Beschreibung der Studie

In der stationären Altenhilfe leiden bis zu 80% der Bewohner an Schmerzen, die sowohl in Ruhe als auch unter Belastung vorhanden sein können. Derartige Schmerzen können bei auskunftsfähigen wie auch nicht auskunftsfähigen (v.a. Menschen mit fortgeschrittener Demenz) Bewohnern weit verbreitet sein. Pflegende stehen durch ihre Nähe zum Bewohner vor der Herausforderung, eine angemessene pflegerische Schmerzversorgung bis ans Lebensende umzusetzen. Neben dem spezifischen Wissen und den Kompetenzen zum Schmerzmanagement sind dabei besonders Versorgungsstrukturen für Menschen in der letzten Lebensphase (Palliative Care) zu berücksichtigen. Daher ist es wichtig, gezielte Interventionen bzw. Maßnahmen für das pflegerische Schmerzmanagement und die Einbindung von Palliative Care Strukturen einzuführen. Letztlich wird davon ausgegangen, dass diese Maßnahmen eine bessere Schmerz- und Palliative Care-Versorgung bei auskunftsfähigen und nicht auskunftsfähigen Bewohnern in der stationären Altenhilfe erzielen. Das Projekt PIASMA zielt auf die Verbesserung der Schmerzsituation von Bewohnern in der stationären Altenhilfe ab. Das Augenmerk liegt auf der Analyse des aktuell umgesetzten Schmerzmanagements und der Schmerzsituation von Bewohnern, der darauffolgenden Feststellung von Optimierungsbedarfen und den Veränderungen, die sich nach und durch eine breit angelegte Intervention ergeben. Zudem wird der Blick auf vorhandene Palliative Care-Strukturen im Zusammenhang mit Schmerzen gelegt. Folgende Fragestellungen werden hauptsächlich beforscht: • Welche Veränderungen in der Schmerzsituation von Altenheimbewohnern lassen sich nach der Einführung einer nicht-medikamentösen Intervention erfassen? • Wie werden die Palliative Care-Bedürfnisse der Altenheimbewohner erfasst und welche Auswirkungen hat dies auf das pflegerische Schmerzmanagement?

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Studiendetails

Studienziel A. Primärendpunkte bei selbstauskunftsfähigen Bewohnern sind die durchschnittliche Schmerzintensität als Maximalschmerz der vergangenen 24h gemessen mittels der Numerischen Rating Skala (NRS-11) sowie der Anteil an Bewohnern, die laut Selbstauskunft stabile Schmerzsituationen angeben bzw. deren Schmerzsituation in der Pflegedokumentation als stabil vermerkt ist. Primärendpunkte (selbstauskunftsfähige BewohnerInnen): - Maximalschmerz (NRS-11) des Brief Pain Inventory (BPI) (Cleeland (1982); deutsche Version nach Radbruch et al. (1999); deutsche, modifizierte und validierte Altenheimversion nach Budnick et al. (2016)) - Anteil von in der elektronischen Bewohnerdokumentation festgehaltener 'stabiler Schmerzsituationen' B. Primärendpunkt bei nicht-selbstauskunftsfähigen Bewohnern ist der Anteil von durch Fremdbeurteilung erfassten Schmerzanzeichen gemessen mittels Beurteilung von Schmerzen bei Demenz (BESD) sowie der Anteil an Bewohnern, bei denen laut Fremdeinschätzung der Pflegenden stabile Schmerzsituationen vorliegen bzw. deren Schmerzsituation in der Bewohnerdokumentation als stabil vermerkt ist. Primärendpunkte (nicht-selbstauskunftsfähige BewohnerInnen): - Cutoff>1 des Beurteilung von Schmerzen bei Demenz (BESD) (Warden, Hurley & Volicer (2003); deutsche validierte Version nach Basler et al. (2006) und Schuler (2007)) - Anteil von in der elektronischen Pflegedokumentation dokumentierter 'stabiler Schmerzsituationen' - Kurzfragebogen Surprise Question (Moroni et al., 2014) zur Einschätzung des individuellen Bewohners durch die Pflegekraft bzgl. Palliativversorgungsbedarf
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 460
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Land Salzburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Dauerhaft in der Einrichtung lebend, schriftliche Einwilligung vorhanden

