Beschreibung der Studie

Menschen mit gelähmten oder amputierten Armen sind auf technische Hilfsmittel zur Interaktion mit ihrer Umwelt angewiesen. Die Rehatechnik bietet dafür Steuerungen mit diversen Schaltern an, die unter anderem mit dem Mund, dem Kinn oder Augenbewegungen gesteuert werden. Nachteilig an diesen Geräten ist, dass für deren Steuerung spärlich verbliebene Rest-Muskelaktivitäten zweckentfremdet werden. Saug-Blas-Steuerungen können z.B. nicht während des Sprechens und der Nahrungsaufnahme benutzt werden. Eine Muskelaktivität, die für den Menschen bedeutungslos geworden ist, ist das Wackeln mit den Ohren. In Voruntersuchungen konnten wir nachweisen, dass fast jeder Mensch lernen kann, seine Ohren willentlich anzuspannen. Darauf aufbauend sollen im Rahmen dieser Studie nun zwei Arten der Ohrsteuerung zur Rollstuhlkontrolle getestet werden. Bei der einen Art, der „seitendifferenten, analogen Steuerung“ wird aus der unterschiedlich starken Anspannungen von linkem und rechtem Ohr die Richtung vorgegeben. Eine stärkere Aktivierung z.B. des rechten Ohres bewirkt eine Rechtskurve. Bei der anderen Art der „beidseitigen, digital codierten Steuerung“ werden aus der Abfolge aus langen und kurzen Anspannungen beider Ohren die Steuerbefehle generiert. Die Probanden trainieren 10 Tage lang mit einer der beiden Methoden täglich eine Stunde am Computerbildschirm. Im ersten Teil des Trainings werden verschiedene Übungen absolviert, im zweiten Teil navigiert der Proband einen Rollstuhl durch einen virtuellen Parcours.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Bei jedem Training werden automatisiert von einem Computerprogramm folgende Parameter gemessen: Reaktionszeiten für Anspannung/Entspannung; max. Kontraktionsdauer (zw. 60% und 80% der Maximalkraft); Kontraktionsrate (Anzahl der Wechsel zwischen Aktivierung und Relaxation in einem 10s Fenster); Anzahl zuverlässiger Abstufungen der Kontraktionsstärke (Halten einer Kontraktionsstärke zw. 20% und 70% für 10s); Grad der einseitige Anspannung; Geschwindigkeit, Fehlerhäufigkeit und gefahrene Wegstrecke während der Navigation durch einen virtuellen Parcours.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Menschen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren mit und ohne Querschnittlähmung

Ausschlusskriterien

  • Kognitive Einschränkungen;
  • Psychische Auffälligkeiten bezüglich Kooperation und Depression;
  • Demenz oder andere Faktoren, die eine Zusammenarbeit oder eine Einwilligung des Patienten/Probanden beeinträchtigen;
  • Probanden, die mit nur einem Ohr wackeln können;
  • Dauerhafte Beatmungspflicht;
  • Aktiver Herzschrittmacher;
  • Epilepsie;
  • Schwangerschaft;
  • Probanden, mit einer Querschnittlähmung, die nicht in der Lage sind, selbständig einen Elektrorollstuhl über einen Joystick zu bedienen;
  • Alle Umstände, die eine zusammenhängende, kontinuierliche Teilnahme an dem Experiment über den zweiwöchigen Trainingszeitraum verhindern.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Lähmung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Das übergeordnete Ziel des Verbundprojektes TELMYOS ist es, ein telemetrisches myoelektrisches Ohrmuskelableitsystem zur Steuerung technischer Rehabilitationsmittel zu entwickeln. Das System soll Menschen mit hoher und kompletter Querschnittlähmung oder Amputationen der Arme ermöglichen, technische Rehabiltitationsmittel und Geräte ihrer Umgebung (z.B. Armprothese, Rollstuhl) zu steuern. Nachdem die prinzipielle Trainierbarkeit der willkürlichen Aktivierung der Ohrmuskulatur für Steuerungsaufgaben am Menschen bereits gezeigt werden konnte, besteht das Ziel dieser hypothesengenerierenden Pilotsutdie darin, zwei unterschiedliche Implementierungen von Ohrsteuerungen hinsichtlich Trainierbarkeit und Leistungsfähigkeit zu vergleichen. Hierfür werden 20 erwachsene Probanden (je 10 Nichtohrwackler/Ohrwackler) mit und ohne Querschnittlähmung eingeschlossen und randomisiert zwei Gruppen zu je 10 Probanden (5 Nichtohrwackler und 5 Ohrwackler) zugeordnet. Alle Studienteilnehmer absolvieren ein 10-tägiges Trainingsprogramm, wobei die Teilnehmer der einen Gruppe in einstündigen Trainingseinheiten zeitliche Muster einer bilateralen Ohraktivierung erlernen sollen, während die andere Gruppe eine seitendifferente Ansteuerung der Ohrmuskulatur trainiert. Zur objektiven Dokumentation des Trainingsfortschritts werden die Reaktionszeiten für Aktivierung und Relaxation, die maximale Wiederholungsrate und die Dauer der Kontraktionen bei 60 und 80 % der Maximalkraft, und Anzahl zuverlässiger Abstufungen der Kontraktionsstärke während jeder Trainingseinheit erfasst. Am Ende des täglichen Trainings wird anhand der Geschwindigkeit und Fehlerhäufigkeit geprüft, wie die erlernten Fähigkeiten zur Navigation eines virtuellen Rollstuhls durch einen standardisierten Parcours eingesetzt werden können. Von der Studie werden Erkenntnisse erwartet, wie ein zukünftiges Konzept für eine Ohrsteuerung implementiert werden muss damit Probanden dieses möglichst schnell für einfache Steuerungsaufgaben einsetzen können. Von besondermem Interesse ist hierbei, ob mit seitendifferenter Aktivierung der Ohrmuskulatur eine ausreichende Zuverlässigkeit und mittels bilateraler Generierung vordefinierter zeitlicher Muster eine akzeptable Schnelligkeit erreicht werden kann.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: