Beschreibung der Studie

Das akute Lungenversagen ist eine schwerwiegende Komplikation in der intensivmedizinischen Therapie, durch welche bis zu 50% der Patienten versterben. Eine maschinelle Beatmung im Rahmen eines künstlichen Komas ist in vielen Fällen erforderlich um eine ausreichend Sauerstoffversorgung der Organe zur gewährleisten. Die Einstellungen des Beatmungsgerätes orientieren sich am sogenannten „Standardkörpergewichtes“ (Synonym: ideales Körpergewicht), welches vereinfacht als Normalgewicht angesehen werden kann und anhand der Körpergröße ermittelt wird. Pro kg dieses Standardkörpergewichtes werden pro Atemhub 6ml eines Luftgemisches empfohlen, um eine milde Beatmungstherapie zu gewährleisten. Große Gefahr liegt in einer Beatmungstherapie, die mit mehr als 6ml pro kg des Standardkörpergewichts durchgeführt wird. So wird in Studien ein um den Faktor 1,59 erhöhtes Sterberisiko beschrieben, wenn zwischen 6,5 – 8,5 ml pro kg Standardkörpergewicht verwendet wird, bzw. ein fast doppelt erhöhtes Sterbesrisiko bei mehr als 8,5 ml pro kg des Standardkörpergewicht. Somit liegt ein wichtiger Punkt in der korrekten Ermittlung des Standardkörpergewichtes. Etablierte Methoden zur Bestimmung des Standardkörpergewichtes ist die Berechnung anhand der Körpergröße. Im Alltag wird das Standardgewicht für Patienten im künstlichen Koma jedoch überwiegend geschätzt und nicht anhand dieser Formeln berechnet. Wir vermuten, dass im Falle eines vorhandenen Übergewichtes oder bei kleiner Körpergröße die Schätzungen des Körpergewichtes häufig falsch sind. Eine milde Beatmung kann hierdurch im schlimmsten Fall verhindert werden. Bisher gibt es keine Daten, inwieweit ein abgeschätztes Standardkörpergewicht und ein errechnetes Standardkörpergewicht übereinstimmen. Unklar ist, ob durch ein falsch eingeschätztes Standardkörpergewicht zu hohe Zielwerte in der Beatmungstherapie festgelegt werden, so dass hier unbewusst eine Erhöhung des Sterberisikos erfolgt. Die Studie soll daher die Frage klären, ob optisch geschätzte Körpermaße (Gewicht und Größe) geeignet sind, um als Grundlage für die Einstellung einer künstlichen Beatmung zu dienen.

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Studiendetails

Studienziel Die Erfassung und Beschreibung der durch Ärzte und Krankenpflege geschätzten Körpergröße und Standardkörpergewicht und des daraus berechneten lungenprotektiven Tidalvolumen sowie den Vergleich der geschätzten Körpergröße mit der tatsächlichen Körpergröße
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 25
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Marienhospital HerneMedizinische Klinik II, Kardiologie und Angiologie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Invasiv beatmet

Ausschlusskriterien

  • Alter <18 Jahre, Körpergröße < 150 cm, Körpergröße > 200 cm, Amputation eines oder beider Beine ab der Ferse aufwärts, Besiedlung mit multiresistenten Keimen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Atemnotsyndrom des Erwachsenen-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Das akute Lungenversagen (acute respiratory distress syndrom, ARDS) ist eine schwerwiegende Komplikation in der intensivmedizinischen Therapie mit Mortalitätsraten von bis zu 50%. Empfohlene therapeutische Maßnahmen beinhalten eine invasive lungenprotektive Beatmung mit niedrigen Beatmungsdrücken (<30 cm H2O) und einem Tidalvolumen von 6 ml pro kg Körpergewicht (KG) bezogen auf das Standardkörpergewicht. Nachgewiesen ist ein erhöhtes Mortalitätsrisiko bei einem Tidalvolumen von mehr als 6,5 ml/kgKG. So wird in der Literatur ein um den Faktor 1,59 erhöhtes Mortalitätsrisiko beschrieben, wenn das Atemzugvolumen zwischen 6,5 – 8,5 ml/kgKG liegt, bzw. ein 1,97-fach erhöhtes Mortalitätsrisiko bei einem Atemzugvolumen >8,5 ml/kgKG. Etablierte Methoden zur Bestimmung des Standardkörpergewichtes ist die Berechnung anhand der folgenden Formeln: Standardkörpergewicht Männer (kg) = 50 + 0,91 x (Größe in cm – 152,4) Standardkörpergewicht Frauen (kg) = 45,5 + 0,91 x (Größe in cm – 152,4) Im klinischen Alltag wird das Standardgewicht für sedierte und beatmete Patienten jedoch von den behandelnden Ärzten überwiegend geschätzt und nicht anhand dieser Formeln berechnet. Bisher gibt es keine Daten, inwieweit ein abgeschätztes Standardkörpergewicht und ein errechnetes Standardkörpergewicht übereinstimmen. Unklar ist, ob durch ein falsch eingeschätztes Standardkörpergewicht zu hohe Tidalvolumina als Zielwert festgelegt werden, so dass hier unbewusst eine Erhöhung des Mortalitätsrisikos erfolgt. Die Studie soll die Frage klären, ob visuell geschätzte Körpermaße (Gewicht und Größe) geeignet sind, um als Grundlage für die Einstellung einer maschinellen Beatmungstherapie zu dienen. Als Nutzen ist denkbar, dass wir durch den Vergleich von geschätzter Körpergröße und gemessener Körpergröße, mit der Schätzung eine ungeeignete Arbeitsmethode identifizieren können, die besonders bei Vorliegen eines Lungenversagens zu einer erhöhten Sterblichkeit führen würde.

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