Ausschlusskriterien

  • Kurzzeitpflege und Tagesbetreuung, angeborene/dauerhafte Mehrfachbehinderung, keine ausreichenden deutschen Sprachkenntnisse (Selbstauskunft), akute Erkrankungen, zu starke Beeinträchtigung des Allgemeinzustands, lebensbedrohliche Situationen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Somatoforme Störungen-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund. Die Schmerzsituation bei Bewohnern stationärer Altenhilfeeinrichtungen stellt nicht zuletzt aufgrund von weiterhin hohen Prävalenzen eine große Herausforderung in der pflegerischen Versorgung dar (Kalinowski et al., 2015). In deutschen Altenheimen ist von Schmerzprävalenzen von etwa 49% in Ruhe und 67% bei Belastung auszugehen (Dräger et al., 2012; Lukas, Mayer, Onder, Bernabei, & Denkinger, 2015; Osterbrink et al., 2012). Nicht- bzw. unzureichend behandelte Schmerzen stellen neben der individuellen auch eine volkswirtschaftliche Belastung dar (Dietl & Korczak, 2011). Gerade die steigende Zahl der Altenheimbewohner mit Demenz bringt neue Herausforderungen für das pflegerische Schmerzmanagement mit sich. Neben der unumstrittenen Notwendigkeit von an die kognitive Leistungsfähigkeit adaptierten Instrumente und Vorgehensweisen zur Schmerzerfassung und -dokumentation betreffen diese u.a. auch den besonderen Bedarf an palliativen Versorgungskonzepten in Altenheimen (Becker-Ebel et al., 2012; Gerhard & Bollig, 2007; Knipping, 2007; Kojer & Schmidl, 2011). Rationale und Forschungsziele. Die PIASMA-Studie hat zum Ziel, das pflegerische Schmerzmanagement unter Einbezug von palliativen Versorgungsstrukturen und -konzepten in den Altenheimen der Curanum AG (Bayern) zu verbessern. Der primäre Fokus liegt auf der Analyse des aktuell umgesetzten Schmerzmanagements und der Schmerzsituation von Bewohnern, der darauffolgenden Identifikation von Optimierungsbedarfen und den Veränderungen, die sich nach und durch eine systematische Intervention ergeben. Zusätzlich wird analysiert, inwieweit Palliative Care-Bedürfnisse in der Praxis erfasst werden, wie hoch der Anteil von Bewohnern ist, die im Altenheim versterben und welche palliativversorgerischen Maßnahmen durchgeführt werden. Design, Methode und Datenerhebung. Im Rahmen der cluster-randomisierten, kontrollierten Prä-Posttest-Interventionsstudie in 20 Altenheimen mit jeweils zehn Kontroll- bzw. Interventionseinrichtungen werden Strukturdaten (Erhebungsbogen bzgl. aggregierter Regelungen, Abläufe, Unterlagen zu Schmerz- und Palliative Care-Instrumenten) und bewohnerspezifische Dokumentationen (Pflegedokumentation, Medizinische Merkmale, Palliative Care Indikatoren) erfasst sowie Altenheimbewohner je nach kognitiver Leistungsfähigkeit untersucht (Selbst-/Fremdeinschätzung) und examinierte Pflegende webbasiert befragt. Die bewohnerspezifische Datenerhebung wird von speziell geschulten Studienassistenten umgesetzt. Intervention. Die 12-monatige Interventionsphase umfasst die Ausbildung und systematische Implementierung von Pain Nurses und Pain Care Assistants, online basierte Schulungen zum Thema chronischer Schmerz und Demenz für Pflegende, Implementierung von/Anleitung zur Erstellung von Behandlungsplänen, bewohnerspezifischen Schmerzassessmentinstrumente und dem Palliative Care Tool SPICT-DE sowie die Implementierung von Qualitätszirkeln mit interdisziplinärer Besetzung und spezifische Expertenschulungen zu ‚Schmerzmanagement‘ und ‚Palliativversorgung‘. Zeitlicher Ablauf. Nach der Konzeptions- und Erhebungsvorbereitungsphase von Februar bis Oktober 2016 erfolgt die Erstevaluation (Prätest t0) von November 2016 bis April 2017, die Interventionsphase altenheimspezifisch zwischen April 2017 und Februar 2018, und die Zweitevaluation (Posttest t1) von November 2017 bis April 2018. Nach Studienabschluss wird das Interventionspaket in allen bayrischen Curanum AG-Einrichtungen umgesetzt.

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