Beschreibung der Studie

Es handelt sich um ein Pilotprojekt namens „BESSER“ zur Einführung einer Maßnahme der Kameradenhilfe in der taktischen Verwundetenversorgung bei akuter Einsatzbelastung. Vorgegangen wird nach einem Konzept des Mental Health Departments des Israel Defence Forces Medical Corps, welches aus dem Attention Bias Modification Treatment für den militärischen Einsatzkontext entwickelt und mit verhaltenstherapeutischen Techniken zur Aktivierung präfrontaler Strukturen kombiniert wurde. Wir sehen die deutschsprachige Entwicklung, Erpro-bung und Evaluation dieser laientherapeutischen Kurzintervention zur Wiederherstellung psychischer Normalität und rollentypischer Funktion nach traumatisierenden Ereignissen mit Schockfolge vor. Die Intervention soll eine sofortige Schutzwirkung besitzen und der Entwicklung von Posttraumatischer Belastungsstörungen und anderen psychiatrischen, traumabezogenen Einsatzfolgestörungen vorbeugen. Hierfür erfolgt eine kognitiv-behaviorale Intervention in sechs Schritten, deren Anfangsbuchstaben das Akronym „BESSER“ ergeben: B – BINDUNG: Es erfolgt die verbale Ansprache und sensorische Stimulation mit dem Ziel die Dissoziation und erlebte soziale Isolation zu reduzieren und Bin-dung vorbewusst erlebbar zu machen. E – EINSTEHEN: Das zugesicherte Einstehen („ich bin für dich da“, „ich bleibe bei dir“) erfolgt, um der Einsamkeit und dem Gefühl der fehlender Gemein-samkeit entgegen zu wirken und die Bindung kognitiv zu validieren. S – SPRECHEN: Strukturieren durch Sprechen, d.h. strukturiertes Vorsprechen, Faktenabfragen und Verbalisierenlassen inklusive Psychoedukation dient da-zu, der affektiven Überlastung, emotionalen Überflutung und der fehlenden Faktenorientierung entgegenzuwirken. S – STABILISIEREN: Mit dem Etablieren einer Zeit-achse über Vorher-Jetzt-Nacher wird dem Betroffenen Stabilität gegeben und Klarheit geschaffen, um der Verwirrung, Fragmentierung, Derealisation und Dissoziation entgegenzuwirken. E – ENGAGIEREN: Das Engagieren durch Erteilen einfacherer und schwerere werdender Aufgaben, Auf-forderungen und Anforderungen vermindert wirksam die erlebte Ohnmacht, den Leerlauf und die Nutzlosigkeit und etabliert evidente Selbstwirksamkeit. R – RÜCKFÜHREN: Das Zurückführen in Team und Rolle durch den helfenden Kameraden erlaubt die Rückgewinnung der Steuerung und Kontrolle und korrigiert endgültig den Verlust der Selbstwirksamkeit.

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Studiendetails

Studienziel Reduktion der PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)-Symptomatik durch BESSER-Intervention nach Auslandseinsatz. Fragebogen: PDS-de
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 520
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Forschungssektion am Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychotraumatologie (Psychotraumazentrum) am Bundeswehrkrankenhaus Berlin

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren und damit
  • Einwilligung nach Aufklärung muss schriftlich vorliegen
  • Auslandsverwendungsfähigkeit der Soldaten muss vorliegen

Ausschlusskriterien

  • Vorliegen einer akut auftretenden, psychischen Reaktion während der Teilnahme (Befragung und Schulung).
  • Probanden, die bereits an einer anderen Studie teilnehmen, werden nicht eingeschlossen.

Adressen und Kontakt

Kaserne, Walldürn

Ansprechpartner: Heinrich Rau

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Häufig gestellte Fragen

Es wird eine naturalistische Kohortenevaluationsstudie unter Anwendung psychometrischer Selbstbeurteilungs-Inventare durchgeführt.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien