Beschreibung der Studie

Chronische Juckreizerkrankungen stellen ein zentrales medizinisches Problem dar. Ein besseres Verständnis der Mechanismen, die Juckreiz zugrunde liegen sind noch nicht genau bekannt. Ein größeres Verständnis dieser Mechanismen könnte die Behandlung von Patienten mit akuten und chronischen Juckreizerkrankungen im klinischen Alltag verbessern. Es wird vermutet, dass eine Einschränkung von der körpereigenen Juckreizhemmung zur Aufrechterhaltung des Symptoms führen kann. In dieser Studie wollen wir untersuchen inwiefern Juckreiz Hemmungsmechanismen im zentralen Nervensystem die Wahrnehmung von Juckreiz beeinflussen können. Unsere Hypothese ist, dass Patienten mit einer chronischen Juckreizerkrankung eine verminderte Juckreizhemmung zeigen im Vergleich zu Gesunden. Gesunde Probanden und Patienten mit chronischem Juckreiz unterschiedlicher Genese (neuropatischer Pruritus, metabolischer Pruritus, multifaktorieller Pruritus) werden rekrutiert. Es wird untersucht inwiefern die Wahrnehmung eines experimentell ausgelösten Juckreizes durch thermalen Schmerz (Hitze bzw. Eintauchen der Hand in einem schmerzhaften kalten Wasserbad) beeinflusst werden kann. Zusätzlich wird die Hautsensibilität untersucht sowie eine Hautprobe entnommen zur mikroskopischen Untersuchung der kleinen Hautnerven. Mit dieser Studie erhoffen wir relevante Mechanismen für die Chronifizierung von Juckreiz näher zu bestimmen. Darüber hinaus werden die Mechanismen einer möglichen Unterschied der körpereigenen Juckreizhemmung zwischen Patienten und Gesunden näher untersucht in dem Korrelationen mit einer möglichen Funktionbeeinträchtigung von Nervenfasern dargestellt werden, sowie mit strukturellen Veränderungen der kleinen Hautnerven.

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Studiendetails

Studienziel Delta der Effektivität (Dauer und Umfang der Reduktion) der Pruritusinhibition induziert durch Stimulation mit Hitze bzw. Kälte zwischen gesunden Probanden und chronischen Prurituspatienten in unterschiedlichen Modellen: A) Cowhage (Aktivierung mechanosensitiver C-Fasern) B) Histamin (mechano-insensitive C-Fasern) C) Negativkontrolle „NaCl“: die Patienten erhalten statt Histamin oder Cowhage nur NaCl
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Kompetenzzentrum chronischer Pruritus (KCP) und Klinik für Hautkrankheiten Universitätsklinikum Münster

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit chronischem Pruritus bzw. gematchte (Alter und Geschlecht) gesunde Kontrolle

Ausschlusskriterien

  • Maximaler Pruritusintensität <3 (VAS, 0-10) in den ersten 2 Minuten nach Cowhage bzw. Histaminapplikation.
  • Hautläsionen am Testareal (z.B. Erosionen, Infekte)
  • Anamnestische oder bestehende neurologische oder schweren psychiatrische Erkrankungen
  • Hauttyp ≥ III (Fitzpatrick; mediteraner, dunkler und schwarzer Hauttyp ausgeschlossen; zu wenig Daten bei gesunden Kontrollen vorliegend)
  • Allergie auf verwendete Substanzen
  • Erkrankung, die eine Untersuchungsteilnahme verhindert
  • Einnahme einer Medikation, die die Prurituswahrnehmung beeinflusst innerhalb von 1 Woche vor Untersuchungsbeginn (z.B. Antihistaminika, Pregabalin/Gabapentin, Opioide)
  • Anwendung von Urea oder Polidocanol, Capsaicin, topische Steroide, topische Keratolytika, Exfoliativa, Selbstbräuner, topische oder systemische Antihistaminika, Antikonvulsiva, Sedativa innerhalb 1 Woche vor der Untersuchung.
  • systemische Steroide innerhalb von 2 Wochen vor der Untersuchung
  • topische oder systemische Immunmodulatoren, Antidepressiva, Anti-Migräne-Therapeutika innerhalb von 1 Monat vor der Untersuchung
  • NSRI und andere Nicht-Opioide-Analgetika 2 Tage vor der Untersuchung
  • Kosmetik- und Hautpflegeprodukte am Tag der Untersuchung
  • Schwangere, Stillende
  • Gesunde Probanden:
  • Atopische Disposition
  • Vorhandensein von Pruritus

Adressen und Kontakt

Kompetenzzentrum Chronischer Pruritus, Münster

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Chronische Prurituserkrankungen stellen ein zentrales medizinisches, ethisches und ökonomisches Problem dar. Ein besseres Verständnis der pathophysiologischen Mechanismen der Prurituswahrnehmung und -verarbeitung könnte die Behandlung von Patienten mit akuten und chronischen Prurituserkrankungen im klinischen Alltag verbessern. Es wird vermutet, dass eine Einschränkung der endogenen Pruritushemmung zur Chronifizierung des Symptoms nach einem akuten Geschehen führen kann. In Psoriasispatienten wurde eine verminderte endogenen Schmerz-Hemmung gezeigt. Diese Ergebnisse konnten in einer laufenden Studie bei chronischen Prurituspatienten in vorläufigen Auswertungen bestätigt werden. Diese Daten weisen also darauf hin, dass die zentrale Modulaiton bei chronischen Prurituspatienten verändert ist und dass dies zur Symptomerhaltung führen kann. In dieser Studie wollen wir untersuchen inwiefern zentrale Inhibitionsmechanismen die Wahrnehmung Pruritus unterschiedlicher Genese (1. Cowhage induzierter Pruritus durch CMH-Fasern vermittelt und 2. Histamin-induzierter Pruritus durch CMi-Fasern vermiitelt) beeinflüssen können, sowohl in gesunden Probanden, als auch in Pruritus Patienten unterschiedlicher Genese. Gesunde Kontrolle und Patienten mit chronischem Pruritus unterschiedlicher Genese (neuropatischer Pruritus, metabolischer Pruritus, multifaktorieller Pruritus) werden rekrutiert. Zunächst wird eine Analyse der veränderten Hautsensibilität mittels quantitative sensorische Testung (QST) durchgeführt. Dies ermöglicht mögliche Dysfunktionen von peripheren und zentralen Nervenfasern zu bestimmen, sowie Zeichen von zentralen Sensitisierung zu identifizieren. Anschließend, wird Pruritus mittels Stimulation mit Cowhage, Histamin oder NaCl (negative Kontrolle) in randomisierter Reihenfolge experimentell erzeugt. Die Pruritusintensität wird mit einer VAS Skala erfasst und 2 Minuten nach dem experimentellen Juckreiz bekommen Probanden einen konditionierenden thermalen Reiz (Hitzestimulation mittels Bite-Away bzw. Cold Pressor Test). Die Pruritusinhibition durch den thermalen Reiz wird im Anschluss ermittelt. Unmittelbar nach erneuter Stimulation mittels Bite-Away, werden die QST Parameter erneut erhoben, um zu ermitteln inwiefern die Applikation von Kontakthitze die Hautsensibilität verändern kann. Zuletzt wird eine Hautprobe zur Bestimmung der intraepidermalen Nervenfaserdichte entnommen. Mit diesen Untersuchungen erhoffen wir relevante pathophysiologische Mechanismen für die Chronifizierung unterschiedlichen Pruritusformen näher zu bestimmen. Darüber hinaus werden die Mechanismen einer möglichen Diskrepanz der endogenen Pruritushemmung zwischen Patienten und Gesunden näher untersucht in dem Korrelationen mit einer möglichen Funktionbeeinträchtigung von peripheren und zentralen Nervenfasern dargestellt werden, sowie mit morphologischen Veränderungen durch Bestimmung der intraepidermalen Nervenfaserdichte.

Quelle

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