese kognitiven Defizite identifizieren lassen. Gesondert wird zudem die Patientengruppe untersucht, welche bereits eine mögliche (milde) kognitive Vorschädigung aufweist.

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Studiendetails

Studienziel Scores der neuropsychologischen Testung am Tag 0 (CERAD, Stroop: Farbe- Wort- Interferenztest)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Kurt-Goldstein-Institut, Privates Institut für Gesundheitsforschung

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Frauen und Männer zwischen 30 und 90 Jahren.
  • Behandlung auf einer chirurgischen/ konservativ medizinischen Intensivstation.
  • Vorliegen einer schriftlichen Einwilligungserklärung des Studienteilnehmers oder seines Vorsorgebevollmächtigten/ gesetzlichen Betreuers bzw. mündliche Einwilligungserklärung unter Zeugen.

Ausschlusskriterien

  • Akute neurologische Erkrankung mit zerebraler Beteiligung (Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma etc.).
  • Intensivmedizinische Behandlung über ≥ 7 Tage innerhalb der letzten 2 Jahre vor aktuellem stationärem Aufenthalt.
  • Vorbestehende kognitive Defizite durch andere diagnostizierte Erkrankung: Demenzerkrankung (z.B. M. Alzheimer), andere neurodegenerative Erkrankung (z.B. M. Parkinson), stattgehabtes Schädel- Hirn- Trauma, Epilepsie, Zustand nach Subarachnoidalblutung, psychiatrische Erkrankung, stattgehabter Schlaganfall in den vergangenen 6 Monaten bzw. mit bekannter kognitiver Beeinträchtigung.
  • Fehlende Durchführbarkeit der Angehörigenbefragung.
  • Ergebnis in der Angehörigenbefragung (IQCODE) ≥ 3,90
  • Pflegestufe ≥ 2 (auch Beantragung) und/ oder institutionalisierte Pflege, Ausnahme: Betreutes Wohnen.
  • Vorbestehende Leberzirrhose, vorbestehende dialysepflichtige Niereninsuffizienz, bekannte Lungenerkrankung (z.B. COPD) mit Heimsauerstofftherapie, bekannte maligne Grunderkrankung unter aktueller Chemotherapie.
  • Nicht zu erwartendes Erleben des Studienendes (Ein-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit <50%).
  • Fehlende Fähigkeit die Testung zu durchlaufen (z.B. sprachliche Barriere, Vigilanzstörung, vorliegende Muskelerkrankungen etc).
  • Der intensivmedizinischen Behandlung unmittelbar vorausgegangener Aufenthalt auf einer Intensivstation eines nicht teilnehmenden Krankenhauses für eine Dauer von über 48 Stunden.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Nach intensivmedizinischer Behandlung weisen Patienten häufig kognitive Defizite auf, was auch als "Critical illness encephalopathy" (CIP) beschrieben wird. Dieses Phänomen scheint unabhängig von Art der Erkrankung oder Alter zu sein. In über 20 Studien konnte gezeigt werden, dass sowohl Patienten chirurgischer als auch konservativ medizinischer Intensivstationen bis zu mehrere Jahre nach Abschluss der Therapie kognitiv beeinträchtigt sein können (Eckenhoff und Laudansky 2013, Hopkins et al. 2005, Jackson und Ely 2013). Als mögliche Ursachen für die Entstehung werden verschiedene Mechanismen, so die Neuroinflammation, Blutzuckerschwankungen, Hypoxämie, der Einsatz sedierender Medikamente und Hypotension diskutiert. In prospektiven Studien gelang zudem mit der Untersuchung des Delirs die Identifikation eines unabhängigen Risikofaktors (Pandharipande et al. 2013, Van den Boogaard et al. 2012). Die kognitive Beeinträchtigung umfasst führend die neuropsychologischen Teilbereiche Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Exekutivfunktion und wird bezüglich bestimmter Eigenschaften- so etwa der Tendenz zur Besserung im Verlauf- deutlich von der Demenz abgegrenzt, obgleich sich Hinweise dafür ergeben, dass die Erfahrung einer kritischen Erkrankung vorbestehende Defizite verschlechtert (Larson et al. 2007, Wergin und Modrykamien 2012). Ziel der Studie ist es, weitere Charakteristika und mögliche Ursachen der CIP zu identifizieren und insbesondere auch den zeitlichen Verlauf nach stattgehabter intensivmedizinischer Behandlung bei Patienten mit und ohne (milde) kognitive Einschränkungen zu untersuchen.

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